Technik | Energie, 10.03.2020
Stromerzeugung aus Meerwasserentsalzung
IrrigationNets ersetzen die Kühlung und Befeuchtung von ein paar Millionen Bäumen
Immer wieder gibt es skurrile Entwicklungen wie: „Stromerzeugung aus Schnee" oder „Stromerzeugung aus den Schwingungen des Straßenverkehrs".
Die folgende Entwicklung hört sich genauso unsinnig an, kann jedoch tatsächlich breite Umsetzung finden. Derzeit werden zur Meerwasserentsalzung immer riesige Energiemengen aufgewendet, welche auch die Kosten für das entsalzte Wasser nach oben treiben.Wie also sollte mit einer Meerwasserentsalzung Strom produziert werden?
Dafür muss man ein wenig um die Ecke denken und verschiedene Branchen mit einander verbinden. Zum einen füllen wir kein Wasser verkaufsfähig in Flaschen ab, sondern generieren nur sehr große Mengen kalter salzfreier feuchter Luft. Mit dieser Luft kühlen wir in Dürregebieten Solarkraftwerke, so dass die Module nicht nur 20 Jahre länger halten, sondern auch noch bis zu 20% mehr Strom produzieren. Das ist mehr zusätzlicher Strom, als unsere salzfreie Meerwasserverdunstung benötigt.
Das alleine macht eine solche Anlage jedoch noch nicht wirtschaftlich, sondern deckt gerade einmal die laufenden Betriebskosten. Ein weiterer Nebeneffekt ist die aktive Anpassung der umgebenden Landwirtschaft an den Klimawandel. Hier können im Umkreis von 5 km mind. 30% mehr Ertrag erzielt werden, was die Lösung zu einer lohnenden Investition macht. Sprich Gewächshausfeeling ohne Gewächshäuser.
Weiterhin wird schon bei schwachem Wind (Windstärke 2 = 11 km/h) das Wasser in der kalten Luft bis zu 250 km weiter in das Landesinnere getragen und sorgt dort regelmäßig für höhere Mengen an Morgentau. Das ist dann eine hoch effektive Mikrobewässerung für jeden einzelnen Grashalm.
Früher wurde diese „Feuchtigkeitsdienstleistung" für die Steppe von den Wäldern übernommen. Seit die Wälder verschwunden sind, breiten sich die Wüsten immer weiter aus. Mit IrrigationNets ersetzen wir die Kühlung und Befeuchtung von ein paar Millionen Bäumen.Der Farmer verdient mit der Anlage Geld und begrünt nebenbei die Wüsten auf einer sehr großen Fläche. Mit Hunderten von Farmern lassen sich somit mehrere Millionen Hektar Wüste begrünen und über die Begrünung werden mehrere Milliarden Tonnen CO2 abgebaut.
Der Autor Volker Korrmann ist Diplom-Ingenieur und verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Seniorberater.
Er ist seit 2011 Geschäftsführer der Ewind Betreiber- und Vertriebs- GmbH und hat im Rahmen dieser Tätigkeit diverse Forschungsprojekte im Bewässerungsbereich in Zusammenarbeit der Humboldt Universität, der Landesstelle Berlin und dem Institut für Olivenbäume in Tunesien durchgeführt.
Herr Korrmann beschäftigt sich seit über 15 Jahren vor allem mit der Entwicklung von bezahlbaren und wirtschaftlichen Lösungen gegen den Klimawandel.
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