Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim

NABU veröffentlicht neue Studie zur Müllverbrennung

Potenzial beim Recycling nutzen

Deutschland verbrennt zu viele Abfälle, die eigentlich gut recycelt werden könnten. Das sind die Erkenntnisse einer neuen Studie des Öko-Instituts und Alwast Consulting im Auftrag des NABU, die am 11. September in Berlin vorgestellt wurden.
 
Die Kreislaufwirtschaft kann ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. © falco, pixabayWürden wir unsere Abfallgesetze vollständig umsetzen, Müll konsequent trennen und geltende Recyclingquoten einhalten, müssten wir anstatt aktuell über 26 Millionen Tonnen nur noch 21 Millionen Tonnen Abfälle jährlich verbrennen. Von einem Entsorgungsnotstand, von dem aktuell häufig zu hören ist, wäre dann keine Rede mehr. Über ein Fünftel der derzeitigen Verbrennungskapazitäten deutscher Müllöfen könnte so reduziert werden. Im ehrgeizigsten Szenario der Studie sinken die Abfälle zur Verbrennung sogar um mehr als ein Drittel auf 17 Millionen Tonnen. Die Kreislaufwirtschaft kann somit ihren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, wenn die Müllverbrennung eine kleinere Rolle spielt als bisher. Vor allem wird immer noch zu viel Bioabfall verbrannt, statt diesen für die Strom- und Wärmegewinnung zu nutzen.
 
"In Deutschland haben wir ein riesiges ungenutztes Recyclingpotenzial, das wir ohne gravierende Gesetzesänderungen heben könnten. Dafür brauchen wir aber mehr Kommunen, welche die Biotonne für alle Haushalte einführen und mehr Kreise, die den Gewerbetreibenden bei der Mülltrennung genauer auf die Finger schauen. Außerdem darf die Verbrennung von Plastikabfällen, also von fossilen Energieträgern, nicht länger steuerfrei bleiben. Das sollte auch im geplanten Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
 
Gäbe es eine flächendeckende Biotonne in Deutschland, könnten fast vier Millionen Tonnen des Bio- und Grünguts zu Biogas vergärt und zu Kompost verwandelt werden, statt in den Verbrennungsöfen zu landen. Ähnliches gilt für Verpackungsabfälle: Wenn die Recyclingvorgaben des Verpackungsgesetzes eingehalten würden, könnten eine Viertelmillion Tonnen Verpackungsabfälle als Recyclingmaterial ein zweites Leben erhalten. Mit einer flächendeckenden Wertstofftonne, in der neben Verpackungen auch Produkte aus Kunststoffen und Metallen gesammelt werden, würden knapp eine Millionen Tonnen Verpackungen in das Recycling geschleust statt in Verbrennungsanlagen. So ließen sich über 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bei Gewerbeabfällen gibt es gesetzliche Vorgaben für mehr Recycling, die jedoch aufgrund fehlender Kontrollen der Gewerbetreibenden und Behandlungsanlagen nicht eingehalten werden. Durch Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung könnte man somit weitere 1,7 Millionen Tonnen Abfälle jährlich der Verbrennung entziehen und 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
 
Die Studie zeigt außerdem, dass 49 der 66 Müllverbrennungsanlagen in Deutschland bis zum Jahr 2030 modernisiert werden müssen. Diese Modernisierungen, die aufgrund von Materialverschleiß etwa alle 25 Jahre erfolgen müssen, betreffen über 60 Prozent der heutigen Gesamtkapazitäten. Anstatt Hunderte von Millionen Euro in die Sanierung alter Anlagen zu stecken, sollten Bund, Länder, Städte, Kreise und Betreiber auf bessere Getrenntsammlung setzen und gemeinsame Konzepte für den räumlich sinnvollen Rückbau der Verbrennungsanlagen erarbeiten. "Das Geld wäre viel besser aufgehoben, würde man es in eine effektive Entsorgungsinfrastruktur mit mehr Sortierung und Recycling, mehr Abfallberatung und Maßnahmen zur generellen Reduzierung unserer Müllmengen stecken," so NABU-Abfallexperte Michael Jedelhauser.
Kontakt: NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) | presse@NABU.dewww.nabu.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
19
MAI
2026
BEAM
Hospitality Gamechanger Summit
I-39100 Bozen, 19.-20.05.2026
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
10
JUN
2026
Climate Transformation Summit (#CTS2026)
Making Scope 3 Action Our Business - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
12053 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

Innovation und Kreativität brauchen Spielräume
Christoph Quarchs Gedanken zum Frühlingserwachen
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt.

Jetzt auf forum:

Fossiler Rückschritt statt versprochener Modernisierung

Sonderausgabe forum future construction

Nationale Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung: Starkes Signal für den Ausbau, schwaches Signal für die Nachhaltigkeit

How to avoid to overshoot

Tiny Talks und Workshops zeigen das Potenzial des kleinen Wohnens

Faire Standards statt doppelter Maßstäbe: Bündnis fordert verbindliche Regeln für Import-Lebensmittel

Glyphosat: EU-Kommission ignoriert Gerichtsurteil – Aurelia Stiftung setzt Frist

Sharena Fabrika kündigt Kurs zum Erwerb des Permakultur-Design-Zertifikats an

  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • 66 seconds for the future
  • SUSTAYNR GmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • ZamWirken e.V.
  • circulee GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH