Lifestyle | Essen & Trinken, 16.02.2017
Gewusst wie: Mit drei Klicks zu weniger Lebensmittelabfall
Wissenschaftler der FH Münster präsentieren Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojekts
Es hat sich einiges getan bei Ina Enders und ihren Kollegen. Enders, bei der Fisch-Systemgastronomie Nordsee für das Nachhaltigkeitsmanagement zuständig, hat gerade testweise eine Neuerung eingeführt, zunächst in etwa 25 Nordsee-Filialen: In den letzten 30 Minuten vor Ladenschluss werden die Produkte in der Snackbar um 30 Prozent im Preis reduziert. So gehen weniger Lebensmittel verloren, ist sich Enders sicher. Und es wird sich, davon ist sie überzeugt, auch betriebswirtschaftlich bemerkbar machen.
Den Impuls für diese Aktion bekam sie von der Internetplattform „LAV - Lebensmittel Abfall Vermeiden", die Wissenschaftler vom Institut für Nachhaltige Ernährung (iSuN) der FH Münster in einem Forschungsprojekt entwickelt haben. Enders‘ Unternehmen ist eines von 13 Praxispartnern gewesen, zu denen auch das Gastgewerbe, Bäckereien und Fleischereien gehörten. „Seitdem sind die Mitarbeiter noch mehr sensibilisiert", sagt Enders. Studien des Instituts bestätigen, was Enders in ihrem Betrieb beobachtet: Die Sensibilisierung der Mitarbeiter schafft Verständnis. Und Unternehmen können schon allein mit der regelmäßigen Messung Lebensmittelabfälle einsparen.Das zweijährige Projekt „Verluste in der Lebensmittelbranche vermeiden: Forschungstransfer in die KMU-Praxis" wurde nun bei einem Treffen von Praxispartnern, Förderern und Wissenschaftlern in Osnabrück, dem Sitz der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), offiziell abgeschlossen. Die DBU finanzierte das Projekt mit 125.000 Euro.
„Wir müssen uns des Werts von Lebensmitteln wieder besinnen", sagte Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU. Das sei ein wichtiges Thema, bei dem sich die DBU in der Förderung einsetze. Prof. Dr. Guido Ritter vom iSuN, Leiter des Forschungsprojektes, erklärte, dass der Transfer in die Unternehmen das Ziel war. „Sie können eine ganze Menge gegen Lebensmittelverluste tun, wenn sie nur wissen, wie", so der Ernährungswissenschaftler. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehle es oft an Ressourcen für diese Aufgabe. „Die meisten Forschungsprojekte haben bisher Ergebnisse geliefert, wie Lebensmittelabfälle vermieden werden können. Der Knackpunkt ist aber immer gewesen, wie die Ergebnisse in die Unternehmenspraxis übertragen werden können", erklärte Ritter.
Der Wissenschaftler und sein Team haben mehr als 500 internationale und nationale Instrumente und Hilfen recherchiert, sie nach ihrer Praxistauglichkeit beurteilt, nach Branchen und Phasen sortiert und eine Auswahl auf der Website www.lebensmittel-abfall-vermeiden.de kostenfrei zur Verfügung gestellt. So eine gebündelte, praxisnahe Informationsquelle habe es weltweit bisher nicht gegeben. „Wir bekommen inzwischen sogar Anfragen aus dem Ausland, ob es diese Plattform auch in englischer Sprache geben wird", sagte Ritter. Das Forschungsprojekt sei zwar nun offiziell abgeschlossen, doch nun gelte es, die Unternehmen weiter auf ihrem Weg mit Know-how zu unterstützen. Es werde derzeit über eine Weiterentwicklung der Internetplattform gesprochen.
Die iSuN-Wissenschaftler verstehen ihre Forschung als Beitrag zum Ziel der EU und der Vereinten Nationen: Bis zum Jahr 2030 sollen die Lebensmittelabfälle um die Hälfte reduziert werden.
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