Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Die Fähr' kommt

Geräuschlos, wartungsarm und emissionsfrei wird das Schiff künftig bis zu 35 Fahrgäste (inkl. Fahrräder) über den Rhein transportieren.

Mit Strom über den Strom – nach diesem Motto soll ab Sommer 2017 die erste Elektro-Rheinfähre ihren Dienst aufnehmen und regelmäßig zwischen dem rheinland-pfälzischen Guntersblum und der hessischen Kühkopfinsel verkehren. Die Allianz Umweltstiftung unterstützt das Projekt, letzte Woche wurde der entsprechende Vertrag unterzeichnet.
 
Fährverbindung unterbrochen
Die Fähr‘ kommt: Junge und etwas ältere Fans der Fährverbindung von Guntersblum zur Kühkopfinsel. Foto: Kristof LempAls 2013 die regelmäßige Fährverbindung zwischen der rheinland-pfälzischen Gemeinde Guntersblum und der Kühkopfinsel, dem größten hessischen Naturschutzgebiet "Kühkopf-Knoblochsaue" eingestellt wurde, ergriff man in den betroffenen Kommunen sofort die Initiative und gründete den sogenannten Fähr-Förderverein. Das Ziel: die Anschaffung einer eigenen Fähre.
 
Neue Fähre kommt
Dank der Allianz Umweltstiftung nimmt die Anschaffung dieser Rheinfähre nun konkrete Gestalt an. 54.000 Euro steuert die Stiftung zu dem Vorhaben bei und schließt damit die letzte noch bestehende Finanzierungslücke. Bei der Unterzeichnung des Förderbescheides konnte die Vorsitzende des Fördervereins, Claudia Bläsius-Wirth, deshalb letzte Woche verkünden: "Unser Traum wird wahr. Die Fähr’ kommt und wird im Spätsommer 2017 den regelmäßigen Betrieb aufnehmen!"
 
Freuten sich über die Vertragsunterzeichnung (v.l.n.r.): Annette Enders (Obere Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Darmstadt), Claudia Bläsius-Wirth (Vorsitzende Fähr-Förderverein), Dr. Lutz Spandau (Vorstand Allianz Umweltstiftung) und Klaus Penzer (Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Rhein-Selz). Foto: Kristof LempWie groß die Nachfrage nach einer Fährverbindung zwischen der Kühkopfinsel und Guntersblum in Rheinhessen sei, zeige sich immer wieder bei den Aktionstagen, zu denen der Fähr-Förderverein eine angemietete Fähre einsetze, erläuterte Bläsius-Wirth, "ein echter Gewinn für beide Seiten".
 
Gewinn für Mensch und Umwelt
Mit der neuen Verbindung zählt auch die Umwelt zu den Gewinnern, denn die neue Fähre erhält einen Elektroantrieb: Geräuschlos, wartungsarm und emissionsfrei wird das 12,5 Meter lange Schiff künftig bis zu 35 Fahrgäste (inkl. Fahrräder) über den Rhein transportieren. Ein wichtiger Aspekt für die Allianz Umweltstiftung. Deren Vorstand Dr. Lutz Spandau betonte: "Wir wollen mit unserer Unterstützung immer auch Zeichen setzen."
 
Von der ersten Elektrofähre auf dem Rhein erwartet sich Spandau aber auch einen noch größeren Zuspruch für das Naturinformationszentrum im Hofgut Guntershausen auf der Kühkopfinsel, das mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung realisiert wurde. Statt kilometerlange Umfahrungen in Kauf nehmen zu müssen, könnten Interessierte aus der rheinhessischen Weinregion künftig auf direktem Weg auf die Kühkopfinsel kommen und die vielfältigen Angebote rund um das Informationszentrum nutzen, erwartet Spandau. "Wir versprechen uns, dass die ohnehin erfreulich hohen Besucherzahlen dort nochmals getoppt werden!"
 
Fähre als Infopunkt
Die neue Elektrofähre stellt aber mehr als nur die Verbindung zwischen Guntersblum und Hessens größtem Naturschutzgebiet dar. Sie wird in den Auen-Erlebnispfad "Lebendige Inselwelt" eingebunden sein, der bis Herbst 2017 ebenfalls mit Unterstützung der Allianz Umweltstiftung realisiert wird. "Die Fähre wird in diesem Rahmen zu einem speziellen Informationspunkt, der die Besucher für die naturräumlichen Besonderheiten dieses Schutzgebietes sensibilisieren soll," betonte Annette Enders, Leiterin der Oberen Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Darmstadt, "denn die einzigartige Flora und Fauna auf dem Kühkopf darf nicht beeinträchtigt werden."
 
Fähre als Wirtschaftsmotor
Auf rund 390.000 Euro belaufen sich die Kosten für die Produktion der Elektrofähre, die mit grünem Strom versorgt werden wird, sowie die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, etwa die Anlage neuer Rampen. "Eine Investition, die sich auf alle Fälle rechnen wird", prophezeite Klaus Penzer, Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Rhein-Selz. "Die Kühkopf-Fähre wird ein wichtiger Wirtschaftsmotor sein – für das Hofgut Guntershausen genauso wie für die zahlreichen touristischen Angebote der rheinhessischen Weinregion."
 
Unterwegs sein wird die Elektrofähre von April bis Oktober an Wochenenden, Feiertagen und Brückentagen. Geplant sind auch Sonderfahrten für Schulen und Kindertagesstätten sowie die Zusammenarbeit mit Gymnasien der Region und den Fachhochschulen in Mainz und Worms. Darüber hinaus soll die neue Fähre auch Bestandteil buchbarer Pakete zum Nachhaltigen Tourismus sein.
 


     
        
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