Umwelt | Klima, 07.10.2019

"Höhere CO2-Preise notwendig - auch wenn es weh tut"

Unternehmen hätten sich mehr Anreize und auch Vorgaben für die Wirtschaft gewünscht

Eine Befragung ausgewählter Unternehmen im Verband UnternehmensGrün zeigt: Besonders der niedrige CO2 Preis macht die Beschlüsse das Klimapaket in der Wirtschaft wirkungslos - UnternehmensGrün hofft jetzt auf Nachbesserung. Auch beim Thema Mobilität und dem Einsatz von erneuerbaren Energien hätten die Unternehmen sich mehr Anreize und auch Vorgaben für die Wirtschaft gewünscht. 
 
Der vorgeschlagene CO2-Preis bietet keinen Anreiz, in Klimaschutzmaßnahmen und klimafreundliche Produkte zu investieren. © geralt, pixabay.com"Der vorgeschlagene CO2-Preis ist viel zu gering - das bietet keinen Anreiz, in Klimaschutzmaßnahmen und klimafreundliche Produkte zu investieren", erklärt Dr. Odette Deuber, Vorständin von UnternehmensGrün. "Wenn die CO2-Preise zu niedrig angesetzt sind, wird die Mehrzahl der Unternehmen Klimaschutz nicht in die Unternehmensstrategie einbetten. Aktuell bekommen sie das Signal, dass betriebliche Maßnahmen noch viele Jahre Zeit haben", so Deuber weiter.
 
"Mit der jetzigen Höhe wird sich in der Wirtschaft nichts ändern", analysiert auch Michael Hetzer, Geschäftsführer von elobau, einem Hersteller von Bedienelementen und Sensortechnik in Leutkirch, Baden-Württemberg. "Wir sind mit unseren Maßnahmen und der Klimaneutralität seit 2010 immer noch ein absoluter Exot in unserer Branche. Freiwillig passiert leider viel zu wenig, daher braucht es wohl oder übel Maßnahmen, die die Unternehmen zum Klimaschutz zwingen."
 
Vorgaben für emissionsfreie Fuhrparks fehlen
Viele Mitgliedsunternehmen von UnternehmensGrün verzichten schon heute freiwillig auf Gewinne, um mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen sicher zu stellen. "Wenn die Bundesregierung den Kampf gegen den Klimawandel ernst meint, reicht es nicht, dass Klimaschutz in der Wirtschaft nur freiwillig gelebt wird", erklärt UnternehmensGrün Geschäftsführerin Dr. Katharina Reuter. "Wir fordern Nachbesserungen bei der CO2-Bepreisung und raten dazu, den Empfehlungen der Wissenschaft von rund 50 Euro je Tonne CO2 als Einstiegspreis zu folgen", so Reuter. "Die innovative Wirtschaft ist bereit, so einen Beschluss mitzutragen - auch wenn es im Einzelnen weh tut."
 
Auch bei der betrieblichen Mobilität sei das vorgeschlagene Paket keine Hilfe: Viele Unternehmen seien durchaus in der Lage, beispielsweise ihren Fuhrpark auf emissionsfreie Elektro-Mobilität umzustellen. "Hier wären deutliche ordnungsrechtliche Signale wünschenswert gewesen", so Dr. Reuter. Bei Geschäftsreisen werde auch die stärkere Förderung der Bahn keine Veränderung im Verhalten bringen. "In der Wirtschaft zählen Tempo, Pünktlichkeit und Komfort sehr viel mehr als der Preis", so Reuter. Bei diesen Punkten braucht es Abhilfe!
 
Kontakt: Unternehmensgrün e.V., Bundesverband der grünen Wirtschaft


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Megatrends

Der Zauber von Olympia - und Geschichten von Hass und Hetze
Christoph Quarch wünscht sich einen Fokuswechsel in der Berichterstattung von den Olympischen Spielen
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • 66 seconds for the future
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SUSTAYNR GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TÜV SÜD Akademie
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • circulee GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig