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KISS

Der rührige Land- und Forstwirt Hans Fritz aus Rimsting am Chiemsee ist ein Mann der Tat.

Foto: brunthaler-baumhaus
Wo immer er eine gute Idee hat oder ein Problem sieht, das es zu lösen gilt, krempelt er die Ärmel hoch. Unter dem Slogan „BHB" (Bauern helfen Bauern) realisierte er schon vor 24 Jahren Flüchtlingshäuser im Kriegsgebiet von Ex-Jugoslawien. Er rief Landwirte in seiner Region auf, vom Wirbelsturm Wiebke flachgelegte Bäume zu spenden, begeisterte Sägewerke dafür, das Holz kostenlos zu schneiden, und bereits kurz danach konnten die ersten BHB-Häuser unter seiner Anleitung in Kroatien aufgebaut werden. Die Aktion läuft seitdem immer noch weiter, mittlerweile unter einer Initiative aus Salzburg. Allein 2015 wurden in einer der ärmsten Regionen Europas, der Gegend um Srebrenica in Bosnien, über 30 BHB-Häuser gebaut. Mittlerweile stehen in Ex-Jugoslawien bereits 1.200 dieser Häuser.
 
Fritz baute den Haustyp seiner Hilfsinitiative auch in Algerien, Bolivien, Guatemala, in Süddakota in den USA, im berühmten Indianerreservat am Wounded Knee und zuletzt nach dem Erdbeben in Haiti. Er unterrichtet dabei immer, wie bereits damals in Ex-Jugoslawien erfolgreich praktiziert, heimische Handwerker nach seiner Philosophie, der „Hilfe zur Selbsthilfe". Sogar im umbrischen Assisi wurden 1998 nach dem schrecklichen Erdbeben auf die Schnelle fünf Häuser im Klosterhof der bayerischen Schwestern gebaut, weil das Kloster unbewohnbar war. Und weil ihm generationenübergreifendes Wohnen und die Sharing Economy am Herzen liegen, weihte er vor zwei Jahren seine Mehrgenerationensiedlung im bayrischen Bad Endorf ein. Auch dort realisierte er bezahlbaren Wohnraum mit hohem ökologischem Anspruch – selbstverständlich mit dem nachwachsenden Baustoff Holz.
 
Nachhaltiges Bauen statt Containersiedlungen
Seit Beginn der aktuellen Flüchtlingskrise befasst sich Fritz damit, eine preiswerte Alternative zu Containersiedlungen und Massenwohnheimen zu entwickeln. Dazu musste er seinen genial simplen Haustyp der bayerischen Bauordnung anpassen. Besonders wichtig ist es ihm dabei, Häuser zu entwickeln, die nicht für teures Geld temporär aus dem Boden gestampft werden, sondern innovative Unterkünfte zu schaffen, die auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt sind. Fritz kämpft damit für eine nachhaltige Lösung der deutschen Wohnungsnot. „Ich wünsche mir den Bau intelligenter, preiswerter Wohnungen, ungeachtet eines steigenden oder sinkenden Flüchtlingsstroms, denn ich bin der Meinung, dass sich Integration nur dezentral entwickeln kann und auch nur dann, wenn sich die Leute in ihren neuen Wohnstätten wohlfühlen und gerne bleiben wollen", ist das Credo des Unternehmers.
 
Was in vielen Ländern möglich war, ist in Deutschland jedoch nicht so einfach. Sein modifizierter BHB-Haustyp wurde durch die vielen Auflagen hierzulande einfach zu teuer. Doch so schnell gab der Unternehmer nicht auf. Zusammen mit einer großen Zimmerei entwickelte er einen preisgünstigen und flexiblen, quadratischen Bungalow mit Bad, Heizung und Küche. Der schlüsselfertige Festpreis beträgt inklusive Fundamentierung 65.000 Euro in der Standardversion. Der Holzständerbau ist als kleines Zuhause für ein oder zwei und vorübergehend vier Personen geplant und kann auch in Reihe mit bis zu fünf Häusern gebaut werden. Abänderungen in der Innenaufteilung nach individuellen Wünschen sind problemlos möglich. Weiterer Vorteil nach Angaben des Entwicklers: Die Häuser können schnell aufgebaut und auch ohne großen Aufwand rückgebaut und danach sogar wiederverwendet werden. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass Häuser, ähnlich wie unsere Autos, zu komplex werden und dass KISS sowohl aus technischer wie auch aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht sinnvoll ist, dann senden Sie der forum-Redaktion Ihre Ideen und Entwicklungen zu. 
 
Mehr dazu:  www.hans-fritz.de

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2016 - Zukunft der Arbeit erschienen.

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