66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Umwelt | Klima, 15.05.2019

Deutsche erkennen die Führungsrolle der EU im Kampf gegen den Klimawandel an, fordern aber mehr Anstrengungen

Sechster Teil der Ergebnisse von Umfrage veröffentlicht

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat heute den sechsten und letzten Teil der Ergebnisse einer gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführten Umfrage veröffentlicht. Die Umfrage gibt Aufschluss darüber, was die Menschen in der Europäischen Union, in den Vereinigten Staaten und in China über den Klimawandel denken. Diese letzten Ergebnisse geben Aufschluss darüber, was die Bürgerinnen und Bürger im Kampf gegen den Klimawandel von der EU erwarten und worauf es ihnen beim Klimaschutz vor allem ankommt.
 
© EIBLaut Umfrage erachten die Deutschen die Europäische Union und die Kommunen als die wichtigsten öffentlichen Akteure im Kampf gegen den Klimawandel. 21 Prozent der Deutschen fühlen sich bei ihren Klimaschutzbemühungen von der EU unterstützt. Ebenso viele sehen sich von den Kommunen unterstützt. Die Nationalregierungen schneiden in dieser Hinsicht um drei Prozentpunkte schlechter ab. 27 Prozent der Europäerinnen und Europäer fühlen sich bei ihren Klimaschutzbemühungen von der EU unterstützt, während der Anteil der Deutschen, die das bestätigen, sechs Prozentpunkte niedriger ist.
 
Insgesamt sind die Deutschen nicht zufrieden mit der Wirksamkeit der Klimaschutzmaßnahmen öffentlicher Institutionen. Nur 27 Prozent der Deutschen stufen die Maßnahmen der EU als wirkungsvoll ein. Andere öffentliche Einrichtungen schneiden bei den Deutschen sogar noch schlechter ab: Nur 25 Prozent der Befragten beurteilten die Aktivitäten der Kommunen und internationalen Organisationen als positiv. Interessant ist, dass nationale Maßnahmen besser eingestuft und von 28 Prozent der Deutschen als wirkungsvoll empfunden werden. Interessanterweise sind die Meinungen zum Beitrag der EU je nach Alter der Befragten sehr unterschiedlich: 35 Prozent der Bevölkerung in der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen erachten die Maßnahmen der EU als wirkungsvoll, in der Altersgruppe 55plus sind es nur 21 Prozent der Deutschen.
 
Bei der Frage, welche drei wichtigen Klimaschutzmaßnahmen sie umsetzen würden, wenn sie Kanzler/Kanzlerin wären, entschieden sich 39 Prozent der Deutschen dafür, bis 2025 die Abholzung von Wäldern zu beenden und gleich viele Befragte für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr ab 2020. Diese Maßnahmen standen auch bei den übrigen Europäerinnen und Europäern an oberster Stelle.
 
Auf regionaler Ebene würden 42 Prozent der Europäer und 41 Prozent der Chinesen der Beendigung der Wälderabholzung bis 2025 Priorität einräumen, während 30 Prozent der US-Amerikaner es als vorrangig erachten würden, bis 2050 den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen.
 
Emma Navarro, EIB-Vizepräsidentin mit Aufsicht über Klima- und Umweltfinanzierungen, kommentierte die Umfrageergebnisse: „Die Ergebnisse dieses letzten Teils der EIB-Umfrage zum Klimawandel unterstreichen die hohen Erwartungen, die die Bürgerinnen und Bürger beim Klimaschutz an die Europäische Union haben. Sie bestätigen die Führungsrolle und die Verantwortung, die die EIB als Bank der EU und weltweit größter multilateraler Geldgeber für Klimaprojekte übernehmen muss. Frühere Umfragen haben gezeigt, dass die Privatwirtschaft sich stärker für den Klimaschutz einsetzen muss und dass von den Bürgerinnen und Bürgern selbst ein hohes Engagement ausgeht. In Anbetracht dieser Erkenntnisse werden wir unsere Finanzierungen ausweiten und weiterhin privates Kapital mobilisieren, um unserer Gesellschaft einen schnelleren Übergang zu grüneren Wachstumsmodellen zu ermöglichen und zur Umsetzung des Pariser Abkommens beizutragen."
 
