82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Grüne Welle erfasst die IAA

Zukunft oder Marketing?

Die 62. Internationale Automobil-Ausstellung - das Mekka aller Autobewegten - steht unter dem Motto "Sehen, was morgen bewegt" ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Das Thema Klimaschutz ist allgegenwärtig - kein Wunder, zu Zeiten, in denen die EU-Kommission bis 2012 einen CO2-Höchstwert von 130g/km vorschreibt und der Rohölpreis auf 80 US-Dollar pro Fass steigt. Fast alle Autobauer, versuchen mit ökologischen Konzepten auf der größten Leistungsschau der Branche zu glänzen. Doch die Markteinführung dieser Modelle liegt noch Jahre entfernt. Bei genauerem Hinsehen scheint die Messe grüner als sie ist.

Innovationen soweit das Auge reicht
Von BlueMotion, über ECO2, bis hin zu EfficencyDynamics versprechen die Hersteller Fahrgenuss ohne Umweltreue. Hinter diesen wohlklingenden Namen verbergen sich meist nur Konzeptfahrzeuge, die mit smarten Technologien Treibstoff und somit CO2 einsparen. Zum technischen Aufgebot gehören Bremskraft, die in Energie umgewandelt und wieder eingespeist wird, Start-Stop Technologie, Hybridantriebe, niedrige CW-Werte, Leichtbauweise oder Reifen mit geringem Rollwiderstand.





Der BMW Hydrogen ist das "Umwelt-Schlachtschiff" von BMW. Es handelt immerhin um das erste Serienauto er Luxusklasse mi Wasserstoffantrieb. Bis zur Marktreife für breitere Bevölkerungsschichten wird aber noch ein wenig Zeit vergehen.
Foto: BMW






Technik aus der Schublade
Was die Autohersteller als den neuesten Clou und der Technik letzten Schrei darstellen ist bei Kfz-Zulieferern lang bekannt. "Die Technik ist längst vorhanden, doch die Hersteller zögern sie einzusetzen, weil der Kunde sie angeblich nicht bezahlen will" erklärt der Vertreter eines führenden Komponenten-Herstellers hinter vorgehaltener Hand. Ausgerechnet die Hersteller zwingen die Zulieferindustrie zu immer neuen Anstrengungen und Innovationen, wie den Einbau neuer Schaltgetriebe, Antriebsstränge, und elektrische Lenkung. Die so erzielten Einsparungen wären enorm, würden sie nicht durch unnötige technische Spielereien und Ausstattungsdetails an anderer Stelle gerade bei den Premium-Herstellern prompt zu Nichte gemacht werden



Viel Hoffnung steckt in der Clean-Diesel Technologie. Sie ist marktreif und kann Emissionen stark mindern.
Foto: Honda






Einzelne Vorzeigemodelle verhelfen nicht zum Paradigmenwechsel
Beim Rundgang über die Messestände verfestigt sich das Bild, dass zukünftig statt des innovativen Öko-Autos nach wie vor PS-strotzende Karossen zu kaufen sein werden. Befragt man die Hersteller nach dem Einsatz von Biotreibstoffen, erhält man als Antwort lediglich: "Da sind wir mit unserer Forschungsabteilung dran". Besonders deutlich wird dies daran, dass keine der Neuheiten in der Lage wäre mit Treibstoffen, denen mehr als 15 % Biodiesel oder -Ethanol beigemischt wäre, zu fahren. Das selbst gesteckte Ziel der Automobilwirtschaft bis 2010 fünf bis sieben Prozent CO2 und zugleich Treibstoff im Gesamtflottenverbrauch einzusparen, erscheint damit mehr Wunsch als Wirklichkeit.

Der Staat soll es richten
Der Otto-Normal-Verbraucher sei nicht bereit, für die Anschaffung eines "Umweltautos" 2.000 bis 3.000 EUR mehr zu zahlen, wiederholen die Hersteller gebetsmühlenhaft. Sie führen ins Feld, dass sich die Ökotechnik in den Autos nur durchsetzen lässt, wenn der Staat subventionierend eingreift, sprich der Bürger, beispielsweise wie in Schweden, beim Kauf eines Neufahrzeuges mit Ökotechnik mit 1.100 EUR bezuschusst wird. Warum die Hersteller auf der letzten grünen Meile vor der eigenen Courage einknicken und auf Vater Staat verweisen, erscheint wenig einleuchtend, denn die Befürworter der staatlichen Unterstützung verteufeln an anderer Stelle jegliche Wettbewerbsverzerrung. Bei Ökologie wäre darum wie bei den erneuerbaren Energien die Ausnahme erlaubt, denn man benötige die Anschubfinanzierung, um so auf die nötigen Stückzahlen zu kommen, damit sich die Ökofahrzeuge auch rechnen.

Fazit
Kaum einer der Schausteller der diesjährigen IAA reitet die grüne Welle wirklich. Man brüstet sich nach wie vor mit immer ausufernden Schlachtschiffen und die Devise größer, schneller, breiter herrscht vor wie eh und je. Die Vorstellung, dass Optik, Schnelligkeit und innovative Technik sich ohne weiteres mit Nachhaltigkeit vereinbaren ließe und die entweder-oder-Frage längst durch die sowohl-als auch-Lösung ersetzt sein könnte scheint leider noch nicht in die Köpfe aller vorgedrungen zu sein. Wenn BMW also mit dem Slogan "Rot wird jetzt auch Grün" wird an dieser Stelle wohl eher eine Hoffnung als ein Status Quo beschrieben.

Redaktion forum NachhaltigWirtschaften

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
22
SEP
2026
Urbane Gärten – Experimentierorte für eine sorgende und solidarische Stadt
Dr. Christa Müller im Münchner Forum Nachhaltigkeit
80336 München
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
20
OKT
2026
Personalmesse München powered by Zukunft Personal
Die Messe für Recruiting, Personalmanagement, BGM und Weiterbildung
80939 München
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Der Rummelplatz als Kulturgut
Christoph Quarchs Gedanken zur Volksfestzeit
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Januar 2027: Kommt die ESG-Berichtspflicht für den Mittelstand?

MBA Sustainability Management: Live-Podcast und 42 neue Absolvent*innen

Es brennt! Doch kaum regnet es, ist alles vergessen …

Wie smarte Technologie Würde und Sicherheit im Alter sichert

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

B.A.U.M. Insights
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • WWF Deutschland
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • ZamWirken e.V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • 66 seconds for the future
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Zendure DE GmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH