70 Jahre Menschenrechte – ein Grund zu feiern?

Fairtrade-Organisation fordert verbindliche Gesetze zum Schutz von Kleinbauern

Vor siebzig Jahren stimmte die UN-Generalversammlung mit 48 Ja-Stimmen für die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Ein großer Erfolg, doch die positiven Folgen lassen in vielen Ländern auf sich warten. Inzwischen rücken vor allem Unternehmen immer stärker in den Fokus der Verantwortung: „Der Schutz der Menschenrechte hängt mittlerweile wesentlich vom Handeln multinationaler Unternehmen ab. Aber es fehlen rechtliche Sanktionen für Firmen, die Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferkette zulassen. Deutschland ist Schlusslicht im internationalen Vergleich", so TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath. Staaten wie Großbritannien oder Frankreich schufen bereits verbindliche Gesetze zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen. Deutschland bleibt mit seinem Nationalen Aktionsplan dagegen hinter den Erwartungen zurück.
 
70 Jahre Menschenrechte: ein Meilenstein ohne Verbindlichkeit
Fairtrade-Organisation fordert ein verbindliches Gesetze zum Schutz von Kleinbauern. © katja, pixabay.comEin Großteil der Firmen lebt vom Handel mit Waren des globalen Südens oder hat die Produktion an kostengünstige Standorte im Ausland verlagert. Dabei schenken viele Unternehmen menschenrechtlichen Risiken entlang der Wertschöpfungskette zu wenig Aufmerksamkeit. „Durch die Zertifizierung der Akteure entlang der Lieferketten leistet Fairtrade gemeinsam mit Lizenz- und Handelspartnern einen Beitrag zu mehr Transparenz, was die Voraussetzung zur Einhaltung von Menschenrechten ist. Aber weniger engagierte Unternehmen untergraben diese Bemühungen häufig, indem sie sich durch Billigproduktion und Lohndumping höhere Marktanteile sichern", erklärt Dieter Overath von TransFair e. V. Aus diesem Grund braucht es dringend verbindliche Gesetze, die Fehlerverhalten der Unternehmen bestrafen und den fairen Handel fördern.
 
Kleinbauern stärken, um Menschenrechte zu schützen – Deutschland muss mitziehen!
Kleinbauern gehören zu den Schutzbedürftigsten des globalen Handels: Bis 2060 wird alleine im Bananenbau ein Flächenverlust von 60 Prozent erwartet. Schuld daran ist unter anderem der von den Industriestaaten verursachte Klimawandel, aber auch Preisdumping entlang der Lieferkette, Landflucht und fehlende Zukunftschancen in der Landwirtschaft verschärfen die Situation der Kleinbauern. „In einer von Konkurrenzdenken beherrschten Welt, setzt Fairtrade auf Dialog, Nachhaltigkeit und Empowerment", beschreibt Diomedes Rodriguez, Mitglied der Kakao- und Bananenkooperative in Panama, den Ansatz von Fairtrade. Weil Fairness klare Spielregeln braucht, muss die Politik aktiv werden und verbindliche Gesetze für Handel sowie Menschenrechte schaffen.
 
Um gerade Kleinbauern auch per Gesetz besser zu schützen, hatten die Vereinten Nationen erst im November dieses Jahres eine Erklärung zur Stärkung der Bauernrechte im Menschenrechtsrat mit großer Mehrheit verabschiedet. Trotz der Aufforderung von TransFair und vielen weiteren NGOs für die Erklärung zu stimmen, enthielt sich Deutschland bei der Abstimmung.
 
Weiterführende Informationen:
Hintergrund:
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen. www.fairtrade-deutschland.de
TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Fairtrade-Organisationen aus 25 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind.
 
Fairtrade International entwickelt die international gültigen Fairtrade-Standards. www.fairtrade.net
 
Alle beteiligten Akteure entlang der Lieferkette werden regelmäßig von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011). www.flocert.net
 
Kontakt:
Claudia Brück, TransFair - Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Lifestyle | Essen & Trinken, 07.12.2018
     
Cover des aktuellen Hefts

Jetzt reicht's!

forum 04/2020

  • Klimaschutz als Volkssport
  • Marketing for Future
  • Systemrelevant
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
17
FEB
2021
BIOFACH und VIVANESS
Shaping Transformation. Stronger. Together.
online
11
MÄR
2021
Kinostart „Now" - „If you fail, we will never forgive you!"
A Film for Climate Justice by Jim Rakete
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Impfchaos?
Der große Hoffnungsanker Impfung droht zum Stolperstein zu werden. Für unseren Philosophen Christoph Quarch kommt das nicht überraschend.

Jetzt auf forum:

Wer, wenn nicht er?

JOBLINGE: Gemeinsam mit vielfältig engagierten Unternehmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

Followfood zahlt Impact Investor BonVenture aus

Cookies & Datenschutz - was ist 2021 zu beachten?

Keinen Millimeter Abweichung

Die Woche der Veränderung

Jabil baut Kapazitäten für nachhaltige Verpackungen mit dem Kauf von Ecologic Brands™ aus

Die Hälfte vom Teller für Obst und Gemüse

  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • TourCert gGmbH
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)