B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen

Mehr Transparenz zu Fair-Trade-Labels

International Guide to Fair Trade Labels veröffentlicht

Kürzlich erschien die fünfte Ausgabe des "International Guide to Fair Trade Labels". Es handelt sich dabei um die einzige Publikation, die die Standards und Überprüfungssysteme der wichtigsten Zeichen für Fairen Handel (Fair Trade Labels) weltweit untersucht. "Das Marketing mit Nachhaltigkeit boomt. Wer steht denn nun für Fairen Handel - und wie? Dieser Leitfaden gibt Orientierung, welche Fair-Trade-Labels die international definierten Prinzipien des Fairen Handels glaubwürdig umsetzen", so Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. Der "International Guide to Fair Trade Labels" wurde unter der Federführung der französischen Fair-Handels-Organisation Commerce Equitable France in Kooperation mit dem Fair World Project (USA), FAIRNESS FR (Frankreich) und dem Forum Fairer Handel als Verband des Fairen Handels in Deutschland erarbeitet. 
 
Der International Guide to Fair Trade Labels wurde am 3. Dezember veröffentlicht. © suju, pixabay.comImmer mehr Unternehmen betonen die vermeintliche oder reale Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrer Kommunikation. Sie spüren den zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Druck, für Fairness in ihren Lieferketten und ihrer Produktion zu sorgen. "Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. Wir beobachten jedoch mit großer Sorge, dass Unternehmen als Reaktion darauf ihre eigenen ethischen Labels ins Leben rufen und gegebenenfalls selbst kontrollieren. Damit stiften sie Verwirrung bei Konsument*innen und Beschaffungsstellen im privaten und öffentlichen Sektor, die ethisch und ökologisch verantwortlich einkaufen wollen. Dabei gibt es eingeführte Fair-Handels-Standards mit bewährten externen und akkreditierten Prüfsystemen wie Naturland Fair oder Fairtrade", kritisiert Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel. Mit dem vorliegenden Leitfaden möchte das Forum Fairer Handel gemeinsam mit seinen internationalen Partnern eine Orientierungshilfe geben.
 
Worin bestehen die Hauptunterschiede zwischen Fair-Handels- und Nachhaltigkeitsansätzen sowie freiwilligen Nachhaltigkeitsinitiativen von Unternehmen? Stehen sie tatsächlich für faire Handelspraktiken? Wie garantieren sie die Umsetzung der zugrundeliegenden Standards? Für die vorliegende Analyse wurden zwanzig Schlüsselkriterien identifiziert, die starke Fair-Trade-Labels mit hohen Anforderungen ausmachen. Der Leitfaden beschreibt die Unterschiede zwischen den gängigsten Erkennungszeichen, hebt deren Stärken hervor und benennt Verbesserungsmöglichkeiten. Er analysiert zudem bekannte Nachhaltigkeitsansätze wie Rainforest Alliance sowie Initiativen für soziale Verantwortung von Unternehmen, darunter C.A.F.E. Practices (Starbucks) und CocoaLife (Mondelez). "Mit Hilfe dieses internationalen Leitfadens können Unternehmen, Regierungen, Organisationen und Verbraucher*innen Kaufentscheidungen treffen, die einen positiven Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzent*innen haben", erklärt Dana Geffner, Geschäftsführerin des Fair World Projects in den USA.
 
