82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

50 Jahre Fairer Handel

MISEREOR ruft nach konsequent gerechter und ökologischer Wirtschaft

Zum 50. Geburtstag des Fairen Handels in Deutschland hat MISEREOR von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu einer Marktwirtschaft gefordert, die konsequent gerecht und ökologisch verantwortungsvoll agiert. "Dazu gehören insbesondere ehrliche Preise, die auch die ökologischen, sozialen und kulturellen Kosten berücksichtigen, die durch unsere gegenwärtige Wirtschaftsweise entstehen", fordert MISEREOR-Geschäftsführer Thomas Antkowiak. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) habe zwar schon vor Jahren angekündigt, dass der Handel als Ganzes fair wird. Es sei an der Zeit, dem nun entschlossenere Taten folgen zu lassen. 
 
Zum 50. Geburtstag des Fairen Handels in Deutschland hat MISEREOR von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zu einer Marktwirtschaft gefordert, die konsequent gerecht und ökologisch verantwortungsvoll agiert. © MISEREORMit einer ersten Sitzung der neugeschaffenen "Aktion Dritte-Welt-Handel (A3WH)" wurde am 14. März 1970 unter intensiver Beteiligung von MISEREOR der Faire Handel in Deutschland eingeläutet. Vorausgegangen waren dem umfangreiche Aktivitäten der katholischen Jugendverbände BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) und aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland), die auf sogenannten Friedensmärschen mehr als 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 70 deutschen Städten mobilisiert hatten. Dabei wurde deutliche Kritik an der vorherrschenden Weltwirtschaftsordnung und der staatlichen Entwicklungspolitik geäußert. Die ersten Produkte aus Fairem Handel, die in Deutschland verkauft wurden, waren kunsthandwerkliche Gegenstände.
 
Vorbild aus den Niederlanden
MISEREOR stand vor fünf Jahrzehnten auch deshalb im Zentrum des Fairen Handels, weil es an seinem Sitz in Aachen beste Kontakte zur Stiftung "S.O.S." ("Komitee Steun Onderontwikkelde Streken") in der Grenzstadt Kerkrade in den benachbarten Niederlanden unterhielt. Die Stiftung hatte bereits in den 60er Jahren fair gehandelte Waren vertrieben und mit ihrer Pionierarbeit Vorbildcharakter für Fair-Handels-Aktive in Deutschland und anderen europäischen Staaten. Über MISEREOR kam dann der erste faire Kaffee nach Deutschland. Die erste Packung davon wird gegenwärtig im deutschen Hygiene-Museum in Dresden in der Sonderausstellung "SuperFood" ausgestellt.
 
"Der Faire Handel ist eine Erfolgsstory", resümiert Antkowiak. "Heute gibt es fair gehandelte Produkte fast überall, vom Supermarkt über den Bioladen bis hin zu Online-Portalen." Gleichzeitig sei durch den Fairen Handel ein Bewusstseinswandel bei den deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern befördert worden, betont der MISEREOR-Geschäftsführer. Heute werde von einer Mehrheit deutlich stärker hinterfragt, woher ein Produkt stammt und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde.
 
Kinderarbeit bleibt ein dramatisches Problem
Dennoch bleibe viel zu tun. Nach wie vor stecke zum Beispiel in vielen Waren Kinderarbeit. "In der Elfenbeinküste werden über eine Millionen Minderjährige im Kakaosektor ausgebeutet. Da müssen wir alarmiert sein, landet doch ein beträchtlicher Anteil dieses Kakaos in deutscher Schokolade", warnt Thomas Antkowiak.
 
Beim Blick zurück auf fünf Jahrzehnte Fairer Handel sei auch Selbstkritik angebracht. "So manche Kampagne des Fairen Handels war gut gemeint, führte aber zu nicht allzu guten Produkten. Diese haben nicht dazu beigetragen, dass die Produzenten und Kleinbauernfamilien auch Umsatz zu verzeichnen hatten." Heute sei die Produktqualität dagegen sehr gut, es fehle eher an durchschlagenden, effektiven Kampagnen und neuen, qualitativ guten und zielgerichteten Bildungsbausteinen. "Und ja: Wir brauchen mehr Umsatz, damit Fairer Handel wirken kann", so Antkowiak. "Viele Wirtschaftsbereiche werden heute schrumpfen müssen, damit ein sozial-ökologischer Wandel funktionieren kann, aber andere Bereiche müssen wachsen. Dazu gehören Unternehmen, die zur Lösung ökologischer Probleme beitragen oder Armut reduzieren können. Wichtig ist, dass dort benachteiligte Menschen wirtschaftliche Perspektiven finden."
 
Der MISEREOR-Geschäftsführer ruft die Bevölkerung zu Wachsamkeit beim Einkauf auf. "Viele Unternehmen bezeichnen sich als fair, haben aber oft nur ein paar Maßnahmen eingeleitet, um Schäden zu lindern, die sie mit ihrer Wirtschaftsweise anrichten." Am Ende gehe es um faire Preise für gute Arbeit und gute Produkte. "Das garantieren Unternehmen des Fairen Handels wie die GEPA, zu deren Gesellschaftern auch MISEREOR gehört."
 
Kontakt: Ralph Allgaier, MISEREOR | presse@misereor.dewww.misereor.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
18
SEP
2026
Parking Day 2026 in München
Parkplätze werden zu Orten für Menschen, Natur und nachhaltige Mobilität
München
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Erfolgreicher Kinostart von "The Odyssee" in USA
Der Philosoph und Mythologie-Experte Christoph Quarch analysiert, was uns der Anti-Held heute sagen kann
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Es brennt! Doch kaum regnet es, ist alles vergessen …

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

Bessere Verpackungen, weniger Müll

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Bundespreis Ecodesign: Ausstellung, 19.-22. September & Vernissage, 18. September 2026, Berlin

B.A.U.M. Insights
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Engagement Global gGmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Zendure DE GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • ZamWirken e.V.
  • NOW Partners Foundation
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • 66 seconds for the future
  • WWF Deutschland