Gesellschaft | Migration & Integration, 15.06.2018
Faire Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt
Geflüchtete benötigen Unterstützung
Um die eigenen Rechte als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer zu kennen und gegebenenfalls einfordern zu können, benötigen Geflüchtete Unterstützung. Im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird zu diesem Zweck eine bundesweite Beratungsstruktur „Faire Integration" aufgebaut.
Diese bietet geflüchteten Personen Beratung bei Fragen zu Arbeitsbedingungen sowie ihren Rechten und Pflichten im Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsverhältnis. Faire Integration wird in den einzelnen Bundesländern von unterschiedlichen Trägern durchgeführt (Kontakte auf www.netzwerk-iq.de). Das Beratungsangebot soll insgesamt einen Beitrag zur fairen Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten leisten.„Es ist gut und wichtig, dass Geflüchtete in dem Prozess der Integration auf vielfältige Weise unterstützt werden. Die Arbeitswelt ist dabei ein ganz zentraler Bereich. Menschen mit Fluchthintergrund sollen in Deutschland zu fairen Bedingungen arbeiten können, ohne dass sie im Verhältnis zu anderen Beschäftigtengruppen schlechter gestellt werden."
(Jochen Empen, Projektleiter Support Faire Integration)
Hintergrund:
Immer mehr Geflüchtete in Deutschland nehmen eine Arbeit auf. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen und ausschließlich geringfügig Beschäftigten aus den acht Asylhauptherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) ist im März 2018 auf ca. 289.000 gestiegen (IAB: Zuwanderungsmonitor, Mai 2018). Gleichzeitig lag im Mai die Zahl der als arbeitssuchend registrierten Geflüchteten bei 487.000 (Bundesagentur für Arbeit: Fluchtmigration, Mai 2018). Man kann also davon ausgehen, dass die Zahl der Beschäftigten mit Fluchthintergrund in den kommenden Jahren weiter steigen wird, unabhängig davon, wie sich die Zahl der gestellten Asylanträge in Deutschland entwickelt. Viele Menschen mit Fluchthintergrund sind im Niedriglohnbereich tätig. Aufgrund ihrer spezifischen Situation sind Geflüchtete generell besonders gefährdet, in prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu geraten. Unkenntnis über die geltenden Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen in Deutschland, ein nicht verfestigter Aufenthaltsstatus sowie eine prekäre finanzielle Lage erhöhen zudem die Gefahr, Opfer von Ausbeutung und Benachteiligung zu werden.
Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)"
Auf Bundesebene wird das Förderprogramm über das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ) organisiert. MUT IQ besteht aus ebb Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH, Köln, und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V., Düsseldorf.
Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)" zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landesnetzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunktthemen unterstützt werden. Das Programm wird aus Mitteln des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).
Kontakt:
Irma Wagner, ebb Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH
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