66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Slow Food Deutschland feiert 25-jähriges Bestehen

'Es gibt noch viel zu tun, um die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, zukunftsfähig zu machen'

Ein viertel Jahrhundert Bewusstseinsbildung für gute, saubere und faire Lebensmittel und nachhaltiges Essen - mit einem Festakt im Bremer Rathaus feierte Slow Food Deutschland am 16. Juni 2017 sein Jubiläum. "Es gibt noch viel zu tun, um die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, zukunftsfähig zu machen", so Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.
 
Sorten- und Geschmacksvielfalt statt industrieller Monotonie. Leidenschaft, traditionelles Handwerk und landwirtschaftliche Erzeugnisse statt Fließbandarbeit. Verantwortungsvolle Verbraucher mit Sinn für Genuss statt Konsumenten, die sich von Nahrungsmitteln und deren Erzeugern entfremdet haben. Dafür steht Slow Food Deutschland. In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Verein in Deutschland viel erreicht: Mit gut 14.000 Mitgliedern und zahlreichen Unterstützern ist Slow Food eine relevante Stimme geworden, die inzwischen auch in der Politik Gehör findet. "Mit unseren Projekten und Veranstaltungen schaffen wir es, Menschen für das Thema regionale und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu sensibilisieren", sagt Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende in Deutschland. "Unser Ziel ist jedoch ein nachhaltiger Systemwechsel in der Lebensmittelproduktion, der aus unserer Sicht unausweichlich ist. Wertschätzung und Verantwortung, Genuss und Freude am Essen sollen wieder einen größeren Stellenwert erhalten."
 
Der Verein bringt Lebensmittelerzeuger und Bürger miteinander in Kontakt. Er vermittelt Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln, schult die Sinne und will Transparenz erreichen, damit Verbraucher nachvollziehen können, woher ihre Lebensmittel stammen. "Das ist keine leichte Aufgabe, aber wir gehen ihr mit Leidenschaft nach", sagt Ursula Hudson. "Unsere Ernährung ist eng verknüpft mit Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verlust von Biodiversität. Wollen wir diese großen Aufgaben bewältigen, muss ein gesamtgesellschaftliches Umdenken stattfinden. Wir brauchen eine Politik, die Ernährungsfragen ganzheitlich sieht. Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz und Stadtentwicklung sind nicht isoliert zu betrachten - und zwar nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene." Dafür wird sich Slow Food Deutschland auch in Zukunft einsetzen.
 
Der Verein möchte insbesondere regionale Strukturen stärken und wieder aufbauen: Lokale, landwirtschaftliche und handwerkliche Produktionsstätten wie Bäckereien oder Metzgereien sind in vielen Regionen der Zentralisierung zum Opfer gefallen. Getreidemühlen, Schlachthöfe, Molkereien und zum Teil auch Ölmühlen gibt es nicht mehr. Kleinteilige Netzwerke und Produktionsprozesse sowie der Erhalt traditioneller Produkte wirken sich wirtschaftlich positiv auf ländliche Räume und Gemeinschaften aus und kommen auch dem Erhalt von Biodiversität, regionaler Ökosysteme und Kulturlandschaften zugute. Dafür braucht es aktives Handeln auf der politischen und gesellschaftlichen ebenso wie auf der individuellen Ebene.
 
Um seine Ziele zu erreichen, wird Slow Food seine Bildungsarbeit und bundesweiten Aktionen weiter vorantreiben und die Verbraucher wieder an die Prozesse der Lebensmittelerzeugung und an die globalen Ernährungszusammenhänge heranführen. Besonders angesprochen werden Kinder und Jugendliche - denn ihnen gehört die Zukunft. Der offizielle Festakt für das Vereinsjubiläum von Slow Food Deutschland findet auf Einladung der Bürgermeisterin und Bremer Senatorin für Finanzen, Karoline Linnert, am 16. Juni 2017 im Bremer Rathaus statt. Eine Übersicht der bundesweit stattfindenden Jubiläumsveranstaltungen finden Sie hier.
 
Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger sowie die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln.
 
Unter dem Motto "25 Jahre Slow Food Deutschland - Weil uns die Zukunft des Essens und unserer Lebensmittelerzeuger wichtig ist" feiert Slow Food Deutschland 2017 das 25-jähriges Vereinsjubiläum. 25 Veranstaltungen bundesweit laden Verbraucher zum Mitmachen ein und rücken Erzeuger und Produkte in den Fokus, die schon heute im Zeichen ökologischer Nachhaltigkeit stehen. Die thematische Bandbreite der Veranstaltungen reicht von regionaler Esskultur über Lebensmittelverschwendung bis hin zur Ganztierverarbeitung und guter Schulverpflegung.
 
Slow Food Deutschland e. V. wurde 1992 gegründet und zählt über 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in über 170 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt. www.slowfood.de
 
Kontakt: Sarah Niehaus, Slow Food Deutschland e.V. | presse@slowfood.de | www.slowfood.de


     
        
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