Deutsche Umwelthilfe kritisiert Klima-Langfriststrategie der EU als nicht weitreichend genug

EU bräuchte Null-Emissionsziel bis 2040, um 1,5-Grad-Ziel zu erreichen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt, dass die EU mit ihrer Klima-Langfriststrategie Szenarien für Null CO2-Emissionen bis 2050 erarbeitet hat. Jedoch gehen diese aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes nicht weit genug. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, bräuchte die EU ein Null-Emissionsziel bis 2040. Ebenso fehlen klare und verbindliche Meilensteine bereits für 2030, um den Prozess schon jetzt anzustoßen und wichtige Klimaschutzmaßnahmen nicht auf die lange Bank zu schieben.
 
Die vorgelegte Strategie reicht nicht aus, um die Klimaziele von Paris einzuhalten. © byrev, pixabay.comDazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die vorgelegte Strategie reicht nicht aus, um die Klimaziele von Paris einzuhalten. Klimaschutzmaßnahmen sind keine Aufgabe der 30 Jahre entfernten Zukunft, sondern sie müssen jetzt angestoßen werden. Meilensteine bis 2030 wären das Mindeste, auch um die Mitgliedsstaaten heute schon zum Handeln zu bewegen. Die EU-Kommission ist aufgefordert, hier dringend nachzubessern und das Null-Emissionsziel für 2040 vorzugeben."
 
Die DUH kritisiert, dass die EU die Chance vertan hat, im Vorfeld des Klimagipfels in Kattowitz ein deutliches Signal an die internationale Staatengemeinschaft zu senden, und zu zeigen, dass sie bereit ist, schnell und entschlossen zu handeln, um den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.
 
Die EU-Kommission weist in ihrem Strategiepapier darauf hin, dass die aktuelle europäische Klimapolitik der Mitgliedstaaten nur zu einer Treibhausgasminderung von minus 45 Prozent bis 2030 und minus 60 Prozent bis 2050 führen wird.
 
„Das Fehlen von Zwischenzielen bedeutet als Konsequenz, dass auch kein Druck auf die nationalen Regierungen ausgeübt werden kann, wenn Zielverfehlung droht," so Müller-Kraenner weiter. Die Langfriststrategie und die dazugehörigen Szenarien sollen auch ein deutliches Signal an die Mitgliedsstaaten senden, ihre nationalen Klimapläne zu überarbeiten und anzupassen. Diese müssen bis Ende 2018 der EU-Kommission vorgelegt werden.
 
Die DUH sieht die Bundesregierung in der Pflicht, zeitnah bei ihren eigenen Maßnahmen nachzuschärfen. Dazu Peter Ahmels, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH: „Die Bundesregierung zeigt weiterhin keine Ambitionen, ihr selbst gestecktes Ziel einer Reduktion der Treibhausgase um 55 Prozent bis 2030 zu erreichen und setzt auf ein ‚weiter so‘. Der Nationale Energie- und Klimaplan wird nur die bereits bekannten Ziele und Maßnahmen enthalten. Nicht einmal die taugen dazu, die bisherigen schwachen Ziele zu erreichen. Hier muss die Bundesregierung nachbessern."
 
Die heute von der EU-Kommission veröffentlichte Klima-Langfriststrategie bis 2050 dient als Grundlage für die künftige europäische Klima- und Energiepolitik. Sie wird voraussichtlich im Mai 2019 von den Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen unter rumänischer Ratspräsidentschaft diskutiert.
 
Kontakt: Andrea Kuper, Deutsche Umwelthilfe e.V. | presse@duh.dewww.duh.de

Umwelt | Klima, 28.11.2018
     
Cover des aktuellen Hefts

Jetzt reicht's!

forum 04/2020

  • Klimaschutz als Volkssport
  • Marketing for Future
  • Systemrelevant
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
17
FEB
2021
BIOFACH und VIVANESS
Shaping Transformation. Stronger. Together.
online
11
MÄR
2021
Kinostart „Now" - „If you fail, we will never forgive you!"
A Film for Climate Justice by Jim Rakete
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Maßnehmen an der Weisheit des Lebens
Wenn weder Wissenschaft noch Kirche den Menschen in diesen Tagen Sinnperspektiven zu öffnen vermögen, dann ist die Zeit gekommen, etwas Sinnvolles zu tun: unsere Welt nachhaltig umzubauen.

Jetzt auf forum:

Wer, wenn nicht er?

JOBLINGE: Gemeinsam mit vielfältig engagierten Unternehmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

Followfood zahlt Impact Investor BonVenture aus

Cookies & Datenschutz - was ist 2021 zu beachten?

Keinen Millimeter Abweichung

Die Woche der Veränderung

Jabil baut Kapazitäten für nachhaltige Verpackungen mit dem Kauf von Ecologic Brands™ aus

Die Hälfte vom Teller für Obst und Gemüse

  • TourCert gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence