Technik | Energie, 11.03.2020

Solardeckel streichen, mehr Platz für Windkraft

Energiepolitik auf Ministerpräsidentenkonferenz

Anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz fordert der Bundesverband der grünen Wirtschaft von den Landesregierungen ein Umdenken: Die Windenergiebranche braucht mehr Raum und flexiblere Regelungen, der Solardeckel muss gestrichen werden, damit auch weiterhin neue Solar-Großanlagen möglich sind. 

© Coernl, pixabay.comDie Bundesländer müssen den Klimaschutz da voranbringen, wo die Bundesregierung sich selbst blockiert. „Die Ministerpräsident_innen haben die Möglichkeit, eine klare Linie zum Ausbau der Erneuerbaren Energien zu entwickeln", ist Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, dem Bundesverband der grünen Wirtschaft überzeugt. 

„Als größter Bremser muss dabei die CDU bzw. CSU ihre Politik ändern. Die jahrelange Blockadehaltung schadet dem Klima genauso wie dem deutschen Mittelstand", so Dr. Reuter weiter. Mit der jetzigen Politik der Bundesregierung seien auch die Klimaziele 2030 nicht zu erreichen. 

Solardeckel muss dringend gestrichen werden 
Der 2012 beschlossene Solardeckel von 52 Gigawatt wird voraussichtlich im April erreicht sein. Um den Ausbau nicht abbrechen zu lassen, sollte er ersatzlos gestrichen werden. Dieser Schritt würde nicht nur Unternehmen nutzen, die den Solarausbau voranbringen. Er würde auch den weiteren Ausbau einer dringend notwendigen und stetig erschwinglicher werdenden Technologie gewährleisten: Solarstrom wird inzwischen in Deutschland für 3,5 Cent je Kilowattstunde produziert.  

Auch die Besteuerung auf den Eigenverbrauch bremst den Ausbau. Mit ihrer Abschaffung wäre es für viele Unternehmen attraktiver, selbst Erneuerbare Energien zu produzieren. 

Stagnation des Windausbaus abwenden 
„Die Ministerpräsident_innen sollen dem Bund auch klarmachen, dass die Abstände für Windenergieanlagen in den Ländern geregelt werden – und nicht im Bund. Starre Vorgaben verzögern unnötig den Ausbau", sagt Dr. Reuter. An einigen Orten könnten im Einvernehmen mit den Nachbarn 500 Meter ausreichend sein, während in Flächenländern wie Brandenburg dagegen gut mit einem Abstand von 1000 Metern geplant werden.  

Hintergrund: Windenergieanlagen werden massiv beklagt, dadurch ist der Ausbau gegenüber 2017 um 80 % eingebrochen. Das hat auch dazu geführt, dass die Preise für Windenergie wieder auf 6,2 Cent je Kilowattstunde gestiegen sind. Wenn 2021 werden viele alte Anlagen vom Netz gehen, droht in Deutschland ein faktischer Rückgang der Windenergie. „Die Bundesregierung hat keine Antwort darauf, wie das Ziel, die Erneuerbaren bis 2030 auf 65 Prozent anzuheben, erreicht werden soll.", so Reuter, „Darum ist es jetzt an den Ländern, den richtigen Kurs einzuschlagen." 
 
Kontakt: UnternehmensGrün e.V., Dr. Katharina Reuter| reuter@unternehmensgruen.de 


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Überlegen ist, wer Neues wagt
Christoph Quarch empfiehlt "Anfänge auf Abruf" als Schritt zu mehr gesellschaftlicher Expermentierfreudigkeit
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • WWF Deutschland
  • circulee GmbH
  • 66 seconds for the future
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH