Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Keine Angst vorm Fliegen

Wohin und wie soll es weitergehen? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein Aufruf zur aktiven Beteiligung - Ihr Beitrag ist gefragt! 

Jetzt, wo uns der Respekt oder gar die Angst vor dem Virus im Griff hat und wo die Maßnahmen zu seiner Eindämmung unsere bisherige Art zu leben zum Erliegen bringen, wird ein Thema immer lauter: Rettungsschirme, Milliardenhilfen, Wirtschaft stützen, System erhalten. Alle wollen „das System" retten oder endlich einen Neuanfang wagen?

Zukunftsgestalter und Visionär Fritz Lietsch ist der festen Überzeugung, dass wir jetzt eine unglaubliche Chance haben, das 'System' zu verändern. ''Jetzt ist es an der Zeit wirkliche Veränderungen anzugehen, statt in Aktionismus bei der 'Rettung' der Wirtschaft zu verfallen''. ©, Manor LuxHochkarätige Beratungs-Experten warnen „Wirtschafts-Crash: Corona-Gelder erreichen viele Unternehmen zu spät!" und ergänzen, „die von der Regierung versprochenen KfW-Kredite zur Rettung gesunder Mittelständler könnten bei vielen Unternehmen nicht rechtzeitig ankommen. Es droht ein verheerender Crash, der die Finanzkrise 2008 weit übersteigt."

Ein Blick auf die Website dieser Beratergruppe zeigt: Es sind Berater, die sich nach eigenen Aussagen als Garanten für die schnelle Kostenoptimierung, Outsourcing, Lieferantenmanagement und Global Sourcing anpreisen… Genau sie fordern jetzt vehement, dass system- und branchenrelevante Firmen auf der Überholspur bedient werden…

Wohin und wie soll es weitergehen?
Es stellt sich die Frage: Wollen wir auch zukünftig weiter kostenoptimiert werden, sollen weiterhin Philippinos nach Tschechien eingeflogen werden, um dort zu niedrigsten Löhnen die Butterstullen für unsere Fluggesellschaften zu schmieren, weil unsere eigene Arbeitskraft nicht kostenoptimal ist? Sollen wir weiterhin global sourcen, um dem niedrigsten Preis nachzujagen – mit dem Ziel, Profite zu erhöhen, die dann in die Taschen von BlackRock und deren Investoren fließen, die sich dann, ähnlich wie die Herren Berater, das neueste Modell von BMW, Maserati oder Tesla leisten und damit ihren „Erfolg" zur Schau stellen? Wollen wir uns endlich diese systemrelevanten Fragen stellen?

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir jetzt eine unglaubliche Chance haben, über „das System" nachzudenken! Ich bin der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, wirkliche Aktionen anzugehen, statt in Aktionismus zu verfallen. Viele Lösungen sind bereits da, wir brauchen sie nur umzusetzen.

Wenn nicht jetzt, wann dann?
Als erstes gilt es zu fragen, warum wollen wir „das System retten", statt wenigstens in Erwägung zu ziehen, ein neues System zu erschaffen. Die Antwort: Weil wir Angst davor haben, wirkliches Neuland zu betreten. Weil wir uns wünschen, alles möge so bleiben, wie es war…

Aber: Soll es wirklich so bleiben?
Wollen wir nach wie vor immer größere Autos bauen, in größeren Häusern wohnen, noch mehr und noch schneller konsumieren und noch öfter und noch rastloser von A nach B jetten? Soll das System weiterhin immer schneller, autonomer und optimierter werden? Sollen uns selbstfahrende Autos noch besser, noch schneller und noch automatischer überall hinbringen wo wir wollen? Müssen wir rund um den Globus auf Konferenzen jagen, um Dinge zu hören, die wir, wenn wir in die Stille gehen, eh schon wissen? Muss alles immer und jederzeit 24/7 und zum global niedrigsten Preis verfügbar sein?

Deshalb stelle ich die Frage:
Wofür soll Finanzminister Scholz unser vieles Geld einsetzen? Um weiter so zu leben wie bisher? Plastik anzuhäufen, Arten auszurotten, Böden zu verseuchen, Müllhalden anzuhäufen? Müssen wir Armut und Kriege auf diesem Planeten akzeptieren oder gar unterstützen? NEIN!

ES REICHT!
Was brauchen wir eigentlich wirklich? Ein Dach über dem Kopf, Essen und Trinken, Energie und Wärme und vor allem soziale Kontakte, Gemeinschaft. In einer wirklichen Krise reicht es also, dafür zu sorgen, dass jeder ein Dach über dem Kopf hat und genug zu essen. 

