82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Gesellschaftliches Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen

Für nachfolgende Generationen muss innerhalb planetarer Belastungsgrenzen gewirtschaftet werden

Wie gelingt Unabhängigkeit vom Wirtschaftswachstum? Gesellschaftliches Wohlergehen weltweit hängt davon ab, ob die ökologischen Grenzen des Planeten eingehalten werden. Ein neuer UBA-Bericht stellt Ideen vor, wie dies in Industrieländern wie Deutschland gelingen kann. Umweltschutz soll demnach nicht mehr unter dem Vorbehalt einer kurzfristigen Steigerung des Wirtschaftswachstums stehen.
 
Das gesellschaftliche Wohlergehen weltweit hängt davon ab, ob die ökologischen Grenzen des Planeten eingehalten werden. © DasWortgewandDer Bericht hinterfragt, ob und wie gesellschaftliche Institutionen vorsorglich so verändert werden können, dass sie unabhängig(er) vom weiteren Wachstum der Wirtschaftsleistung funktionieren. Besonders wichtig sind dabei die Sozialversicherungssysteme, da diese in vielen wohlhabenden Ländern eng mit der Wirtschaftsleistung verknüpft sind.
 
Eine stärkere Wachstumsunabhängigkeit kann einen konsensfähigen Weg („no-regret"-Maßnahme) darstellen, auf die Herausforderungen des demographischen Wandels oder der Digitalisierung zu reagieren. In früh industrialisierten Ländern wie Deutschland könnte so der Handlungsspielraum für eine wirksame Umweltpolitik erhöht werden. Das Projektteam empfiehlt zudem, durch ökonomische Instrumente dafür zu sorgen, dass Preise die ökologische Wahrheit sagen. Zudem sollten „Experimentierräume" für nachhaltige Lebensstile gefördert werden, wozu etwa gemeinwohlorientierte Initiativen zählen, die ein Teilen von Gegenständen ermöglichen.
 
Mit dieser vorsorgeorientierten Postwachstumsposition kann es gelingen, planetare Grenzen einzuhalten. Hinsichtlich Stellenwert und Höhe des künftigen Wirtschaftswachstums bleibt sie ergebnisoffen und baut damit Brücken in der langen Debatte über das Für und Wider von Wirtschaftswachstum. Sie hat das Potenzial, zu einem neuen Konsens in der Nachhaltigkeitsdebatte beizutragen.
 
Die innovative Zusammensetzung des Projektteams ermöglichte es, eine hohe fachliche Expertise und eine Vielfalt wissenschaftlicher Perspektiven im Projekt zu vereinen. Der Bericht entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI). Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: „Gerade in Zeiten, in denen der gesellschaftliche Dialog von Gräben geprägt ist, ist wissenschaftliche Debatte ohne Scheuklappen essentiell."
 
Auf der Konferenz „Herausforderung Wachstumsunabhängigkeit – Ansätze zur Integration von Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik" am 05.11.18 werden zentrale Projektergebnisse vorgestellt.
 
Weitere Informationen
Die Publikation (UBA-TEXTE 89/2018) „Gesellschaftliches Wohlergehen innerhalb planetarer Grenzen: Der Ansatz einer vorsorgeorientierten Postwachstumsposition" wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt. Sie ist Teil des Forschungsvorhabens „Ansätze zur Ressourcenschonung im Kontext von Postwachstumskonzepten" (Forschungskennzahl 3715 311040). Der Bericht ist online verfügbar.
 
 
Kontakt:
Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt | buergerservice@uba.dewww.umweltbundesamt.de


     
        
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