Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt!
Umwelt | Klima, 06.03.2018

Klimawandel ist nicht geschlechtsneutral

Insbesondere Menschenrechte von Frauen sind bedroht

Der Klimawandel schreitet voran und die internationale Staatengemeinschaft hat bisher nicht ausreichend darauf reagiert. Deutschlands neue Regierung hat ihre früheren Klimaschutzziele sogar gerade wieder in Frage gestellt. Neueste Analysen des Weltklimarats bestätigen, dass die internationalen Klimaschutzmaßnahmen nicht ausreichen. Die Folgen der zunehmenden Erderwärmung verstärken die bestehenden geschlechtlichen Diskriminierungen, vor allem von Frauen in ländlichen Regionen des Globalen Südens. Ihre Menschenrechte auf Nahrung und Wasser sind massiv bedroht. Darauf weist die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland anlässlich des Internationalen Frauentags hin.
 
Die Menschenrechte auf Nahrung und Wasser sind für Frauen in ländlichen Regionen des Globalen Südens massiv bedroht. © FIANDie ländliche Bevölkerung in den Ländern des Globalen Südens ist extrem abhängig von einer intakten Umwelt und verlässlichen Wetterverhältnissen. Beides wird durch den Klimawandel bedroht. Kleinbäuerinnen im Globalen Süden bauen 45 – 80 Prozent der Nahrungsmittel an und leiden daher besonders unter den Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft. Darüber hinaus sind gemäß dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) 80 Prozent der Menschen, die aufgrund des Klimawandels umsiedeln müssen, Frauen. „Der Klimawandel verstärkt bestehende Mehrfachdiskriminierungen," erläutert Gertrud Falk, Klimareferentin von FIAN Deutschland. „Frauen bauen in der Regel die Nahrungsmittel für die Versorgung ihrer Familien an. Wenn die Ernten zurückkgehen, stehen vor allem sie unter Druck, dies durch Mehrarbeit und Verzicht auszugleichen."
 
Gemäß dem Weltklimarat hat der Klimawandel vor allem in den Ländern um den Äquator verherende Folgen für die Landwirtschaft. Böden erodieren durch Dürren und Starkregen. Regenzeiten sind nicht mehr verlässlich. In Honduras ist diese Entwicklung beispielhaft sichtbar. So beklagt Dulio Medina, Direktor des honduranischen Verbands der Produzenten von Grundnahrungsmitteln (Prograno), dass in den letzten drei Jahren nur jeweils 450.000 Tonnen Mais geerntet wurden, während in guten Erntejahren 1,1 Millionen Tonnen eingefahren werden konnten. Die Mitglieder des Frauenverbands der ethnischen Gruppe Garifuna, Nachfahren westafrikanischer Sklaven,  sind besonders stark von Dürren, Pestiziden von Ölpalmplantagen und Landvertreibungen betroffen. Kokospalmen und Fisch, Grundlagen ihrer Ernährung schwinden. Viele Frauen sehen sich daher genötigt, in Städte oder Nachbarländer zu ziehen.
 
"Menschen- und Gleichstellungsrechte fehlen in den internationalen Klimaverträgen”, kritisiert Falk. "Zwar sind Staaten verpflichtet, Menschen- und Frauenrechte in allen Politikfelder zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Doch weil sie bisher nicht explizit in die Klimaverträge aufgenommen wurden, stellen sie keine Kriterien für Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte sowie deren Finanzierung dar. In der Folge kommt es leider auch beim Klimaschutz oft zu Menschenrechtsverletzungen, zum Beispiel durch Landvertreibungen für Staudamm- und Waldprojekte.”
 
Frauen sind bisher auch bei den internationalen Klimaverhandlungen unterrepräsentiert. Zwar hat der Anteil von Frauen in den Delegationen der Staaten im Laufe der Jahre zugenommen, hat aber nie über 40 Prozent gelegen. Der Anteil der Delegationen, die von Frauen geleitet wurden, hat bisher 25 Prozent nicht überschritten. Die Staatengemeinschaft hat im November 2017 auf diese durchgängigen Diskriminierungen von Frauen in der Klimapolitik reagiert und eine Gender-Aktionsplan zur Klimarahmenkonvention beschlossen. "Dieser Gender-Aktionsplan veweist in seiner Präambel auf die menschenrechtlichen Pflichten der Staaten. Ein erster wichtiger Schritt”, bewertet Falk den Beschluss. "Er ist allerdings sehr allgemein gehalten und muss nun von den Staaten mit konkreten Maßnahmen zu Stärkung der Rechte von Frauen in der Klimapoltik umgesetzt werden, auch von der deutschen Regierung.”
 
Links:
- Zu den neuesten Anlysen des Weltklimarats
- Zum Anteil der Frauen an den Menschen, die aufgrund des Klimawandel umsiedeln müssen
- Zu den Folgen des Klimawandels in Honduras
- Zum Anteil der Frauen bei den internationalen Klimaverhandlungen
- Zum Gender-Aktionsplan zur Klimarahmenkonvention
 



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
B.A.U.M. Insights
Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt

Jetzt auf forum:

Stadtgrün gegen Hitze

Biodiversität beginnt vor der Haustür

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • WWF Deutschland
  • Global Nature Fund (GNF)
  • ZamWirken e.V.
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • 66 seconds for the future
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • SUSTAYNR GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen