Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

70 Prozent weniger Kinderarbeit: Das Versprechen der Schokoladenindustrie droht zu scheitern

Entwicklungsorganisation fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert die Entwicklungsorganisation INKOTA die Bundesregierung auf, Unternehmen gesetzlich zur Einhaltung der Menschenrechte in ihren Auslandsgeschäften zu verpflichten. Noch immer arbeiten rund zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen in Westafrika. Dabei hat sich die Schokoladenindustrie selbst zum Ziel gesetzt, die Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren. INKOTA ist überzeugt: Die Schokoladenindustrie wird dieses Ziel verfehlen, wenn die Hauptursache für Kinderarbeit nicht beseitigt wird. Die Mehrheit der Kakaobäuerinnen und -bauern lebt deutlich unter der Armutsgrenze und kann sich deshalb keine bezahlten Arbeitskräfte leisten. Das Beispiel zeigt, dass Selbstverpflichtungen von Unternehmen nicht ausreichen, um Kinderarbeit wirksam zu bekämpfen.

Kinderarbeit im Kakaoanbau in Ghana und in der Elfenbeinküste © INKOTA, Make Chocolate FairGroße Schokoladenhersteller wie Nestlé, Mars und Ferrero hatten gemeinsam mit den Regierungen der Côte d’Ivoire und Ghana bereits 2001 das Harkin-Engel-Protokoll unterzeichnet. In dieser freiwilligen Vereinbarung versprachen die Unternehmen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2005 zu beenden. Das Ziel wurde mehrfach revidiert, aktuell strebt die Industrie eine Reduzierung der Kinderarbeit um 70 Prozent bis 2020 an. „Jeder weitere Tag, an dem wir so weitermachen wie bisher, ist ein verlorener Tag für die Kinder im Kakaoanbau", sagt INKOTA-Referent Johannes Schorling.
 
Die Schokoladenhersteller haben ein Instrument entwickelt, mit dem Kinderarbeit reduziert werden soll. Mit dem Child Labour Monitoring and Remediation System (CLMRS) werden Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt und betroffene Familien unterstützt, damit die Kinder in die Schule gehen können und nicht mehr auf den Plantagen arbeiten müssen. Das System weist zwar erste Erfolge auf – es erreicht aber nur einen Bruchteil der betroffenen Familien. „Immer wieder hören wir von Unternehmen, das System sei zu teuer und zu aufwendig, um es auszuweiten", kritisiert Johannes Schorling. „Der Schutz der Menschen- und Kinderrechte ist vielen Unternehmen offensichtlich nicht die nötigen Mittel wert." Außerdem gelte auch hier: Das Armutsproblem der Kakaobauernfamilien und die zu niedrigen Kakaopreise blieben außer Acht. „Wenn Schokoladenunternehmen einen nachhaltigen Kakaosektor ohne Kinderarbeit erreichen wollen, brauchen wir existenzsichernde Kakaopreise", so Schorling.
 
Die Bundesregierung versäumt es bisher, Unternehmen konsequent zur Einhaltung der Menschenrechte in ihren Auslandsgeschäften zu verpflichten. Bisher sieht der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte lediglich vor, dass 50 Prozent der deutschen Unternehmen die Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht bis 2020 freiwillig umsetzen. Bundeskanzleramt und Wirtschaftsministerium verzögerten in den letzten Wochen einen Monitoring-Prozess, in dem die Umsetzung dieses Ziels überprüft werden soll. „Die Bundesregierung darf die Menschenrechte nicht länger ausbremsen", so Johannes Schorling. „Wir brauchen endlich ein Gesetz, das alle Unternehmen verpflichtet, menschenrechtliche Risiken in ihren Lieferketten frühzeitig zu identifizieren und Abhilfe zu schaffen. Außerdem muss es für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen möglich sein, auch hierzulande vor Gericht auf Entschädigung zu klagen."
 
Weitere Informationen:

Kontakt: Johannes Schorling, INKOTA-netzwerk | schorling@inkota.dewww.inkota.de

Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 07.06.2019

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2024 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
30
MAI
2024
Klimacamp München
Mach mit!
80333 München, Königsplatz
01
JUN
2024
Corso Leopold
Musik. Kunst. Kulinarisches. Diskurs. Inspiration.
80804 München, Leopoldstraße
06
JUN
2024
Change Makers Dialogues #2 an der KLU in Hamburg
Nachhaltigkeit messen, zählen, wiegen.
20457 Hamburg
Alle Veranstaltungen...
The VinylPlus Sustainability Forum 2024. Together towards higher ambitions

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Rückwärtsgewandte Alte-Weiße-Männer-Politik
Christoph Quarch wünscht sich von der FDP eine zeitgemäße und zukunftsfähige Version des Liberalismus
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Hurra, das neue forum Magazin kommt und die Sonne scheint

Acht-Wochen-Challenge: Schnell noch Blühoasen für Bienen schaffen

Oikocredit legt Impact Studie vor

Der nächste Schritt

Millionenfache Kontakte:

202030 - The Berlin Fashion Summit, July 02 - 03, 2024

Neven Subotic erhält Preis des Bundesentwicklungsministeriums

FarmInsect schmiedet strategische Partnerschaft mit AGRAVIS

  • Engagement Global gGmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Kärnten Standortmarketing
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • circulee GmbH
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig