Geotab begleitet Sie auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Flotte

Den ökologischen Fuß­abdruck reduzieren

Grüner drucken

Trotz Digitalisierung verbrauchen wir mehr Papier denn je. Gedruckte Kommunikation empfinden immer noch viele Menschen als glaubwürdig und wertig. Print funktioniert. Daher sollten ökologische Aspekte bei der Planung und Produktion haptischer Kommunikation zunehmend eine wichtige Rolle einnehmen. Das macht Sinn, denn mit nur wenig Aufwand lässt sich die Umweltbilanz von Printobjekten erheblich verbessern.

© Fotolia, imactureAber Vorsicht: Auch die grafische Industrie kennt Greenwashing.
Vielen Entscheidern fehlt schlicht das Wissen, um Druckprodukte umweltschonend konzipieren und beauftragen zu können. Dabei ist das alles kein Buch mit sieben Siegeln. Wer ein paar Grundregeln befolgt, der kann schon eine Menge bewirken. Und dieses Vorgehen kann durchaus neben einer „nachhaltigen" Visitenkarte auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Wer möchte nicht ökologisch agieren und gleichzeitig Kosten sparen?

Die Herstellung einer Tonne Frischfaserpapier benötigt in etwa genauso viel Energie wie die Produktion einer Tonne Stahl. Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier dagegen benötigt bei der Herstellung rund 60 Prozent weniger Energie, 70 Prozent weniger Wasser und es werden über 63 Prozent CO2-Emissionen eingespart. Papierfasern können eine Vielzahl von Recyclingzyklen durchlaufen, wodurch Waldressourcen entlastet und Biodiversität erhalten wird. Wenn es denn unbedingt ein Papier aus Frischfasern sein muss, dann achten Sie darauf, dass dieses aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und FSC-zertifiziert ist.
Die Relevanz von Papier
Papier macht häufig den Großteil der Umweltbelastungen einer Drucksache aus. Im ungünstigsten Fall kann das eingesetzte Papier bis zu 80 Prozent aller entstehenden Emissionen verursachen. Nutzen Sie, wann immer möglich, Recyclingpapiere. Diese sind in ihren Eigenschaften kaum noch von Papieren aus Frischfasern zu unterscheiden und auch aus technischer und ästhetischer Sicht spricht nur selten etwas gegen deren Einsatz. Mit der Papierzertifizierung Blauer Engel stellen Sie zusätzlich sicher, dass bei der Produktion keine giftigen Chemikalien oder Zusatzstoffe eingesetzt werden.

Auch Herstellung und Vertrieb der Publikationen haben eine große Umwelt- und damit zunehmend auch Kostenrelevanz. Je niedriger das Papiergewicht, desto weniger Rohstoffe, Wasser und Energie wird für die Produktion sowie auch für die Distribution (Porto, Logistikkosten) benötigt. Es gibt so genannte Volumenpapiere aus Altpapier. Diese tragen bei identischem Stoffverbrauch wesentlich dicker auf und verfügen über eine hohe Opazität, scheinen also nicht beziehungsweise nur geringfügig durch. 135 g/m² Offsetpapiere mit einem 1,0-fachen Volumen beispielsweise sind kaum von einem 115 g/m² Recyclingpapier mit einem 1,3-fachen Volumen zu unterscheiden.

Ungenutzte Auflagen sind ökologischer und öko­nomischer Unsinn
Es ist verlockend, einfach 5.000 anstatt, wie ursprünglich geplant, 2.500 Exemplare einer Drucksache zu bestellen. Die Mehrkosten sind insbesondere bei den Onlinedruckereien ja marginal.

Bei der Planung einer Auflage sollte gewissenhaft vorgegangen werden. Jede neue Produktion kann ein Anlass dafür sein, die eigene Kundendatenbank zu analysieren. Sind Dubletten vorhanden? Muss der Kunde immer noch mit einem Katalog beschickt werden, obwohl dieser seit Jahren nicht mehr bestellt hat? Kann ich diesen Kunden anderweitig kontaktieren, um herauszufinden, ob er den Katalog überhaupt noch haben möchte?

Ermitteln Sie Ihre Auflage also gewissenhaft und lassen Sie sich nicht dazu verleiten, deutlich mehr zu bestellen, als benötigt wird.

Technische Optimierungen sparen Kosten und Emissionen
© fcalard, pixabay.comBereits bei der Planung können Sie ökologische Faktoren mit in Ihre Überlegungen einbeziehen. Denn auch hier gibt es einige Stellschrauben, die viel Sinn ergeben und in der Praxis ohne großen Aufwand umzusetzen sind.

Je kleiner das Format, desto weniger Papier, desto besser für die Umwelt. Gedruckt wird oft im A4-Format. Diese 21,0 x 29,7 cm wurden uns quasi schon in der Schulzeit beigebracht. Viele Werber und Verleger glauben, dass die Werbewirkung bei einer Formatreduzierung sinkt. Ganz im Gegenteil – ein unkonventionelles Format erregt mitunter eine größere Aufmerksamkeit und damit auch eine größere Werbewirkung.

Auch die Optimierung von Seitenzahlen und Formaten besprechen Sie vorab unbedingt mit Ihrem Druckpartner. Das Bogenformat hat einen großen Einfluss auf sinnvolle Optimierungsmaßnahmen.

Ebenso kann die genaue Einhaltung der Seitenzahlen im Bogen ein guter Weg sein, um Einsparungspotenziale zu entfalten. Vermeiden Sie, dass für beispielsweise nur zwei oder vier zusätzliche Seiten ein ganzer zusätzlicher Druckgang, mit entsprechender Plattenbelichtung, geleistet werden muss. Im Digitaldruck ist dies weniger tragisch, da dieses Verfahren komplett ohne Platten auskommt.

