Keine Waffen. Kein Greenwashing.Keine Kompromisse. Investieren mit echtem Impact. Jetzt Entdecken! Triodos Bank

Wie sich Lebensmittelabfälle in Betrieben vermeiden lassen

Forscher veröffentlichen Leitfaden gegen Lebensmittelverluste, die durch technische Faktoren, Beschädigung, Verderb, Überproduktion, unvorteilhafte Rahmenbedingungen oder Anforderungen der Qualitätssicherung entstehen.

Laut einer Hochrechnung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen werden jährlich schätzungsweise nur zwei Drittel der global produzierten Lebensmittel tatsächlich verzehrt. Das übrige Drittel scheidet aus unterschiedlichen Gründen aus der Lebensmittelkette aus: Es fließt in die Futtermittelerzeugung, wird für energetische oder sonstige industrielle Zwecke verwendet oder schlichtweg entsorgt. Allein in Deutschland fallen jährlich schätzungsweise 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Damit das nicht so bleibt, hat das ZNU - Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke im Auftrag des NRW-Verbraucherschutzministeriums einen Leitfaden entwickelt, der Unternehmen der Ernährungsindustrie dabei unterstützen soll, diese Form der Ressourcenverschwendung in den Betrieben zu verhindern.

„Über Lebensmittelabfälle ist in den vergangenen Jahren zum Glück viel gesprochen und geschrieben worden", sagt Markus Laumann vom ZNU. „Allerdings standen dabei häufig Haushalte und Großküchen im Fokus. Lebensmittelabfälle stellen aber auch auf Produktionsebene eine Herausforderung dar." Im Rahmen der Studie „Lebensmittelabfalldaten für mehr Nachhaltigkeit in der Ernährungsbranche" (LeDaNa) erarbeitete das ZNU deshalb Möglichkeiten, Lebensmittelabfälle in den Betrieben zu identifizieren und zu vermeiden.

© StockSnap/pixabayZur näheren Einteilung der Ursachen für Lebensmittelverluste in der Ernährungsindustrie griffen die Forscher auf die Kategorien „Technische und technologische Faktoren", „Beschädigung und Verderb", „Qualitätssicherung", „Überproduktion" und „Rahmenbedingungen" zurück. Zu all diesen Faktoren enthält der Leitfaden praktische Handlungsbeispiele. Auf Basis internationaler und nationaler Studien sowie im Austausch mit Partnern aus der Lebensmittelbranche erarbeiteten die Verantwortlichen zudem eine Systematik, die Betrieben dabei helfen soll, sich vorausschauend und effektiv der Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu widmen. Dabei gingen die Forscher speziell den Fragen nach, welche Abfalldefinitionen in der Praxis Anwendung finden können, welche Informationen zu Lebensmittelverlusten in Unternehmen vorhanden sind und welche Hindernisse bei der Ermittlung von Abfalldaten auftreten.

Allerdings machen die Autoren des Leitfadens auch klar: „Lebensmittelverluste stellen nicht allein die Akteure der Lebensmittelkette vor Herausforderungen, vielmehr sind Politik und Gesellschaft als Ganzes betroffen und in der Pflicht, Veränderungen mit anzustoßen. Denn letztlich lassen sich wirksame, zielführende Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten nur entlang der kompletten Lebensmittelkette unter gemeinsamer Kooperation der Akteure realisieren." So sei die massenhafte Entsorgung von Lebensmitteln ein Problem für alle Beteiligten: „Wenn verzehrfähige Lebensmittel weggeworfen werden, findet eine Verschwendung wertvoller Ressourcen statt – unter anderem menschlicher Arbeit, Wasser, landwirtschaftlicher Fläche. Die Folgen dieser Verschwendung betreffen sämtliche Sphären unserer Lebenswelt. Um einige Beispiele zu nennen: Ökologisch gesehen stellen Lebensmittelabfälle unnötige CO2-Emissionen sowie unnötigen Flächen-, Wasser- und Energieverbrauch dar. Wirtschaftlich betrachtet handelt es sich um eine Form von vermeidbaren Fehlinvestitionen. Unter sozialen Gesichtspunkten stehen Lebensmittelabfälle in deutlichem Widerspruch zu globalen Zielsetzungen wie der Gewährleistung von Ernährungssicherheit und der Bekämpfung von Unterernährung."

Hier finden Sie den Leitfaden zum Umgang mit Lebensmittelverlusten in der Lebensmittelindustrie.
 
Kontakt: Universität Witten/Herdecke, Markus Laumann | markus.laumann@uni-wh.de

Lifestyle | Essen & Trinken, 10.05.2017
     
Cover des aktuellen Hefts

Krieg & Klimakatastrophe

forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2023 mit dem Schwerpunkt: Zukunft gestalten

  • Im Garten des Geistes
  • Zirkularität in der Praxis
  • nachhaltig ist nicht genug
  • Zivilgesellschaft und Politik
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
23
MÄR
2023
VNU Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagertag
Trends und Tools für die nachhaltige Unternehmensentwicklung
60313 Frankfurt am Main, IHK
24
MÄR
2023
E-XPO 5020
E-Mobilität, Energie & Nachhaltigkeit
A-5020 Salzburg Messezentrum
24
MÄR
2023
12. Deauville Green Awards
Call for Films 2023 - Letzte Chance: 24. März!
F-14800 Deauville
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Ein Signal für mehr gesellschaftliche Solidarität und Zusammenhalt
Christoph Quarch hält die Wiedereinführung der Vermögenssteuer nicht nur für vertretbar, sondern für notwendig.
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Datenschutz in nachhaltigen Unternehmen

Studie zu Gewürzen und Kräutern:

IPCC-Report

Gebrauchte Software für nachhaltige IT im Unternehmen

Das 9-Euro-Ticket ist bei der TeamBank zurück

DURABLE Trendpaper:

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft:

CO2-Zertifikate

  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • toom Baumarkt GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Nespresso Deutschland GmbH