Soziale Verantwortung endet nicht am Werkstor

Die Anforderungen an die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen nehmen zu.

Die Harting-Technologiegruppe stellt auch an ihrem chinesischen Standort in Zhuhai hohe Ansprüche an ihre soziale und ökologische Verantwortung. Auch die Wilo SE ist vorbildlich.
 
Bildquelle: Harting
Die Anforderungen an die menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten von Unternehmen nehmen zu. Mit einem Nationalen Aktionsplan (NAP) will die Bundesregierung derzeit die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland umsetzen. Der VDMA setzt dabei auf Freiwilligkeit als Maxime, denn die Unternehmen zeigen Engagement.

Unternehmen im Blickfeld der Politik
Hierbei rücken auch die Unternehmen – und zwar aller Größen – ins Blickfeld der Politik. Nach dem Motto „Was für einzelne profitabel ist, sollte für alle anderen nicht schädlich sein" will die Bundesregierung gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren dort aktiv werden, wo Nachholbedarf besteht. „An dieser Stelle fordern wir von der Bundesregierung, darauf zu achten, dass gerade die tragende Säule der deutschen Wirtschaft, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, nicht mit Berichtspflichten überfrachtet werden", erklärt Naemi Denz, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung.

„Der Ansatz der Freiwilligkeit hat sich als erfolgreich erwiesen", versichert Denz. „Die Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus bilden in überdurchschnittlichem Maße aus. Sie exportieren neben deutschen Standards auch Sicherheitsbestimmungen in ihre ausländischen Standorte. Dass wir uns als Industrie kümmern, zeigen nicht zuletzt die vielen Beispiele der VDMA-Initiativen Blue Competence und Wir unternehmen was", sagt Denz weiter.

Ein Beispiel dafür ist das Engagement der Harting KGaA an ihrem Produktionsstandort im chinesischen Zhuhai. Von Beginn an galten dort die gleichen ökologischen Standards wie an den deutschen Werken des Unternehmens – auf Basis eines Managementsystems nach der ISO 14001. Heutzutage erwarten Kunden aber auch Auskunft über die Wahrnehmung von Corporate Social Responsibility (CSR). Deshalb hat sich das Unternehmen für die Einführung eines entsprechenden Managementsystems nach der nicht zertifizierbaren ISO 26000 entschieden. „Wir sind den Weg gegangen, unsere wichtigsten deutschen Connectivity- und Networks-Gesellschaften (C + N-) nach der ONR 192500 zu zertifizieren, um so unseren Kunden gewissenhaft Auskunft geben zu können", sagt Gisela Eickhoff, persönliche Referentin des Inhabers der Harting-Technologiegruppe.

Leistungsorientierung
Auch der Vorstand der Wilo SE, Dortmund, entschied sich 2010 bewusst dafür, der unternehmerischen Verantwortung einen festen Platz in der Unternehmensstrategie zu widmen. Getragen wird sie von drei Säulen: Corporate Governance, CSR und Corporate Citizenship. Sie beschreiben die ethischen Werte im Umgang mit den Mitarbeitern, das nachhaltige Handeln des Unternehmens und gesellschaftliche Themen unter philanthropischen Gesichtspunkten. Umgesetzt wird dies unter anderem durch eine angemessene leistungsorientierte Entlohnung an allen Standorten weltweit mit vielen Zusatzleistungen. In Ländern mit unzureichender medizinischer Versorgung kann das die Übernahme von Krankheitskosten bedeuten, auch für Familienangehörige. „Gesellschaftliche Verantwortung ist mehr als Spenden und Sponsoring. Es geht um eine Grundhaltung, ein Werteverständnis, das überall auf der Welt gilt – und ist damit Bestandteil der Unternehmenskultur", betont Helga Kaiser, Director CSR/Corporate Citizenship bei Wilo.

Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence

Wirtschaft | Branchen & Verbände, 18.05.2016

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