Die Maßnahmen, die deutsche Bürgerinnen und Bürger als Erstes durchführen würden, wenn sie an der Regierung wären:
  • Bis 2025 die Abholzung von Wäldern beenden (d. h. in den Kampf gegen die weltweite Abholzung von Wäldern investieren) – 39 Prozent
  • Bis 2020 die kostenfreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einführen – 39 Prozent
  • Ab 2020 Einkaufstüten aus Plastik verbieten – 33 Prozent
  • Bis 2025 die Stromerzeugung aus Kohle beenden – 29 Prozent
  • In die Erforschung und Planung von Maßnahmen zur CO2-Beseitigung investieren – 20 Prozent
  • Ab 2050 soll der gesamte Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden – 18 Prozent
  • Ab 2025 sollen neue Industrieanlagen CO2-arm sein – 17 Prozent
  • Bis 2030 die Herstellung von Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren beenden – 16 Prozent
  • Ab 2020 sollen Neubauten Niedrigstenergiegebäude sein – 12 Prozent
  • Weiß nicht – 7 Prozent
  • Bis 2050 sollen bestehende Gebäude zu Niedrigstenergiegebäuden nachgerüstet werden – 5 Prozent
  • Nichts davon – 3 Prozent
  • Es gibt gar keinen Klimawandel – 2 Prozent
Die EIB-Umfrage zum Klimawandel
Die Europäische Investitionsbank hat gemeinsam mit dem internationalen Meinungsforschungsinstitut YouGov Menschen über den Klimawandel befragt. Die Umfrage soll zur breiteren Diskussion über den Klimawandel beitragen und Aufschluss darüber geben, was die Menschen über den Klimaschutz denken und welche Erwartungen sie dazu hegen. Diese Umfrage ist die letzte von insgesamt sechs Umfragen, die die EIB 2018 und 2019 zu bestimmten Schwerpunktthemen durchgeführt hat. An der Umfrage nahmen 25 000 Personen teil, wobei für jedes Land eine repräsentative Stichprobe ausgewählt wurde.
 
Die Europäische Investitionsbank
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen, sowohl in Europa als auch weltweit. Die EIB ist in rund 160 Ländern tätig und der weltweit größte Geldgeber für Klimaschutzinvestitionen. In den fünf Jahren bis 2020 will sie 100 Milliarden US-Dollar für die Ziele des Pariser Abkommens bereitstellen.
 
YouGov
YouGov ist eine internationale Daten- und Analysegruppe. Ihre Daten basieren auf einem hochgradig partizipativen Panel, bestehend aus weltweit sechs Millionen Menschen. Aus diesem kontinuierlichen Datenstrom, kombiniert mit YouGovs breiter Forschungsexpertise und Branchenerfahrung, hat die Gruppe eine systematische Forschungs- und Marketingplattform entwickelt.
 
Kontakt: Andrea Bresch, Edelman GmbH | andrea.bresch@edelman.comwww.edelman.com


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Gute Politik bedient nicht Partikularinteressen
Christoph Quarchs Überlegungen zum Wahlsonntag
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen

No Healthy Soil, no Future

Freiheit des Saatguts ist Freiheit des Lebens

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?

Was würde ohne Frauen eigentlich stillstehen?

Mikroplastik-Alarm: Neue Studien zu PET-Recycling und alternative Lösungen

Nachhaltige Textilkreisläufe

MyBed – moderne Betten für komfortablen und nachhaltigen Schlaf

  • circulee GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • TÜV SÜD Akademie
  • WWF Deutschland
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)