Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Kommt mir nicht in die Tüte?!

Am 3. Juli war der internationale plastiktütenfreie Tag

Der internationale plastiktütenfreie Tag macht jedes Jahr am 3. Juli auf die negativen Seiten von Kunststofftaschen aufmerksam. Als Konsequenz auf die schon länger vorherrschende Kritik am weltweiten Plastiktütenverbrauch setzen einige deutsche Initiativen mittlerweile auf einen teilweisen oder vollständigen Verzicht auf diese Produkte. Doch lohnt sich das auch aus ökobilanzieller Sicht? Und schonen Papiertüten die Umwelt mehr als solche aus Kunststoff? Im neuen Positionspapier »Plastiktüten« schätzen Experten von Fraunhofer UMSICHT das Thema aus wissenschaftlicher Perspektive ein und zeichnen Lösungswege für Wissenschaft und Gesellschaft auf. 
 
Am 3. Juli ist der internationale plastiktütenfreie Tag. © ToddTrumble / pixabay.dePlastiktüte, Papiertasche oder Jutebeutel? Diese Entscheidung wird Verbrauchern seit dem 1. Juli 2016 zumindest aus finanzieller Sicht ein Stück weit erleichtert: In einer freiwilligen Vereinbarung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB und dem Handelsverband Deutschland e. V. verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen, für Kunststofftragetaschen ein angemessenes Entgelt zu erheben. Einige Einzelhandelsunternehmen setzen sogar ausschließlich auf Alternativen aus Jute oder Papier. Diese Aktivitäten der jüngeren Zeit machen sich deutlich bemerkbar. Während in Deutschland von 2010 mit einem Verbrauch von 71 Tüten pro Person und Jahr bis 2015 mit 68 kaum ein Rückgang zu verzeichnen war, sank die Zahl innerhalb eines Jahres auf 45 Tüten im Jahr 2016, wie neue Ergebnisse der Gesellschaft für Verpackungsforschung zeigen.
 
Die Vereinbarung versteht sich nicht nur als Konsequenz auf den Plastiktütenverbrauch in Deutschland, sie will auch ein Zeichen gegen die Vermüllung der Weltmeere mit Plastik setzen. Denn seit vielen Jahren gehören Plastiktüten zu den Top 10 der meist gefundenen Müllobjekte bei Müllsammelaktionen an Stränden und stehen seitdem verstärkt in der öffentlichen Kritik. Im neuen Positionspapier »Plastiktüten« greifen Experten von Fraunhofer UMSICHT das Thema auf und schätzen vor allem aus wissenschaftlicher Perspektive Fragen ein wie: Lohnt sich der Verzicht auf Gratisplastiktüten aus ökobilanzieller Sicht? Und schonen Papiertüten die Umwelt wirklich mehr als Plastiktüten?
 
Papiertüten sind nicht zwangsläufig besser
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Fraunhofer UMSICHT stellen klar, dass Plastiktüten einen hohen symbolischen Wert in den Umweltdebatten erlangt haben, was eine sachbezogene Diskussion schwierig macht. Gleichwohl konnten Ökobilanzierungen (Analysen der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebenszyklus) des britischen Umweltamtes zeigen, dass Papier- und Baumwolltüten keine spezifischen Vorteile gegenüber Tüten aus konventionellem Kunststoff oder Biokunststoff bieten. Für alle Materialien gilt, dass sich die Mehrfachnutzung günstig auf die Ökobilanz auswirkt.
 
Bezüglich der Materialfrage sind sich die Mitwirkenden am Positionspapier »Plastiktüten« einig: Kunststofftüten aus Polyethylen (PE) mit katalytischen Zusätzen, die eine oxidative Fragmentierung auslösen, sind grundsätzlich abzulehnen. Denn dies führt gezielt zur Erzeugung von Mikroplastik, das auf den unteren Ebenen der Nahrungskette (Plankton, Muscheln, Würmer etc.) schwerwiegende Folgen haben kann. Die Verwendung von biologisch abbaubaren Materialien für Plastiktüten könnte hier eine Alternative bieten: Deren Wirkung auf die Umwelt muss allerdings noch eingehender untersucht werden. Doch selbst, wenn der Abbau sich über einige Jahre hinziehe, bringe das immer noch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den viel länger haltbaren Standardplastiktüten mit sich, die meist aus den Polyolefinen PE oder PP gefertigt sind.
 
Ein generelles Verbot von Plastiktüten lehnen die Autoren des Positionspapiers »Plastiktüten« ab. Stattdessen sollten vielmehr Wege gefunden werden, die einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit dem mehr oder weniger alltäglichen Produkt und dessen effizientes Recycling begünstigen.
 
Weitere Informationen
 
Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

Väterliche Güte - Liebe, Wohlwollen, Vertrauen
Zum Vatertag überlegt Christoph Quarch, was einen guten Vater ausmacht
B.A.U.M. Insights
Garten-PV - Den besten Stromtarif gibt es im Garten.

Jetzt auf forum:

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

Aktionsplan Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie - was bringt er?

Confiance en Europe – Zuversicht in Europa. Risiken meistern, Chancen nutzen

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ZamWirken e.V.
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • 66 seconds for the future
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • TÜV SÜD Akademie
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • NOW Partners Foundation