Verträgliche Veredelungen sind vorteilhaft
Der Einsatz von Lacken und Folien verursacht material- und verfahrensbedingt zusätzliche CO2-Emissionen und Ressourcenverbräuche. Das größere Problem ist aber, dass veredelte Produkte den Recyclingprozess erschweren oder verhindern können. Die Herstellung von recyceltem Papier setzt voraus, dass das eingesetzte Altpapier für den Prozess geeignet ist. Der zunehmende Einsatz von Veredelungen und neuen Druck- sowie Trocknungsverfahren gefährdet leider das reibungslose Papierrecycling zunehmend.
 
In Deutschland wird aktuell eine Papierrecyclingquote von rund 80 Prozent realisiert.

UV-Lackierungen und beidseitige Folienkaschierungen bereiten Probleme. Die wertvollen Papierfasern gehen eine feste Bindung mit der Druckveredelung ein und lassen sich beim Papierrecycling nicht mehr voneinander trennen. Blindprägungen und Stanzungen hingegen sind für den Recyclingprozess völlig unbedenklich. Mit diesen Veredelungen lassen sich ebenfalls eindrucksvolle Effekte erzielen, die ohnehin deutlich besser zum Image eines nachhaltigen Printproduktes passen. Unterm Strich bedeutet der Verzicht auf Druck­veredelungen immer eine bessere Ökobilanz.

Mit diesen Indikatoren können Sie umweltfreundliche Druckereien identifizieren:
  • regelmäßige Veröffentlichung einer Umwelterklärung
  • Zertifizierung nach EMAS III und / oder ISO 14001
  • Möglichkeit, Druckprodukte mit dem Blauen Engel zertifizieren zu lassen
  • Verzicht auf UV-Trocknung
  • Einsatz mineralölfreier Druckfarben, Farben auf Pflanzenölbasis
  • Überwiegender Einsatz von Recyclingpapieren
  • Umsetzung diverser Maßnahmen, wie Photovoltaik- und Wärmerückgewinnungsanlagen etc.
  • ganzheitliches Ökomanagement, Gemeinwohl-Ökonomie
Zunehmend ist zu beobachten, dass Druckereien aus wirtschaft­lichen und/oder organisatorischen Gründen auf entsprechende Zertifizierungen verzichten. Diese Betriebe müssen jedoch nicht zwingend weniger umweltfreundlich agieren. Das macht die Auswahl an aufrichtig dem Umweltschutz verpflichteten Druckereien nicht einfacher. Tipp: Sprechen Sie mit den Verantwortlichen. Erkundigen Sie sich, welche ökologischen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt wurden und welche für die Zukunft geplant sind.
Voraussetzung für Glaubwürdigkeit
Wie bereits erwähnt lässt sich alleine bei der Planung schon sehr viel unternehmen, um eine Produktion möglichst ökologisch zu gestalten. Es braucht zwar nicht zwingend eine umweltfreundliche Druckerei, doch ist die Zusammenarbeit mit speziell ausgerichteten Anbietern die richtige Wahl, da diese Betriebe mit einer geringeren Umweltbelastung arbeiten, was letztlich auch der Ökobilanz Ihres Druckjobs und Ihrer Organisation zugute kommt. Solche Unternehmen sind zu unterstützen, da diese einen nicht unerheblichen Einsatz bringen, um ihre Leistungen bezüglich Ökologie und Ressourceneffizienz stetig zu verbessern. Zusätzlich signalisieren Sie als Kunde durch die Zusammenarbeit mit solch ausgewählten Unternehmen auch anderen Marktteilnehmern die Relevanz betrieblicher Umweltschutzmaßnahmen.

Klimaneutral
Unabhängig davon, wie engagiert Sie Ihre Druckproduktion realisieren – klimaschädliche Emissionen entstehen immer. Wenn diese unvermeidbaren Emissionen von ihrer Druckerei (relativ) genau berechnet und die berechneten CO2-Werte über den Ankauf von CO2-Zertifikaten „kompensiert" werden, spricht man über das klimaneutrale Drucken.

Gelder, die über diese Zertifikate eingenommen werden, fließen in Klimaschutzprojekte, die geeignet sind, um an anderer Stelle und zu einer anderen Zeit entsprechende Emissionen einzusparen. Über den Nutzen solcher Maßnahmen wird viel diskutiert. Letztlich ist es ein moderner Ablasshandel. Aber dennoch macht es Sinn, die verbliebenen Emissionen über diese Maßnahme zu „neutralisieren". Die Kosten hierfür sind moderat und der Prozess ist transparent.

Um glaubwürdig zu sein, sollte eine Drucksache möglichst umweltfreundlich hergestellt werden, bevor diese über den Ankauf von CO2-Zertifikaten „klimaneutral" gestellt wird. Reduzieren geht vor Kompensieren!

Marko Hanecke ist ausgebildeter Drucker, Industriemeister für Printmedien und Ingenieur der Drucktechnik. Er arbeitet seit vielen Jahren als Print Produktioner und neuerdings auch als Autor.
Weiterführende Informationen finden Sie in seinem Onlinemagazin unter printelligent.de. Dort können Sie ihn auch bei der Entstehung seines Buches über umweltfreundliches Drucken begleiten.

Technik | Cleantech, 01.09.2018
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/03 2018 - Wasser - Grundlage des Lebens | Bildung erschienen.
     
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