Folgende Entwicklungen zeichnen sich außerdem seit der letzten Ausgabe des Leitfadens (2015) ab:
  • Der Faire Handel entwickelt sich ständig weiter. Dies äußert sich unter anderem darin, dass einige Organisationen die Standards für die Vergabe ihres Siegels seit der letzten Ausgabe überarbeitet haben - darunter Fair for Life, Símbolo de Pequeños Productores (SPP) und Fairtrade International.
  • Die Idee des "Fairen Handel im Norden" oder "Domestic Fair Trade" hat insgesamt an Aktualität gewonnen und wichtige Debatten ausgelöst - allen voran die Frage der Relevanz eines weltweiten Fairen Handels. Entsprechend enthält der Leitfaden eine Definition für "Domestic Fair Trade" sowie einen Überblick über die wichtigsten Initiativen und aufstrebende Labels in diesem Bereich.
  • Fair-Trade-Standards stellen immer höhere Anforderungen an die wirtschaftlichen, sozialen, Governance- und Umweltkriterien, die für die Fair-Trade-Zertifizierung erforderlich sind.
  • Initiativen und Labels für nachhaltige Entwicklung, die intransparent und weniger anspruchsvoll in Bezug auf diese Kriterien sind, breiten sich aus und schwächen damit die Prinzipien des Fairen Handels.
Der Faire Handel ist ein Geschäftsmodell, in dem Maßnahmen zur Stärkung von Kleinbauernorganisationen und faire Lieferketten die Schaffung von Arbeitsplätzen und nachhaltigen Gemeinschaften ermöglichen. Die globale Fair-Trade-Bewegung fordert politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger*innen, Bürger*innen und Verbraucher*innen auf, sich für ein globales Wirtschaftssystem einzusetzen, das niemanden zurücklässt. Dazu gehören zwingend faire Lieferketten und entsprechende Geschäftsmodelle. "Auch um Kleinproduzent*innen gegen den Klimawandel zu wappnen, müssen wir unsere Produktions- und Konsummuster schleunigst sozial und ökologisch verträglich gestalten. Sie zahlen schon jetzt den höchsten Preis für das Ungleichgewicht der Mächte innerhalb der globalen Wertschöpfungsketten", erklärt Julie Stoll, Geschäftsführerin von Commerce Equitable France.
 
Service
Die fünfte Ausgabe des "International Guide to Fair Trade Labels" wurde unter der Federführung der französischen Fair-Handels-Organisation Commerce Equitable France in Kooperation mit dem Fair World Project (USA), FAIRNESS FR (Frankreich) und dem Forum Fairer Handel als Verband des Fairen Handels in Deutschland erarbeitet. Die englische Fassung steht zum Download bereit.
 
Kontakt: Forum Fairer Handel e.V. | presse@forum-fairer-handel.dewww.forum-fairer-handel.de

Lifestyle | LOHAS & Ethischer Konsum, 03.12.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

SOS – Rettet unsere Böden!

forum 01/2021

  • Eine Frau, die es wissen will
  • Eine neue Vision für den Tourismus
  • Jetzt oder nie
  • Models for Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
25
APR
2021
Das Fieber - Der Kampf gegen Malaria
Filmstart und Online-Premiere mit Filmgespräch
online
Alle Veranstaltungen...
https://www.klimaneutrale-kommunen.de/der-kongress/programm/?utm_source=medienpartner&utm_medium=forumcsr&utm_campaign=knk2021&utm_content=300x250px

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Energie

Die Kraft der Sonne erhellt bei Nacht die Straßen
Ein Hunsrückdorf ist Namensgeber für das „Horner Modell“: Photovoltaik plus Speichertechnik reduziert die Stromkosten
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Nachhaltigkeitswettbewerb „Energiewende neu gedacht“: Mit deiner Idee die Zukunft gestalten

Leipziger Finanzforum (30.4.2021)

Globaler Klimaschutz:

Global Food Summit 2021: Foodtropolis. Urban. Circular. Food

Living Lakes auf dem nächsten Level

Die kleinteilige Bewirtschaftung und insbesondere kleine und mittlere Betriebe sind für den Biodiversitätsschutz von zentraler Bedeutung.

Erfolg neu definieren und die Welt verbessern:

Bergfreunde.de will CO2-Footprint weiter reduzieren und bekennt sich zur Science Based Targets Initiative

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Global Nature Fund (GNF)
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TourCert gGmbH
  • Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.)