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FNG-Siegel nimmt Kohle als Ausschluss-Kriterium auf

Qualitätsstandard für Nachhaltige Geldanlagen

Das FNG Siegel, der Qualitätsstandard für Nachhaltige Investmentfonds, trägt der zunehmenden Bedeutung von fossilen Energieträgern Rechnung. Im Rahmen der jährlichen Anpassung der Methodik wird für die anstehende Bewerbungsrunde um das FNG-Siegel 2019 der Kohlebergbau, bedeutsame Kohleverstromung sowie Ölsande und Fracking als weitere Ausschlusskriterien gefordert.
Um den Bereich „fossile Energieträger" breiter zu fassen, werden darüber hinaus im Stufenmodell weitere Details analysiert, inwieweit Fonds beziehungsweise Fondsgesellschaften bereits umfassender mit dieser Thematik umgehen.
 
In Zusammenarbeit mit der Research Group on Sustainable Finance der Universität Hamburg als neuem strategischen Partner und Auditor für das FNG-Siegel und dem unabhängigen, externen Komitee wurden diese Neuerungen kürzlich beschlossen. Insbesondere, was Datenmaterial angeht, unterstützten mehrere Nachhaltigkeits-Ratingagenturen und eine NGO die Vorarbeit zur Umsetzung dieser Kriterien.
 
Zwischen dem 04.04. und 07.07. haben Fondsanbieter die Möglichkeit, sich für das FNG-Siegel zu bewerben. Bewerben können sich nachhaltige Investmentfonds aller Asset-Klassen, die UCITS- oder einer gleichwertigen Norm entsprechen und in mindestens einem der Länder Deutschland, Österreich, Liechtenstein oder Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind.
 
Im letzten Jahr stieg die Bewerberzahl um 25 Prozent. Der EUR 10,4 Mrd. große NRW-Pensionsfonds orientiert sich zum Beispiel explizit am FNG-Siegel. Auch verschiedene Fondsplattformen, Fintech-Unternehmen, Vermögensverwalter und Finanzvermittler bieten mittlerweile Portfolios teilweise exklusiv mit Fonds an, die das FNG-Siegel tragen. Das von mehreren Bundesministerien geförderte Portal Label-online des Bundesverbands „Die Verbraucherinitiative" zeichnet das FNG-Siegel aktuell mit der bestmöglichen Bewertung aus und der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfiehlt das Gütesiegel in seinem Nachhaltigen Warenkorb.
 
Die Ergebnisse der diesjährigen Auditierungsrunde werden Ende November im Rahmen einer offiziellen Feier veröffentlicht.
 
Der Methodik-Aufbau im Überblick:

 
Allgemeine Zusatzinfos:
Das FNG-Siegel ist nach einem dreijährigen intensiven Entwicklungsprozess Ende 2015 eingeführt worden. Die Zertifizierung muss jährlich erneuert werden. Fonds mit FNG-Siegel 2018: www.fng-siegel.org
 
Die ganzheitliche Methodik des FNG-Siegels basiert auf einem Mindeststandard. Dazu zählen Transparenz-kriterien und die inhaltliche Berücksichtigung von Arbeits- & Menschenrechten, Umweltschutz und Korruptions-bekämpfung wie sie im Global Compact zusammengefasst sind. Auch müssen die einzelnen Unternehmen des jeweiligen Fonds explizit auf Nachhaltigkeits-Kriterien hin analysiert werden. Investitionen in Atomkraft, Kohlebergbau, bedeutsame Kohleverstromung, Fracking, Ölsande sowie Waffen und Rüstung sind tabu. Um sich vom Markt weiter abzuheben, zeichnet der Qualitätsstandard besonders hochwertige Nachhaltigkeits-Fonds mit bis zu drei Sternen aus, die sich in den Bereichen „institutionelle Glaubwürdigkeit", „Produktstandards" und „Selektions- & Dialogverfahren" besonders hervortun. Es geht also weit über die reine Portfoliobetrachtung hinaus und ist somit umfassend und aussagekräftig. Mit über 80 Fragen wird oft ins Detail gegangen und z.B. der Nachhaltigkeits-Anlagestil, der damit einhergehende Investmentprozess, die dazugehörigen ESG-Researchkapazitäten und ein evtl. begleitender Engagement-Prozess analysiert und bewertet. Darüber hinaus spielen Elemente wie Reporting, die Fondsgesellschaft als solche, ein externer Nachhaltigkeitsbeirat und Themen der guten Unternehmensführung eine wichtige Rolle.
 
Detaillierte Informationen zur Methodik enthalten die Verfahrensbedingungen.
 
Kontakt:  Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V., Claudia Tober | ctober@forum-ng.org


     
        
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