Chancen von nachhaltigen Lieferketten nutzen

Zulieferer, Produktionsstandorte und Märkte sind rund um den Globus verteilt

Chancen von nachhaltigen Produktionsketten müssen genutzt werden. © denis_pc / Fotolia
Internationale Standards und nationale Gesetze regulieren das wirtschaftliche Handeln zunehmend in Bezug auf Nachhaltigkeit. Ein ProduktionNRW-Workshop, der bei Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH & Co. KG stattfand, thematisierte die wichtigsten Herausforderungen.
 
Zulieferer, Produktionsstandorte und Märkte sind heute rund um den Globus verteilt. Unternehmen sind immer weniger mit Ländern und Regionen vertraut, in denen sie einkaufen oder produzieren lassen. Damit wachsen die Herausforderungen und Risiken in der Lieferkette.
 
Investoren, Kunden und die Öffentlichkeit fragen verstärkt nach, wie sich Unternehmen bei sozialen Fragen, Ökologie und Ethik verhalten. Viele Kunden nehmen ihre Lieferanten in Form von Lieferantenbewertungsbögen oder -plattformen beim Thema Nachhaltigkeit in die Pflicht.
 
„Die Menge an Fragebögen, die wir von unseren Kunden zum Ausfüllen vorgelegt bekommen hat in den letzten fünf Jahren immens zugenommen. Die Beantwortung der teilweise sehr tiefgehenden Fragestellungen und die Unterschiedlichkeit der individuellen Fragebögen ist zeitlich und organisatorisch sehr aufwändig", brachte Magdalena Münstermann, Prokuristin beim Sondermaschinenhersteller Münstermann GmbH & Co. KG, den Status bei vielen Mittelständlern auf den Punkt.
 
Die Fragen nach Aufwand und Verhältnismäßigkeit sowie Bewusstseinsschaffung in der betrieblichen Organisation beschäftigten die Workshop-Teilnehmer dabei besonders. Die Bearbeitung eines Fallbeispiels brachte erste Lösungsansätze:
  • Lieferantenbeziehungen so gestalten, dass der Prüfungs- und Verwaltungsaufwand verringert wird und mehr Sicherheit vorhanden ist. Hier spielt die Wertschätzung gegenüber dem Unternehmen auf Kundenseite eine wichtige Rolle.
  • Die Standardisierung der Beantwortung von Anfragen sollte vorangetrieben werden. Für viele wiederholt aufkommende Fragestellungen kann proaktiv und basierend auf einer routinierten innerbetrieblichen Datenerhebung eine Art Fact Sheet erarbeitet werden.
  • Anpassung der Organisation: trotz klarer Regelung der Verantwortlichkeit und einer Zentralisierung in der Verwaltung sollten sich alle Mitarbeiter trotzdem inhaltlich verpflichtet fühlen.
  • Das Thema „nachhaltige Lieferkette" aus Kundensicht angehen.
  • Positive Kommunikation von Nachhaltigkeit und Lieferkette nach innen betreiben, um das geschaffene Bewusstsein positiv aufzuladen.
Und bei allem Aufwand: selber ehrlich – und damit nachhaltig – bleiben! Denn, nachhaltiges Wirtschaften bringt Vorteile in der gesamten Wertschöpfungskette wie Verbesserung von Qualität und Image, eine geringere Angriffsfläche und sichere Lieferantenbeziehungen.
 
Judith Herzog-Kuballa, Referentin für Nachhaltigkeit im VDMA, informierte zu aktuellen Standards und Gesetzen. Darüber hinaus profitierten die Teilnehmer zudem von einem Einblick in die verschiedenen Systematiken nachhaltiger Kundenanforderungen und den Aufbau nachhaltiger Lieferanten-Bewertungsplattformen.

Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence

Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 27.09.2017

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