Lifestyle | Geld & Investment, 01.05.2017
999 Zeichen für die Zukunft
... der Mikrofinanz
Gut 200 Millionen Menschen haben bisher Kleinkredite erhalten und im Durchschnitt profitierten davon vier weitere Personen im Familienhaushalt. Das ergibt eine Milliarde Menschen und entspricht damit der Zahl der absolut Armen in der Welt laut UN-Definition. Ist damit der Job der Mikrokredite, die Muhammad Yunus maßgeblich entwickelte, getan? Noch lange nicht. Yunus verfolgt drei Ziele: „Null Armut" – noch haben rund 3-4 weitere Milliarden Arme keinen Zugang zu (Klein-)Krediten. „Null CO2-Emissionen" – mit seinem ökosozialen Unternehmen „Grameen Shakti" hat er durch die Enegieversorgung armer Haushalte mit „Solar Home Systems" bisher 20 Millionen Menschen in Bangladesch auf „null Emissionen" führen können. „Null Arbeitslosigkeit" – über klugen Umgang mit humanen Kleinkrediten soll es zu einer weltweiten „Gründerwelle von unten" kommen. 2017 startet Yunus eine weltweite Kampagne mit seinem neuen Buch „A World of Three Zeros".

Mikrofinance – Profit und soziales Engagement vereinen. Mikrofinanz-Anlagen haben in der Vergangenheit vernünftige Renditen erzielt und sich auch recht robust gegenüber Krisen an den Finanzmärkten gezeigt. Blauäugig sollten Anleger dennoch nicht an dieses Thema herangehen, denn das Anlageuniversum ist komplex und für Laien oft undurchsichtig.
Die Angebote sind schwer vergleichbar, denn es gibt unterschiedliche Modelle in Bezug auf die Erzielung von Renditen auf der einen und die Verfolgung sozialer Ziele auf der anderen Seite. Währungsrisiken, bürokratische Hürden, politische Veränderungen oder Naturkatastrophen in den Zielländern können schnell Probleme bereiten. Die richtige Auswahl der Mikrofinanzinstitute vor Ort ist eine wichtige Stellschraube für den Erfolg. Fazit: Ein Allheilmittel sind Mikrofinance-Fonds nicht, jedoch, sofern seriös konzipiert, ein Schritt in die richtige Richtung für alle Beteiligten.
Mikrofinanz – das Allheilmittel in der Armutsbekämpfung? Auch heute noch sind rund 2 Milliarden Menschen vom Finanzsystem abgeschnitten. Keine Chance, ein Girokonto zu eröffnen oder ein finanzielles Polster aufzubauen, sollte die Ernte mal ausfallen. Nicht zu denken an eine Vorsorge für das Alter.
Kleinstkredite allein reichen nicht aus, um die Bedürfnisse der betroffenen Menschen zu decken. Investmentfonds wie der GLS AI – Mikrofinanzfonds entwickeln darum breite Basisangebote. Dafür werden Mikrofinanzinstitute refinanziert, die die Begebenheiten vor Ort kennen und sich dem Kundenschutz verpflichten. Sie können die Menschen mit Versicherungen, Sparkonten aber auch Beratungen oder Schulungen versorgen.
Vergessen sind die Fehler der Vergangenheit noch lange nicht. Aber Mikrofinanz hat sich grundlegend gewandelt: zu einem Instrument, das die Defizite in unterentwickelten Finanzsystemen schließen kann.
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2017 - Wie ernähren wir uns in Zukunft? erschienen.
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