Nachhaltigkeit strategisch verankern

Der VDMA-Arbeitskreis Corporate Responsibility diskutierte im März, wie Nachhaltigkeit dauerhaft in die Strategie und Prozesse eines Unternehmens integriert werden kann.

"Konkrete Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen in die Unternehmensstrategie zu integrieren, halte ich für wesentlich, um Prozesse langfristig und zukunftssicher zu steuern", sagt Andreas Mayer, verantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG aus Winnenden. Er ist einer von 20 Teilnehmern, die sich auf der zweiten Arbeitskreissitzung intensiv damit beschäftigt haben.
 
„Eine Unternehmensstrategie muss nachhaltige Ziele und Maßnahmen integrieren." Andreas Mayer, Kärcher

Systematischer Ansatz
© Alexas_Fotos pixabay.com
Strukturiert und systematisch vorzugehen, das legte auch Andreas Zamostny den Teilnehmern nahe. In seiner Funktion als geschäftsführender Gesellschafter bei der Schlange & Co. GmbH berät er Unternehmen zum Thema Corporate Responsibility.

„Da der Druck unterschiedlicher Stakeholder wie des Gesetzgebers, der Kunden, aber auch der Mitarbeiter steigt, ist das systematische Managen von Nachhaltigkeitsthemen zunehmend essenziell für den unternehmerischen Erfolg", ist Zamostny überzeugt.

Prozess in drei Phasen
Der Prozess kann ihm zufolge in drei Phasen eingeteilt werden:
  • Bestandsaufnahme
  • Handlungsbedarf ermitteln
  • Implementierung
In einer ersten Phase erfolgt eine Bestandsaufnahme: Neben einer Analyse des Marktes und des Wettbewerbs müssen auch die Stakeholder des Unternehmens – seine Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter,aber auch die Anwohner und politischen Entscheidungsträger – sowie ihre Erwartungshaltung in die Betrachtung einbezogen werden. Parallel gilt es, Nachhaltigkeitsthemen sowie Risiken, die das Unternehmen selbst steuern kann, zu erheben – und zwar aus den Bereichen Produkt und Produktion, Umwelt, Arbeitsbedingungen, Menschenrechte sowie Korruption und Bestechung.

Themen auf Wesentlichkeit prüfen
Zamostny empfiehlt, dass Unternehmen dann in einer zweiten Phase ihren Handlungsbedarf ermitteln und ihre Themen mittels einer Wesentlichkeitsanalyse bewerten, und zwar zum einen bezüglich der Bedeutung ihrer wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie bezüglich des Einflusses, den sie auf Beurteilungen und Entscheidungen der Stakeholder haben. Daraus können sie ihren Handlungsbedarf ableiten.

„Das Commitment der Geschäftsführung darf bei der Umsetzung nicht fehlen." Andreas Zamostny, Schlange&Co.

Geschäftsführung überzeugen
Um diese Schritte erfolgreich im Betrieb umzusetzen, darf eines nicht fehlen: das Commitment der Geschäftsführung. Wie es gelingen kann, Geschäftsführung und Mitarbeiter von den Vorteilen eines strategischen Nachhaltigkeitsmanagements zu überzeugen, wird auf dem nächsten Treffen des ArbeitskreisesCorporate Responsibility im Herbst 2018 vertieft.

In der dritten Phase folgt die Implementierung: Unternehmen müssen diesen systematischen Ansatz dauerhaft in ihrer Strategie verankern. Dabei geht es um die konkrete Umsetzung, das Monitoring und Controlling der Maßnahmen, um eine begleitende interne Kommunikation und nicht zu vergessen ein regelmäßiges Strategie-Review. Hat man dieses Stadium erreicht, lohnt es sich, den erreichten Fortschritt auch regelmäßig nach außen zu kommunizieren.

Information
Der VDMA-Arbeitskreis Corporate Responsibility setzt sich mit strategischen Themen der Nachhaltigkeit und einer sozial-ökologisch verantwortungsvollen Unternehmensführung auseinander. Er widmet sich in besonderem Maße Themen, die mit Transparenz-, Dokumentaions- und Sorgfaltspflichten von Nachhaltigkeit einhergehen. Der Arbeitskreis wurde im November 2017 gegründet.

Zur Initiative Blue Competence

Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence

Wirtschaft | CSR & Strategie, 23.05.2018

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