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Günstig und schnell Energiesparen mit Vorbildfunktion

Stadt Pirmasens dämmt Gebäudespeicherdecken an Schulen und Kindertagesstätten

  • Stadt Pirmasens dämmt Gebäudespeicherdecken an Schulen und Kindertagesstätten
  • Schnell wirksame nachhaltige Einsparung von Energie und Kosten
  • Effizienter Einsatz von Mitarbeitern des Tiefbauamts in der Schlechtwetterperiode
Animierte thermographische Aufnahme Rathaus Pirmasens mit Denkmal des Landgrafen. © Stadt PirmasensDie Stadtverwaltung im westpfälzischen Pirmasens hat Privathaushalten und Unternehmen am praktischen Beispiel vorgeführt, wie man schon mit vergleichs­weise einfachen Mitteln schnell und günstig einen deutlichen Beitrag zu kosten­sparendem Energie- und Klimaschutz leisten kann. So lassen sich je nach Objekt über die Dämmung der oberen Geschossdecke von Gebäuden ganz erhebliche Heizkostenersparnisse erzielen. Im Fall der kurz vor dem Abschluss stehenden Maßnahme zur Dämmung der 900 qm großen Speicherdecke der Grundschule Wittelsbach mit nichtbrennbarer Steinwolle bemisst sich die Einsparung auf etwa 14.500 Liter Heizöl-Äquivalent pro Jahr; bei einem Literpreis von 60 ct. entspricht das 8.700 Euro. Dies spart gleichzeitig etwa 30 Tonnen CO2 im Jahr.
 
Im Kindergarten Gersbach wurde unmittelbar zuvor eine Speicherdeckenfläche von 700 qm isoliert mit einem berechneten Sparpotenzial per annum von 4.000 Liter Heizöl-Äquivalent (2.400 Euro). Entsprechende Maßnahmen mit vergleichbarem Erfolg wurden bereits im Frühjahr 2016 am Leibniz-Gymnasium und an der Sommerwaldschule durchgeführt.
 
Bisher wurden etwa 88 Immobilien, die im Besitz der Stadt Pirmasens sind, auf Möglichkeiten zur Energieeinsparung untersucht. Daraus wurden unterschiedliche Maßnahmen abgeleitet, die gemäß eines Kriterienkataloges eine Priorisierung in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen erfahren haben. Im Blick stehen daher als erstes Projekte, die mit verhältnismäßig geringen Mitteln, einer kurzen Amortisationsdauer und mit eigenem Personal realisiert werden können. Hintergrund für die Wahl dieser Jahreszeit ist der produktivitäts­steigernde Einsatz des städtischen Tiefbauamts für alle anfallenden Arbeiten ? dessen Mitarbeiter verfügen in der Schlechtwetterzeit oft über freie Kapazitäten.
 
Ein willkommener Nebeneffekt der Dämmungsmaßnahmen liegt in der nun viel besseren Regulierung der Wärme in den oberen Stockwerken der vier Gebäude. Bislang musste dort angesichts der auskühlenden Deckenbereiche ständig nachgeheizt werden, was regelmäßig unten zur Überheizung führte; dies zog Beeinträchtigungen sowohl für die Ausgeglichenheit als auch die Lernfähigkeit der Kinder nach sich.
 
Pragmatische, weil schnell wirksame und nachhaltige Maßnahmen wie die Dämmung von Gebäudespeicherdecken ergänzen in Pirmasens ein ganzheit­liches kommunales Konzept zum Energie- und Klimaschutz. Dieses setzt auf das Einsparen von Energie und fördert zugleich erneuerbare Energien aus Photo­voltaik und Biomasse.
 
„Dieses Projekt zeigt, dass man auch mit vergleichsweise geringem Einsatz schnell und nachhaltig Energie sparen kann", betont Michael Schieler, Beigeord­neter, Bau- und Finanzdezernent der Stadt Pirmasens. „Neben der Reduzierung der mittel- und langfristigen Betriebskosten beim Unterhalt der städtischen Gebäude geht es uns gerade auch um das Setzen von Impulsen. Insofern sind Nachahmer ausdrücklich gewünscht und willkommen - ob im Privathaushalt oder im Unternehmen."
 
Ergänzendes zur Stadt Pirmasens
Erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 850 als „pirminiseusna", angelehnt an den Wanderprediger Pirminius. Der als Stadtgründer geltende Landgraf Ludwig IX. errichtete im heutigen Pirmasens die Garnison für ein Grenadierregiment, es folgten 1763 die Stadtrechte. Am südwestlichen Rand des Pfälzerwalds gelegen und grenznah zu Frankreich ist das rund 40.000 Einwohner zählende, rheinland-pfälzische Pirmasens wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. In ihrer Blütezeit galt die Stadt als Zentrum der deutschen Schuhindustrie und ist in dieser Branche heute noch wichtiger Dreh- und Angelpunkt; davon zeugen unter anderem der Sitz der Deutschen Schuhfachschule, des International Shoe Competence Centers (ISC) oder der Standort der ältesten Schuhfabrik Europas. Zu den tragenden Wirtschaftsbereichen zählen unter anderem chemische Industrie, Kunststofffertigung, Fördertechnik-Anlagen und Maschinenbau. Pirmasens positioniert sich heute als Einkaufsstadt mit touristischem Anspruch und gut ausgestattetem Messegelände. Seit 1965 wird eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Poissy gepflegt.
 
Weitere Informationen sind unter http://www.pirmasens.de erhältlich.

Technik | Green Building, 16.02.2017
     
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