Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim
Technik | Energie, 27.04.2018

„Energiewende muss auch Rohstoffverbrauch senken“

Neue MISEREOR-Studie zu Menschenrechtsproblemen beim Rohstoffabbau – auch für Wind- und Solarenergie

Anlässlich des Tags der Erneuerbaren Energien am kommenden Samstag fordert MISEREOR die Bundesregierung auf, mit der Kommission für "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" einen präzisen Fahrplan für den Kohleausstieg und für einen rascheren Ausbau der erneuerbaren Energien zu erarbeiten und konsequent umzusetzen. Mit einer neuen Studie lenkt MISEREOR zugleich die Aufmerksamkeit auf den steigenden Bedarf an metallischen Rohstoffen für die Wind- und Solarenergie.
 
Pressefoto: Kleine Photvoltaik-Anlage in Acuauá im Nordosten Brasiliens © MISEREOR/Soteras„Unternehmen und Politik müssen verhindern, dass beim Abbau dieser Rohstoffe in Lateinamerika, Afrika und Asien die Menschenrechte verletzt und Umwelt zerstört wird", fordert Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR. „Gleichzeitig sind wir dringend aufgefordert, unseren unverantwortlich hohen Verbrauch an Energie und Rostoffen zu senken.", so Spiegel.
 
Während das Kohlekraftwerk Moorburg zum Beispiel täglich schätzungsweise 10.000 Tonnen problematische Import-Steinkohle verbrennt, werden Windkraft- und Photovoltaikanlagen durch Wind, Sonne und Wasser angetrieben. Für die Herstellung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen werden jedoch hohe Mengen an Eisenerz aus Brasilien, Kupfer aus Peru und Chile, Silber aus Mexiko und Argentinien, Bauxit aus Guinea sowie seltene Erden aus China benötigt. Wie die neue MISEREOR-Studie zeigt, kommt es auch beim Abbau dieser Rohstoffe häufig zu schweren Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden: „Durch die Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden werden Anwohner/-innen die Lebensgrundlagen entzogen. Bei Entscheidungen über Bergbauprojekte werden Mitbestimmungsrechte indigener und bäuerlicher Gemeinschaften verletzt. Umweltschützer/-innen und Menschenrechtsverteidiger/-innen werden oft kriminalisiert, verfolgt und manchmal ermordet", erklärt Pirmin Spiegel.
 
Infografik: Wichtige Herkunftsländer ausgewählter Rohstoffe für den Bau von Windrädern © MISEREORIm Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte hat die Bundesregierung deutsche Unternehmen aufgefordert, auch in ihren Lieferketten für die Achtung der Menschenrechte Sorge zu tragen. MISEREOR setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Bundesregierung und deutsche Unternehmen dies bei Steinkohleimporten umsetzen. „Unsere Studie zeigt, dass es auch bei den Herstellern der Windkraft- und Photovoltaikanlagen, deren Zuliefererbetrieben und den Stromanbietern noch größerer Anstrengungen bedarf", fasst Pirmin Spiegel die Ergebnisse einer Befragung der Unternehmen im Rahmen der Studie zusammen. „Damit erneuerbare Energien auch wirklich ‚sauberen‘ Strom liefern, muss auch die Rohstoffbeschaffung frei von Menschenrechtsverletzungen sein."
 
„Die notwendige Energiewende muss mehr umfassen als den Austausch der Energiequellen", fordert Spiegel. Mit Energieeinsparung und Effizienz, einer fairen Beschaffung der Brennstoffe sowie der notwendigen Anlagen zur Energiegewinnung selbst könne die Energiewende einen echten Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit und Klimaschutz leisten. „In allen Sektoren, angefangen bei der Automobil- und Elektroindustrie, aber auch im Energiesektor müssen wir uns von der Wachstumslogik verabschieden und den Rohstoffverbrauch drastisch senken, um unsere Schöpfung auch für künftige Generationen zu bewahren und ein gutes Leben für Alle zu ermöglichen. Neben Politik und Unternehmen sind wir dazu auch als Gesellschaft und einzelne Menschen gefordert, unsere Vorstellungen von Wohlstand, Konsum und letztendlich einem guten Leben grundlegend zu überdenken."
 
Kontakt: Ralph Allgaier, MISEREOR | Ralph.Allgaier@misereor.dewww.misereor.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Magnifica Humanitas - Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Christoph Quarch begrüßt die Enzyklika von Papst Leo XIV. als wertvollen Debatten-Beitrag
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Garten-PV - Den besten Stromtarif gibt es im Garten.

Jetzt auf forum:

Stadtgrün gegen Hitze

Biodiversität beginnt vor der Haustür

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • 66 seconds for the future
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Global Nature Fund (GNF)
  • NOW Partners Foundation
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • ZamWirken e.V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie