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Entschädigung fehlt weiterhin

5. Jahrestag der Schließung der indonesischen Fabrik Jaba Garmindo

Am 22. April jährte sich zum fünften Mal die Insolvenz der Fabrik Jaba Garmindo in Indonesien. 2.000 ehemalige Arbeiterinnen und Arbeiter, die für Uniqlo und die deutsche Marke s.Oliver Kleidung herstellten, ringen nach wie vor um die ihnen gesetzlich zustehende Abfindung in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert Uniqlo - welches unter dem Mutterkonzern Fast Retailing operiert - und s.Oliver auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Notlage dieser Arbeiterinnen und Arbeiter zu beheben, indem sie die volle Abfindungshöhe von 5,5 Millionen US-Dollar auszahlen und sich somit an das indonesische Recht halten. Beide Unternehmen werden derzeit von der Fair Labor Association bezüglich ihrer Handlungen in diesem Fall untersucht. 
 
2.000 ehemalige Arbeiterinnen und Arbeiter, die für Uniqlo und die deutsche Marke s.Oliver Kleidung herstellten, ringen nach wie vor um die ihnen gesetzlich zustehende Abfindung in Höhe von 5,5 Millionen US-Dollar. © Kampagne für Saubere KleidungSeit dem plötzlichen Verlust ihrer Arbeitsplätze sind diese Arbeiterinnen und Arbeiter in eine äußerst prekäre Lage geraten, die durch den derzeitigen Ausbruch von und die Beschränkungen durch COVID-19 noch verschärft wird. In den letzten fünf Jahren konnte die überwiegende Mehrheit von ihnen keine alternative Fabrikarbeit finden: einige wurden als zu alt erachtet, da sie jahrelang in Jaba Garmindo gearbeitet hatten. Andere wurden aufgrund ihrer laufenden gewerkschaftlichen Aktivitäten inoffiziell auf eine schwarze Liste gesetzt. Viele haben sich auf Einkünfte informeller Arbeit wie dem Straßenverkauf oder als Reinigungskraft in privaten Haushalten verlassen und sehen sich nun einer beispiellosen Notlage konfrontiert. Viele berichten, dass sie sich nur einfachen Reis zum Essen leisten können - mit einer Fehlernährung als Konsequenz. Die ehemaligen Arbeiterinnen und Arbeiter von Jaba Garmindo genießen keinen staatlichen Schutz. Sie werden weder durch das indonesische Sozialleistungssystem noch durch COVID-19-bezogene Fonds abgesichert. Viele können nur überleben, indem sie sich in ihrem sozialen Umfeld Geld leihen, wenn dies überhaupt möglich ist. Doch haben sie keine Mittel, um ihre wachsenden Schulden zurückzuzahlen, weshalb es keine langfristige Lösung darstellt.
 
Uniqlo und s.Oliver haben ganz klar in ihrer moralischen und menschenrechtlichen Verantwortung gegenüber diesen Arbeitnehmenden eklatant versagt und versagen weiterhin. Internationale Standards schreiben vor, dass Unternehmen sich mit den negativen Auswirkungen ihrer Geschäftspraktiken auf die Menschenrechte befassen und Abhilfe schaffen müssen. Wenn Uniqlo verantwortungsbewusst handeln würde, wären die 2.000 Beschäftigten von Jaba Garmindo jetzt nicht in einer solch verzweifelten Lage.
 
Weiterhin fordert die CCC die UN-Frauen - eine Organisation, die sich weltweit für die Gleichstellung von Frauen einsetzt - auf, gemeinsam mit ihrem globalen Programmpartner Uniqlo aktive Schritte zu unternehmen, um dem Leid dieser ehemaligen Textilarbeiter*innen ein Ende zu setzen. Die CCC hat die UN-Frauen bereits kontaktiert und sie zu einem Treffen mit den betroffenen Arbeiterinnen eingeladen. Doch bisher erhielt die CCC keine Antwort von ihnen.
 
Organisationen, Einzelpersonen und Marken, die mit Uniqlo und s.Oliver Geschäftsbeziehungen führen, werden nachdrücklich aufgefordert, sich einzubringen und diese zwei Markenunternehmen aufzufordern, die ehemaligen Arbeiterinnen und Arbeiter von Jaba Garmindo zu schützen. Denn sie gehören in der gegenwärtigen globalen Krise zu den am meisten gefährdeten Personengruppen. Die finnische Designmarke Marimekko zum Beispiel wird morgen, am 23. April ihre dritte Kollektion mit Uniqlo herausbringen. Marimekko erklärte, Uniqlo sei ein Partner, "mit dem wir Werte teilen". Auf ihrer Website erklärt Marimekko, dass sie an "Fairness gegenüber allen und allem" glaube. CCC fordert Marimekko auf, dafür Sorge zu tragen, dass ihre veröffentlichten Verhaltensgrundsätze über die soziale Verantwortung des Unternehmens mehr sind als leere Worte. Marimekko hat sich verweigert, sich mit Vertreter*innen der Kampagne für Saubere Kleidung zu treffen, um diesen Fall zu diskutieren.
 
"Die 2.000 Arbeiterinnen und Arbeiter von Jaba Garmindo haben fünf Jahre lang gewartet und leben nun aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 in extrem gefährlichen Situationen ohne Einkommen oder andere Mittel, um sich selbst versorgen zu können. Uniqlo und s.Oliver müssen unverzüglich reagieren, indem sie die Abfindungen bezahlen. Es geht hier wirklich um Leben und Tod! Wir fordern auch die UN-Frauen auf, die Ziele ihrer Partnerschaft mit Uniqlo zu erfüllen, indem sie sich dringend für die Rechte der Frauen in der Bekleidungsindustrie einsetzen und dafür sorgen, dass die Arbeiter*innen von Jaba Garmindo nicht vergessen werden. Alles andere steht im Widerspruch zu ihren Zielen", sagte Artemisa Ljarja, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung.
 
Weiterführende Links
Kontakt:
Kampagne für Saubere Kleidung | eilaktionen@saubere-kleidung.dewww.saubere-kleidung.de


     
        
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