B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!
Halfar. Starke Taschen | Nachhaltigkeit im Fokus | Recycling-Materialien

Die Bienen haben es geschafft

Erfolgreichstes Volksbegehren der Geschichte in Bayern

Bayerns Bürgerinnen und Bürger wünschen sich einen wirksamen Schutz der Artenvielfalt und die Förderung einer naturnahen Landwirtschaft. Dies ist das klare Signal, das vom Ausgang des „Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!" an die Politik ausgeht. Mit einer Beteiligung von 18,4 Prozent der Wahlberechtigten ist es das erfolgreichste Volksbegehren der Geschichte in Bayern. Insgesamt haben sich 1.745.383 Bürger eingetragen. Der Zuspruch liegt deutlich über den Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern (14,3 Prozent, 2013) und zum Nichtraucherschutz (13,9 Prozent, 2009) und selbst über dem bisher erfolgreichsten Volksbegehren Christliche Volksschule (17,2 Prozent, 1967).
 
Kein Volksbegehren in der Geschichte bekam von den Bürgern soviel Unterstützung wie dieses. © Volksbegehren Artenvielfalt„Wir haben fest mit dem Erfolg gerechnet und sind doch überwältigt", sagt Agnes Becker, die Beauftragte des Volksbegehrens und Stellvertretende Vorsitzende der ÖDP Bayern, nach der endgültigen Auszählung der Stimmen. „Der Auftrag der Bevölkerung an die Politik ist eindeutig: der Artenschutz muss in Zukunft verbindlich geregelt werden, und zwar gemeinsam mit der Landwirtschaft."
 
In allen sieben Regierungsbezirken und vor allem auch in allen bayerischen Landkreisen wurde laut vorläufigem Auszählungsergebnis des Landeswahlleiters die gesetzliche Hürde von zehn Prozent der Eintragungen deutlich genommen. Am stärksten schnitten die Regierungsbezirke Mittelfranken (20,6%), Oberbayern (20,3%) und Schwaben (18,0%) ab.
 
Unter den größeren Städten führen Erlangen (24,9%), Bamberg (21%), und Würzburg (20,9%). Die Landeshauptstadt München kam auf 20,5 Prozent. Auch in stark ländlich geprägten Regionen wie Oberfranken (16,7%) oder Niederbayern (13,9%) war der Zuspruch für das Volksbegehren deutlich.
 
Zu den Kernforderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt gehört der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft in Bayern, die Vernetzung von Lebensräumen in einem landesweiten Biotopverbund, die Einhaltung von Uferrandstreifen an Gewässern, die Umwandlung von zehn Prozent des bayerischen Grünlands in Blühwiesen und die pestizidfreie Bewirtschaftung der staatlichen Flächen. Im Zusammenspiel sollen diese Maßnahmen den bedrohten Tier- und Pflanzenarten Bayerns eine echte Überlebenschance bieten. Die Initiatoren des Volksbegehrens sind sich dabei einig, dass mehr Artenschutz keinesfalls landwirtschaftliche Existenzen gefährden soll.
 
Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, gerade kleinen und mittleren Betrieben in der Landwirtschaft neue Chancen zu eröffnen. „Trotz einer zum Teil massiven Gegenkampagne mit bewusster Desinformation haben die Bürgerinnen und Bürger klar verstanden, worum es geht: Dies ist ein Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt. Es ermöglicht den Bauern, auf naturverträgliche Landwirtschaft umzustellen", so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Der Gesetzentwurf des Volksbegehrens muss nun innerhalb der nächsten vier Wochen in den bayerischen Landtag eingebracht werden. Lehnt das Parlament ihn ab, kann der Landtag einen Gegenentwurf vorschlagen, der gemeinsam mit dem Gesetz des Volksbegehrens in einem Volksentscheid zur Wahl gestellt wird. „Der überwältigende Erfolg des Volksbegehrens zeigt, wo die Latte hängt. Unser Gesetzentwurf beinhaltet das Minimum an Naturschutz und Ökologisierung der Landwirtschaft, darunter geht es nicht mehr", so Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag. „Eine Mogelpackung, bei der unsere Forderungen weichgespült werden, wird weder von uns noch den Bürgern akzeptiert.
 
Direkte Demokratie hat eine lebendige und jahrzehntelange Tradition in Bayern. Ein Volksbegehren bietet jedem Wahlberechtigten die Chance, zu einer konkreten Sachfrage Stellung zu beziehen und selbst zum Gesetzgeber zu werden – unabhängig von der Parteipräferenz. Bayerns Bürger haben diese Möglichkeit immer wieder ergriffen, um der Politik mit vernünftigen Gesetzesinitiativen den richtigen Weg zu weisen. So etwa bei dem erfolgreichen Volksbegehren zum Nichtraucherschutz – oder jetzt beim „Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!". Wie dringend das Thema Naturschutz und Artenerhalt in weiten Teilen der Bevölkerung empfunden wird, zeigt sich nicht nur am hohen Prozentsatz der Eintragungen, sondern auch an dem breiten, überparteilichen Bündnis der Unterstützer, gebildet von Kirchen, Verbänden und über 170 Organisationen und Unternehmen aus allen Teilen der Gesellschaft. „Diese enorme Resonanz auf das Volksbegehren ist der Beweis dafür, dass die direkte Demokratie in Bayern lebt. Das Instrument der Volksgesetzgebung hilft den Menschen aus der politischen Ohnmachtsfalle – es macht sie zu souveränen Entscheidern in eigener Sache", freut sich Richard Mergner, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern.
 
Kontakt: Markus Erlwein, Volksbegehren Artenvielfalt

Umwelt | Naturschutz, 14.02.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
25
SEP
2020
Globaler Klimastreik
Wir streiken zur Energiewende und Klimagerechtigkeit!
deutschlandweit
15
OKT
2020
Expertenforum Nachhaltigkeit
Antriebstechnologien der Zukunft – wo steuern wir hin?
89073 Ulm und online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Countdown für Planet B
Leila Dreggers Plädoyer für einen Aufbruch ins utopische Denken. 7 - Geschlechterlust auf Planet B

Jetzt auf forum:

In den Kommunen entscheidet sich die Zukunft…

Mülheim soll „Cradle to Cradle“-Zukunftsstadt werden

Höchste Qualität gehört zum PRIMAVERA Markenkern: Förderprojekt für beste Rohstoffe

Ab 2021 klimaneutral: 1. FC Köln erhält als erster Proficlub das Zertifikat „Nachhaltiger Wirtschaften“

Digitalisierung, Lieferketten, Transparenz – MBA Sustainability Management der Leuphana erweitert Studiengangsspektrum um vier neue Vertiefungsmodule

Digital Leader Award 2020 für „AfB social & green IT“

Engagiert für den Klimaschutz: Die Provadis Hochschule unterstützt seit fünf Jahren insgesamt mehr als 250 internationale Greentech-Start-ups

Projekt "Blühende Industriegebiete" zeigt enormes Potenzial von Industrie und Gewerbe

  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.
  • TourCert gGmbH