Lifestyle | Essen & Trinken, 18.04.2018
Kaffeegenuss ohne schlechtes Gewissen?
Darauf kommt es an
Für die meisten Deutschen gehört Kaffee zum täglichen Leben dazu. Manche beginnen ihren Tag mit einer dampfenden Tasse Kaffee, andere trinken ihn nachmittags zum Kuchen. Für die Produzenten der Kaffeebohne, etwa die Kleinbauern in Brasilien, Vietnam oder Indonesien, die an dem Herstellungsprozess beteiligt sind, sind die Bedingungen ihrer Arbeit jedoch häufig unzureichend. Sie leben in Armut oder werden nicht fair bezahlt. Verschiedene Siegel helfen Konsumenten, eine nachhaltige Kaufentscheidung zu treffen.
Die Umweltbilanz, die mit der Kaffeeherstellung verbunden ist, ist häufig nicht gut. Das betrifft etwa den Einsatz von Benzin oder Diesel zum Betrieb von Maschinen auf den Anbauplantagen oder den Einsatz von Düngemitteln. Auch Kaffee in Kapseln ist aufgrund der damit verbundenen Müllmenge in Verruf geraten.
Nachhaltiger Anbau: Fair zu Bauern, schonend zur Umwelt
Dabei gibt es auch nachhaltige Anbaumethoden, der sich viele Hersteller, wie etwa Tchibo verschrieben haben. Nachhaltiger Kaffeeanbau bedeutet, dass Kaffeebauern und weitere am Herstellungsprozess beteiligte Personen in sozialer Hinsicht gut behandelt werden. Sie erhalten etwa faire Löhne, um Armut vorzubeugen. Nachhaltigkeit bedeutet beim Kaffee auch, dass die Umwelt durch den Kaffeeanbau so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird. Besonders gefährdet sind in diesem Zusammenhang Wälder, Gewässer und Böden.
Um Kaffeeliebhabern, denen eine nachhaltige Kaffeeherstellung wichtig ist, eine Kaufentscheidung zu ermöglichen, existieren diverse Siegel, etwa von der Rainforest Alliance oder Fairtrade. Durch diese Zertifizierung wird sichergestellt, dass Anbauer faire Löhne erhalten und Ökosysteme geschützt werden.
Umweltsünder Kaffeekapsel?
Aufgrund ihrer Ökobilanz sind Kaffeekapseln in Verruf geraten. Zwar sind solche Kapseln praktisch, weil mit ihnen schnell ein Kaffee zubereitet werden kann. Da pro Kaffeetasse allerdings eine Kapsel benötigt wird, wird entsprechend viel Müll produziert.
Viele Hersteller arbeiten daran, dass ihre Kaffeekapseln vollständig recycelbar sind. In diesem Fall, zeigen Untersuchungen, kann die Ökobilanz von mit Kaffeekapseln hergestelltem Kaffee sogar besser sein als bei anderen Zubereitungsmethoden. Das liegt daran, dass in einer Kaffeekapsel häufig vergleichsweise wenig Kaffeepulver enthalten ist. Mehr Kaffee bedeutet auch negativere Auswirkungen in Form von Benzin oder Düngemitteln oder Wassereinsatz auf der Plantage. Dadurch, dass viele Kapselmaschinen mit weniger Kaffeepulver auskommen, wird die Ökobilanz ein Stück weit ausgeglichen. Recycelbare Kapseln können insofern einen guten Kompromiss darstellen.
Der Hersteller Tchibo hat sich ebenso wie viele andere Firmen zum Ziel gesetzt, ausschließlich nachhaltigen Kaffee auf den Markt zu bringen. Beim Anbau der verwendeten Kaffeebohnen legt das Unternehmen Wert darauf, dass wirtschaftliche, ökologische und soziale Anforderungen eingehalten werden. Aus diesem Grund arbeitet Tchibo mit der Organisationen Fairtrade zusammen. Außerdem engagiert sich das Unternehmen vor Ort und unterstützt Projekte, die Kaffeeanbauern und ihren Familien zugutekommen.
Fazit: Nachhaltigkeit ist auch beim Kaffeeanbau möglich
Viele Methoden des Kaffeeanbaus sind nicht nachhaltig. Sie zerstören die Umwelt und bescheren den beteiligten Kleinbauern kein Auskommen, von dem sie ihre Familie ernähren können. Wer jedoch auf bestimmte Siegel achtet und sich über die Methoden des betreffenden Kaffee-Herstellers informiert, kann beim Kauf einen Beitrag zum nachhaltigen Kaffeeanbau leisten.
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