Angesichts dessen, dass hunderttausende von Wohnungen bei uns leer stehen, Häuser nur teilweise genutzt werden oder gar nur als Zweitwohnungen dienen, ist Lösung in Sicht…

Angesichts dessen, dass wir es uns hierzulande leisten können, 40 Prozent aller Lebensmittel wegzuwerfen, droht uns augenscheinlich keine Hungerkatastrophe. Unsere Bauern in Europa können uns ernähren und auch die Hungersnöte auf anderen Kontinenten sind eher eine humanitäre Katastrophe als das Ergebnis der mangelnden Verfügbarkeit von Nahrung. Und was spricht gar dagegen, unsere Mähroboter auf „Hold" zu setzen und in unseren gepflegten Gärten wieder Gemüse anzubauen? Wir werden also nicht hungern…

Auch unser Energiebedarf kann gedeckt werden – insbesondere, wenn der Verbrauch sinkt und neue technische Lösungen Produktion und Verbrauch optimieren. Wir bleiben also weiterhin am Netz…

Was passiert also, wenn wir, einfach mal so als Experiment, für ein Jahr keine neuen Autos oder Klamotten kaufen, nicht auf die neueste Handygeneration umsteigen und ausnahmsweise nicht nach Thailand oder auf die Philippinen jetten? Wenn wir nicht wirklich systemrelevante Produkte wie Laubbläser, Kampfhubschrauber, elektrische Dosenöffner und vieles andere einfach mal für ein Jahr nicht produzieren.

Wenn wir einfach nur die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse finanzieren? Mit Erspartem und mit der Hilfe des Finanzministers. Dann könnten wir unsere freiwerdende Arbeitskraft einsetzen für… Ja wofür eigentlich? Für Musik, Theater, Sport, Kreativität, für Pflege, Haus und Gartenarbeit, für Miteinander und, und, und… und vielleicht Ideen für neue, wirklich sinnvolle Produkte.

Seid umschlungen, Milliarden
Ja, lasst uns Milliarden in die Hand nehmen. Aber nicht, um das System so weiter zu fahren wie bisher, sondern damit wir Neuland betreten und gleichzeitig Altes wiederentdecken können. Die Nachbarn, die Stille, die Gemeinschaft, die Kreativität, die Neugierde, die Schönheit des Einfachen, das Geschick unserer Hände, die unbegrenzten Möglichkeiten unseres Geistes, wenn er nicht abgelenkt ist von sinnlosen Facebook-Posts und permanentem Getwittere, von Reality Shows und Konsumgedrängel…

The Beauty of Life oder einfach gut leben
Den Frühling neu entdecken, die Langsamkeit, die Muse, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten und fangen Sie an, mit ihnen zu spielen, über sie zu lächeln und sie mit Entdeckergeist zu durchbrechen. 

Prüfen Sie als Vermieter, ob eine bereits abbezahlte Immobilie wirklich den gegenwärtigen Mietpreis erfordert, um sie zu erhalten? Prüfen Sie als Mieter, ob sie kleine Reparaturen nicht selbst erledigen können. Prüfen Sie bei allem: Darf es statt „etwas mehr" ausnahmsweise auch mal „etwas weniger" sein? 
Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Mietsenkung statt einer Erhöhung?

Wie wäre es mit einer neuen Volkswirtschaftslehre, die über Wirtschaftsgesundung statt über Wirtschaftswachstum forscht und lehrt, eine Betriebswirtschaftslehre, die statt der oben genannten Kostenoptimierung eine Gemeinwohloptimierung als Ziel formuliert und bilanziert?

Time to change
Ja, wir alle sind jetzt in der Lage, das zu tun, was die Menschheit auszeichnet: nachdenken, kreativ, anpassungsfähig, überlebensfähig sein. Vieles ist bereits gedacht, vieles bereits vorhanden, aber für die meisten noch unbekannt. Gerne zeige ich diese vielen Lösungen, die ich in meiner Rolle als Zukunftsgestalter kennen lernen durfte, als Anregung für neue Wege. Als Anregung für ein anderes, verträglicheres, enkeltaugliches Wirtschaften und vielleicht auch ein besseres Leben.

Deshalb: Haben Sie keine Angst vorm Fliegen, denn, erst wenn man an der Klippe steht und springt, merkt man, dass man wirklich fliegen kann. Erst wenn man Grenzen überschreitet, entdeckt man die neue, wunderbare Vielfalt des Lebens. 

Und ja: All das beinhaltet auch Risiken, aber: Nur wer wagt, gewinnt. Deshalb, liebe Kollegen in Politik und Wirtschaft: Jetzt ist Zeit für wirklichen Mut – ich bin sicher, wir werden dafür reich belohnt.

Fritz Lietsch fördert seit über 30 Jahren neue, verträgliche Wege in die Zukunft. Er sieht sich nicht als Zukunftsforscher, sondern als Zukunftsgestalter und ist daher vielgefragter Experte in Think-Tanks und bei Innovationsprozessen. Sein Social Business hat mit dem alternativen Branchenbuch über Jahrzehnte die Firmen, Produkte und Dienstleistungen vorgestellt, die damals belächelt und heute bewundert werden. Sein forum Nachhaltig Wirtschaften bringt sie, die guten Nachrichten, als Anregung für ein sinnvolles Leben und Wirtschaften.
 
Hinweis: Dieser Text ist frei abdruckbar mit dem Hinweis: www.forum-csr.net.

Wirtschaft | Verantwortung jetzt!, 25.03.2020

     
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