Technik | Energie, 29.05.2019
Starkes Netzwerk für die dezentrale Energiewende in Europa
Projekt "Energiewende PartnerStadt" fördert den europaweiten Austausch zwischen kommunalen Akteurinnen und Akteuren
Städte, Gemeinden, Landkreise und ihre Stadtwerke sind Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Energiewende und Energieeffizienzmaßnahmen. Eine Jury hat fünf europäische Partnerschaften für "Energiewende PartnerStadt" auswählt. In Berlin fand gestern das Auftakttreffen statt. Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) und die HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform (HVGP) fördern mit dem Projekt den kommunalen Austausch mit Workshops, Exkursionen und Vernetzungstreffen.
Ziel des Projekts "Energiewende PartnerStadt" ist, über Ländergrenzen hinaus Know-how und Erfahrungen zur lokalen Energiewende auszutauschen, den Technologietransfer im Bereich Erneuerbare Energien zu erleichtern und den Zusammenhalt in Europa zu unterstützen. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt (AA) gefördert. Gestern haben sich die fünf als Gewinner ausgezeichneten Paare in Berlin zum Auftakt getroffen: Braunsbedra (Sachsen-Anhalt) und Kozani (Griechenland), Marburg-Biedenkopf (Hessen) und Koscierczyna (Polen), Steinhagen (Nordrhein-Westfalen) und Woerden (Niederlande), Pfaffenhofen (Bayern) und Galway (Irland) sowie Alheim (Hessen) und Dunleer (Irland).
In den kommenden drei Jahren werden sich die fünf Energiewende Partnerstadtpaare in Workshops und Veranstaltungen vernetzen, voneinander lernen sowie Exkursionen zu erfolgreichen Praxisbeispielen unternehmen. Mit dem Projekt werden sowohl Vorbild-Kommunen in ihrem Transformationsprozess unterstützt und das gegenseitige Verständnis für energiewirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Interessen vertieft als auch Ideen für die Herausforderungen der kommenden Jahre entwickelt: etwa der Übergang von Kohlestrom zu Erneuerbaren Energien oder die Förderung von Klimabildung oder die genossenschaftliche Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.
"Das Netzwerk ist so wichtig, weil wir Kommunen brauchen, um die Energiewende umzusetzen und die Wertschöpfung vor Ort zu steigern", sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. Zur kommunalen Wertschöpfung der Erneuerbaren Energien gehören Steuereinnahmen, Pachteinnahmen, Einsparungen bei den Energiekosten und Arbeitsplätze.
Städtepartnerschaften sind wichtig für Kulturaustausch und Völkerverständigung - das Projekt ist also auch ein Bekenntnis für Europa und seine offenen Grenzen. "Wir möchten einen kleinen Beitrag leisten, auch im aktuellen politischen Klima für europäische Lösungen in Energiewende und Klimaschutz zu werben", betont HVGP-Präsidentin und Projektpartnerin Prof. Dr. Gesine Schwan.
Die Expertenjury, bestehend aus HVGP, AEE, AA, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Verband kommunaler Unternehmen, hatte sich im März 2019 für die fünf Kooperationen auf Basis von eingereichten Projektideen entschieden. Auf der AEE-Informationsplattform www.unendlich-viel-energie.de werden regelmäßig Updates zum Projekt, Porträts, Veranstaltungen und Workshops veröffentlicht.
Die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) leistet Überzeugungsarbeit für die Energiewende. Ihre Aufgabe ist es, über die Chancen und Vorteile einer Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien aufzuklären - vom Klimaschutz über eine sichere Energieversorgung bis hin zur regionalen Wertschöpfung. Die AEE wird getragen von Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren Energien. Sie arbeitet partei- und gesellschaftsübergreifend. Mehrere ihrer Kommunikationsprojekte werden von den Bundesministerien für Wirtschaft und für Landwirtschaft gefördert.
Kontakt: Agentur für Erneuerbare Energien e.V. | i.mueller@unendlich-viel-energie.de
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