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Ein Leben für Menschen mit Behinderung

Yetnebersh Nigussie von Licht für die Welt erhält „Alternativen Nobelpreis“ 2017

Yetnebersh Nigussie, Menschenrechtsexpertin der Fachorganisation Licht für die Welt, erhält den „Alternativen Nobelpreis". Sie wird für ihre „inspirierende Arbeit im Kampf für die Rechte und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen" ausgezeichnet. 

Yetnebersh mit Rupert Roniger, CEO von Light for the World, beim 25. Jahrestag der Stiftung. © Thomas Meyer
„Es ist eine riesige Ehre für mich, den hoch angesehenen Right Livelihood Award zu erhalten. Das ist ein so starkes Signal und schafft Antrieb für alle, die sich für Inklusion und die gleichberechtigte Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Lebens einsetzen. Mit tiefer Überzeugung widme ich diesen Preis all jenen Menschen, die nicht dieselben Chancen haben wie andere", so Nigussie. Und weiter: 

„Kein Mensch soll erblinden, wenn es Hilfe gibt. Und blinde Menschen sollen dieselben Chancen haben wie alle anderen: Jedes behinderte Kind soll in die Schule gehen und Erwachsene sollen für sich und ihre Familie sorgen können. Diese Auszeichnung bestärkt mich und Licht für die Welt in diesem gemeinsamen Bestreben."

„Der Award zeigt auch ganz stark, dass Frauen mit Behinderungen aktiv zu Veränderungen in Entwicklung und Hilfe beitragen."

Ein Leben für Menschen mit Behinderung
Yetnebersh Nigussie ist eine 35-jährige äthiopische Juristin, zweifache Mutter und herausragende Kämpferin für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, wie sie in der UN-Konvention verankert sind. Nigussie wurde im Alter von fünf Jahren blind. Sie wuchs in einer ländlichen Gegend in Äthiopien auf und konnte einer dort üblichen frühen Ehe entfliehen, weil sie aufgrund ihrer Behinderung als ungeeignet für eine Heirat betrachtet wurde. Ihre Mutter schickte sie stattdessen in die Schule.

Bereits in ihren Schul- und Studienjahren engagiert sich die promovierte Juristin ehrenamtlich für gesellschaftliche Veränderung und Gerechtigkeit. Mit 24 Jahren gründet sie gemeinsam mit anderen Landsleuten das Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung. Als Selbstvertreterin für Menschen mit Behinderungen nimmt sie 2016 und 2017 am High Level Political Forum bei den Vereinten Nationen in New York teil und setzt sich mit Nachdruck für eine Welt für alle ein. 

Yetnebersh Nigussie beim Engagement mit der ''Hope for the Blind Association'' in Äthiopien. © Light for the World/ECDD
Nachdem sie Licht für die Welt schon als Botschafterin vertreten hatte, verantwortet sie seit 2016 den Bereich Inklusion und Rechte von Menschen mit Behinderungen und vertritt die Organisation damit auch international.

Yetnebersh Nigussie ist verheiratet und Mutter zweier Töchter, die für sie Freude und Inspiration sind.

Durch ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Arbeit und Ausbildung, wurde Yetnebersh Nigussie zu dem inspirierenden und authentischen Vorbild, das sie heute ist. 

„Ich erinnere mich besonders gerne an unsere gemeinsamen Projektbesuche in ihrer Heimat Äthiopien – daran, mit wieviel Zuneigung und Kompetenz Yetnebersh daran arbeitet, dass jedes behinderte Kind die Möglichkeit bekommt, die Schule zu besuchen!

Die Auszeichnung ist für uns ganz klar ein Auftrag, uns weiter mit aller Energie für den Zugang behinderter Menschen zu grundlegenden Menschenrechten wie Bildung, Gesundheit und Arbeit einzusetzen", betont Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht für die Welt.

Stimme für die Zukunft

forum Nachhaltig Wirtschaften unterstützt das Engagement von Jakob Uexküll und ist daher seit der Ausgabe 3/2017 eine Partnerschaft mit dem von ihm gegründeten World Future Council (WFC) eingegangen. Dort lesen Sie umfangreiche Informationen zu seinem langjährigen Einsatz für benachteiligte Menschen. In der Ausgabe 4/2017 berichtet das WFC für Sie zum aktuellen Thema Desertifikation.


Der Right Livelihood Award wurde 1980 vom schwedischen Gründer Jakob von Uexküll gegründet, um mutige Menschen und Organisationen zu ehren, die visionäre und beispielhafte Lösungen für globale Probleme entwickeln. Der Preis ist weltweit als „Alternativer Nobelpreis" bekannt und es gibt 166 Laureaten aus 68 Ländern. Prominente Laureaten waren etwa der österreichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler, Astrid Lindgren, Bianca Jagger, Vandana Shiva, Wangari Maathai, Robert Jungk und Johan Galtung. Das Preisgeld von 315.000 Euro wird von allen Preisträgern geteilt und ist für die laufende erfolgreiche Arbeit der Gewinner zu verwenden und nicht für private Zwecke. Die Zeremonie findet am 01. Dezember in Stockholm im schwedischen Parlament statt.
 
Licht für die Welt ist eine internationale Fachorganisation für inklusive Entwicklung. Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, die allen offen steht und niemanden zurücklässt. Wir setzen uns für barrierefreie augenmedizinische Versorgung ein und unterstützen inklusive Bildung und Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Leben, damit Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Licht für die Welt ist in Deutschland als unabhängiger, gemeinnütziger Verein organisiert und unterhält Länderbüros in Äthiopien, Burkina Faso und Mosambik. Mit unseren Programmen stärken wir die Rechte von Menschen mit Behinderungen, ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben und helfen ihnen aus der Armutsfalle.
 


     
        
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