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Nachhaltige Investments sind immer gefragter

Nicht nur Großanleger interessieren sich für „grüne Fonds“; auch Privatanleger befassen sich immer mehr mit „sauberen Anlagen“.

Immer mehr Anleger interessieren sich für nachhaltige Investmentprodukte. Schlussendlich möchte man wissen, was mit dem Geld passiert, nachdem es veranlagt wurde. Ein kleiner Wermutstropfen: Privatanlegern steht aktuell noch ein recht kleiner Markt zur Verfügung - das kann sich aber in den kommenden Jahren durchaus ändern.

Niemand möchte den Waffenhandel fördern oder die Tabakindustrie stärken
 
© manfredrichter, pixabay.comOb Tagesgeld, Sparbuch oder Bundesanleihen - mit derartigen Produkten bleiben die großen aber Gewinne aus. Die Alternative? Die Börse. Ob Scalping Trading oder Daytrading - aufgrund steigender Aktienkurse haben sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen für die Börse interessiert. Natürlich blieben die Deutschen, obwohl der DAX immer wieder für neue Rekorde gesorgt hat, vorsichtig. Aber nicht nur die Angst vor Verlusten hat viele Anleger von der Börse abgehalten - in vielen Fällen wissen die Anleger nämlich nicht, wofür das investierte Geld verwendet wird.

Wer möchte schon die Tabakindustrie stärken oder gar den Waffenhandel unterstützen oder sein Vermögen in Unternehmen investieren, die ihr Geld mit klimaschädlicher Kohle verdienen? Vor Jahren war es den Anlegern noch unwichtig, solange sie am Ende hohe Gewinne einfahren konnten - heute interessiert man sich jedoch für „bewusste" und auch „nachhaltige" Geldanlagen.

Auch die Politik hat reagiert
Die Allianz hat schon vor längerer Zeit erklärt, keine Geschäfte mehr mit Firmen zu machen, die einen Teil des Umsatzes mit Kohle erzielen. Auch die BNP Paribas gab bereits bekannt, kein Geld mehr in Projekte zu investieren, die das Ziel verfolgen würden, Gas und Öl in Schiefergestein abzubauen. Die norwegischen Staatsfonds haben sich gegen Geschäfte mit Tabak- und Rüstungsunternehmen ausgesprochen und die Deutsche Bank stellte klar, keine Geschäfte mehr mit Firmen zu machen, die in Kohlekraftwerke investieren würden.

Aber nicht nur die großen Fonds und Gesellschaften haben in den letzten Jahren einen ordentlichen Druck aufgebaut - auch zahlreiche Staaten haben im Zuge der Bonner Weltklimakonferenz mitgeteilt, nun eine Allianz für den Ausstieg aus dem Kohlegeschäft bilden zu wollen.

Anleger überprüfen auch die Unternehmensführung
© nattanan23, pixabay.com„Nachhaltige Investments werden immer beliebter", so Ingo Speich, Union Investment-Fondsmanager. Aber es gehe, so Speich, nicht nur um karikative Motive. „Es war der Dieselskandalbei VW, der sehr wohl zu einem Umdenken geführt hat. Heute wissen die Unternehmen, dass sauberes Wirtschaften und eine gute Unternehmensführung die Kurse nach oben klettern lassen." Zudem möchten die Großanleger Klagerisiken ausschließen und entscheiden sich immer öfter für nachhaltige Anlagen.

Dabei werden Portfolios gefiltert und diverse Nachhaltigkeitskriterien geschaffen, sodass mögliche Gefahren im Vorfeld identifiziert werden können. Zudem polieren einige Investoren auch ihr Image, wenn sie sich für nachhaltige Investments entscheiden. Aber nicht nur Großanleger interessieren sich für „grüne Fonds"; auch Privatanleger befassen sich immer mehr mit „sauberen Anlagen". Worauf die Anleger achten? Auf die Umwelt, auf den sozialen Aspekt und auch auf die Unternehmensführung.

Nachhaltige Fonds versprechen attraktive Gewinne
Auch wenn der Markt für die Privatanleger noch recht klein ist, so heißt das aber nicht, dass er in den kommenden Jahren nicht wachsen kann. Aktuell gibt es 430 nachhaltige Fonds - nur seit dem Jahr 2015 sind 90 Fonds dazugekommen. In sogenannten Publikumsfonds werden - nur in Deutschland - rund 1 Billion Euro verwaltet; 18 Milliarden Euro entfallen auf Fonds, die vom deutschen Fondsverband als nachhaltig eingestuft wurden. Der Anteil liegt somit bei unter 2 Prozent.

Warum nachhaltige Investments zwar immer beliebter werden, jedoch noch nicht den großen Durchbruch geschafft haben? Viele Anleger haben Angst vor geringeren Gewinnen und meinen, ein „herkömmlicher" Fonds würde höhere Rendite abwerfen. Das sei, hier sind sich zahlreiche Analysten und Experten einig, aber nicht richtig. Eine Studie von Scope kam sogar zu dem Ergebnis, dass nachhaltige Fonds sogar leicht höhere Renditen erzielen würden. Auch die Universität Kassel hat sich 2014 mit dem Thema befasst. In 15 Fällen konnten keine Unterschiede im Rahmen der Wertentwicklung beobachtet werden; sechs Fonds schnitten schlechter ab, 14 Fonds hingegen aber besser.



     
        
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