82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Zukunft Emissionshandel?

Verein für eine nationale CO2-Abgabe

Am Mittwoch dieser Woche hat das Europäische Parlament einer Überarbeitung der Regeln des Europäischen Emissionshandels zugestimmt. Auch mit diesen Regeländerungen wird der Europäische Emissionshandel auf absehbare Zeit die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen können. Eine Initiative aus Baden-Württemberg fordert deshalb jetzt die Einführung einer nationalen CO2- Abgabe auf fossile Brennstoffe, die aufkommensneutral Bürokratie abbaut, Energiesteuern und Umlagen wie die EEG-Umlage ablöst und als Lenkungsabgabe einen effizienten Klimaschutz ermöglicht.
 
Der Europäische Emissionshandel beruht darauf, dass Unternehmen in der Europäischen Union durch sogenannte „Emissionszertifikate" das Recht erwerben müssen, Treibhausgase ausstoßen zu dürfen („Verschmutzungsrechte"). Der Handel mit diesen Verschmutzungsrechten gilt bisher als das zentrale Klimaschutzinstrument der EU. Da aber von Anbeginn des Emissionshandels zu viele kostenlose Zertifikate ausgegeben wurden, ist der Preis dieser Verschmutzungsrechte so niedrig (derzeit unter 5 € pro Tonne), dass sie den europäischen Kohlendioxidausstoß kaum bremsen.
 
Weil das Problem schon lange bekannt ist, werden bereits heute jährlich 1,7 Prozent der Zertifikate vom Markt genommen. Nun hat das Europäische Parlament am Mittwoch dieser Woche beschlossen, ab 2021 diese Quote auf 2,2 Prozent pro Jahr zu steigern. Der Überschuss an nicht genutzten Verschmutzungsrechten liegt derzeit allerdings schon bei etwa drei Milliarden Zertifikaten, und der Umweltverband Climate Action Network (CAN) Europe geht davon aus, dass er bis 2020 auf bis zu 4,4 Milliarden, bis 2030 sogar auf bis zu sieben Milliarden ungenutzter Papiere steigen könnte, da auch weiterhin vor allem treibhausgasintensive Branchen wie Zement- und Stahlindustrie kostenlose Zertifikate erhalten sollen, um ihre Abwanderung ins außereuropäische Ausland zu verhindern. Derzeit werden etwa 43 Prozent der Verschmutzungsrechte gratis ausgegeben. Damit wird der Europäische Emissionshandel auf absehbare Zeit seine in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen können. Zudem werden über den Emissionshandel nur etwa 45 Prozent der gesamten Emissionen in der EU (aus 11 000 Energie- und Industrieanlagen in 31 Ländern) erfasst.
 
Deutschland ist in der Europäischen Union das Land mit dem höchsten Ausstoß von Treibhausgasemissionen. Primäres Ziel der Bundesregierung ist es derzeit, die treibhausgasintensive Industrie zu entlasten. Sie gehört daher ebenfalls zu den Bremsern in der EU, die verhindern, dass der Emissionshandel zu einem effizienten Klimaschutzinstrument wird. Die Bundesregierung verschärft damit das Problem und verlagert die zu tragenden Kosten des Klimaschutzes in die Zukunft.
 
Wenn Deutschland seine Glaubwürdigkeit und Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz behalten soll, ist es daher wichtig, schnell eine breite Zustimmung für die Einführung einer nationalen CO2-Abgabe zu gewinnen. Sie kann aufkommensneutral sein, baut Bürokratie, Umlagen und Steuern ab, kommt ohne volkswirtschaftliche Mehrkosten aus und ermöglicht als Lenkungsabgabe einen effizienten Klimaschutz. 
 
Die nachstehenden Initiatoren haben sich zusammengetan, um zukünftig möglichst viele Mitstreiter (Unternehmen, Privatpersonen, Verbände) für eine CO2-Abgabe zu gewinnen. Um sich eine Struktur zu geben, treffen sich die nachfolgenden Initiatoren am 27.3.2017 in Freiburg zur Gründung des Vereins für eine nationale CO2-Abgabe.
 
Nähere Infos finden Sie hier.
 
Die Initiatoren:
Andreas Hege, Freiburg (Greenpeace Freiburg)
Dr. Jörg Lange, Freiburg (Stadtteilzentrum Vauban 037 e.V.)
Dr. Christian Neumann, Freiburg (econsult neumann)
Dr. Joachim Nitsch, Stuttgart (ehemaliger Leiter der Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung am Institut für Technische Thermodynamik des DLR)
Martin Ufheil, Freiburg (solares bauen GmbH)
Dr. Michael Sladek, Schönau (Mitbegründer der Elektrizitätswerke Schönau, EWS)
Ursula Sladek, Schönau (Mitbegründer der Elektrizitätswerke Schönau, EWS)
 


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
20
OKT
2026
Personalmesse München powered by Zukunft Personal
Die Messe für Recruiting, Personalmanagement, BGM und Weiterbildung
80939 München
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Hinaus in die Wildnis!
Christoph Quarchs Blick auf die junge Kulturgeschichte von Naturschutz und Naturtourismus
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Januar 2027: Kommt die ESG-Berichtspflicht für den Mittelstand?

MBA Sustainability Management: Live-Podcast und 42 neue Absolvent*innen

Es brennt! Doch kaum regnet es, ist alles vergessen …

Wie smarte Technologie Würde und Sicherheit im Alter sichert

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

B.A.U.M. Insights
  • ZamWirken e.V.
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Zendure DE GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • SUSTAYNR GmbH
  • 66 seconds for the future
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)