„Wir wollen Werte für Menschen schaffen“
Gisela Eickhoff, persönliche Referentin von Vorstand Dietmar Harting der Harting-Technologiegruppe, spricht im Interview über die Herausforderungen des Familienunternehmens.

„Ich sehe einen zunehmenden Einfluss der Politik, dem wir frühzeitig begegnen sollten." Gisela Eickhoff, Harting-Technologiegruppe
Frau Eickhoff, gesellschaftliche Verantwortung in einem Familienunternehmen wie der Harting AG & Co. KG aus Espelkamp – wie funktioniert das?
Eickhoff: Ethisches Verhalten ist in unserem Unternehmen seit seiner Gründung im Jahre 1945 tief verankert. Mit unserer Vision „Wir wollen Werte für Menschen schaffen" legen wir das Fundament für unsere Unternehmensziele, die sich unter anderem auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausrichten. Diese Werte sind im Hause spürbar und werden von den 4 300 Mitarbeitenden im täglichen Handeln lebendig. Zeugnis davon legen Auszeichnungen wie die als Klimaschutzunternehmen oder zur Fabrik des Jahres ab. Wir haben uns schon früh für den Leitfaden zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung, der in Deutschland nicht zertifizierungsfähigen ISO 26000, ausgesprochen und sind mit unseren wichtigsten deutschen Gesellschaften nach den international anerkannten Normen ONR 192500 sowie RS 10 zertifiziert.
Welche Ansprüche stellen Ihre Kunden hinsichtlich Nachhaltigkeit?
Eickhoff: Neben Qualität und Liefertreue findet sich auch ethisches Verhalten als ein Bestandteil in den Verträgen wieder. In den letzten Jahren hat die Überprüfung eben solcher Vertragsbestandteile durch spezielle CSR-Fragebögen oder auch Audits zugenommen. Wir begegnen diesen durch unser CSR-Managementsystem und erhalten dafür Zuspruch von unseren Kunden. Im Jahre 2015 erhielten wir den Supplier Sustainability Award von Bombardier Transportation, im Jahre 2016 den Goldstatus der Ratingagentur Ecovadis. Diese Rückmeldungen unserer Kunden sind sehr motivierend, wissen wir doch auch, welche Herausforderungen noch vor uns stehen.
Welche Herausforderungen sehen Sie zukünftig?
Eickhoff: Für die Zukunft sehe ich einen zunehmenden Einfluss der Politik, dem wir frühzeitig vonseiten der Industrie begegnen sollten. Die deutsche G7-Präsidentschaft endete mit konkreten Zielen zur Verantwortung in der Lieferkette sowie zum Vision Zero Fond. Beide Zielsetzungen werden auch die deutsche G20-Präsidentschaft prägen. Daher engagieren wir uns in den B20-Vorbereitungen, um hier die Perspektive des familiengeführten deutschen Mittelstandes mit einzubringen. Nicht zuletzt mit dem nun verabschiedeten Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte wird deutlich, dass die Bundesregierung den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft würdigt, aber auch eine Verbindlichkeit in Aussicht stellt, wenn zu wenige Unternehmen handeln. Ausdrücklich unterstreicht der Aktionsplan die Rolle von Verbänden als Intermediär, um eine Meinungsbildung und insbesondere gemeinsame Vorgehensweise abzustimmen – da sind wir mit Blue Competence gut aufgestellt.
Frau Eickhoff, wir danken Ihnen für das Gespräch!
Kontakt: VDMA, Judith Herzog-Kuballa | judith.herzog@vdma.org | www.vdma.org
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