Umwelt | Naturschutz, 16.05.2017
Studie: Halbe Erdoberfläche muss zur Schutzzone werden
Rainforest Alliance fordert globales Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt
Auf 50 Prozent der Erdoberfläche müssten bis zum Jahr 2050 Naturschutzzonen entstehen. Nur so ließe sich das sechste große Artensterben stoppen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam in einer kürzlich veröffentlichten Studie. „Wir brauchen ein Pendant des Pariser Klimaabkommens für den Schutz der Artenvielfalt", fordert Nigel Sizer, Präsident der Rainforest Alliance und Koautor der Studie.
Basis der Untersuchung ist eine im Jahr 2001 erstellte Einteilung der gesamten Erdoberfläche in sogenannte ecoregions. Die insgesamt 846 verzeichneten Ökoregionen haben die Forscher in ihrer Studie neu analysiert. Ihr Ergebnis: Das 50-Prozent-Ziel ist wissenschaftlich gestützt und in der Praxis realistisch umsetzbar. Alles was es brauche, sei der politische Wille.Artensterben und Klimawandel sind zwei Seiten derselben Medaille
UN-Angaben zur Folge stehen derzeit rund 15 Prozent der Landfläche der Erde unter Schutz. In der Studie haben die Forscher Potenziale zur Wiederherstellung von Naturräumen und derzeit intakte, aber nicht geschützte Naturgebiete ermittelt. „Unsere Forderungen scheinen ambitioniert, aber sie sind zu erreichen. Es braucht die Zusammenarbeit von Regierungen, Unternehmen, Umweltschützern und indigenen Gemeinden, um entschieden zu handeln. Sind wir erfolgreich, können wir das sechste große Artenterben verhindern", sagt Sizer.
Die Kosten zur Umsetzung des globalen 50-Prozent-Ziels liegen laut den Autoren bei unter 70 Milliarden US-Dollar. Welche und wieviel Flächenanteile dabei konkret unter Schutz gestellt werden müssten, variiert von Region zu Region. Die Landschaftsart und das jeweilige Artenaufkommen sind mitentscheidend. Gleichzeitig dienen diese Grenzen nicht als Freibrief zur vollständigen Entwaldung übriger, nicht geschützter Gebiete. Positive Effekte daraus ergäben sich für die Artenvielfalt, aber auch im Kampf gegen den Klimawandel. „Der Klimawandel und das drohende Massensterben sind fest miteinander verschränkt. Wir können nicht das eine anpacken, ohne auch das andere anzugehen", so Sizer.
Indigene Gemeinden als natürliche Verbündete
Indigene Gemeinden können laut Studie eine Schlüsselrolle beim Schutz der Wälder und der Artenvielfalt einnehmen. Häufig auf den Wald als Lebensgrundlage angewiesen haben sie ein natürliches Interesse am langfristigen Erhalt von Naturräumen und an nachhaltigen Formen der Bewirtschaftung. Sie aktiv in Entscheidungsprozess einzubinden und ihre Rechte zu stärken ist daher ein wichtiger Baustein bei der effektiven Umsetzung von Schutzzonen weltweit.
Über die Rainforest Alliance
Die Rainforest Alliance mit Sitz in New York, USA, wurde 1987 als unabhängige Nichtregierungs-organisation (NGO) gegründet. Ihr zweites Herz schlägt in Guatemala – einem Land mit großer Artenvielfalt. Mit rund 35.000 Mitgliedern und einem jährlichen Budget von rund 46 Millionen Euro mehrheitlich aus Spenden, öffentlichen Fonds und Sponsorenmitteln zählt sie zu den weltweit führenden Umweltschutz-Initiativen. Die Rainforest Alliance ist heute mit vielfältigen Projekten in über 80 Ländern der Erde aktiv und unterhält Niederlassungen und Büros in neun Ländern, unter anderem in England. Sie engagiert sich für den Schutz der sensiblen Ökosysteme, den Erhalt der Biodiversität und für die nachhaltige Sicherung der gemeinsamen Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanze. Damit all dies Realität wird und bleibt, setzt sich die Rainforest Alliance ein für eine umweltverträgliche Landnutzung, sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und werteorientiertes Verbraucherverhalten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rainforest-alliance.de und www.thefrogblog.de
Kontakt:
Sascha Tischer, Adrian Woitzik, Pressestelle D/A/CH der Rainforest Alliance
Frau Reiche – es reicht!
forum 03/2026
- Resilienz
- Klimafinanzierung
- Wald
- Startups
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
JUN
2026
30
JUN
2026
JUN
2026
28
SEP
2026
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Anzeige
Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.
Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.
Wissenschaft & Forschung
Artemis und OrionChristoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
Jetzt auf forum:
VerpackDG: Über §26 mehr europäisches Recycling fördern
Jean Ziegler: Unermüdlicher Kämpfer für das Recht auf Nahrung
Alles beginnt jetzt. Auf der Straße. Im Kopf. Im Herzen.
Neuer Marktplatz für Kreislaufwirtschaft in Planung
Lebensmitteltaugliche Rezyklate aus dem Gelben Sack – Interzero leistet Pionierarbeit
DGNB entwickelt neues Zertifizierungssystem für Bestandsquartiere






















