Blue Planet Award Nominierter erhält Europäischen Bürgerpreis 2015

Der Friedens- und Menschenrechtsaktivist Tomo Križnar wird heute von der EU für seinen ehrenamtlichen Einsatz im Sudan mit dem Europäischen Bürgerpreis 2015 geehrt.

Heute, 14.10.2015, wird in Brüssel der Filmemacher und Journalist Tomo Križnar zusammen mit 44 weiteren Personen aus allen Ländern der EU mit dem European Citizen’s Prize des Jahres 2015 ausgezeichnet. Trotz der Würdigung seines selbstlosen Einsatzes für Frieden und Menschenrechte im Sudan durch die EU kritisiert der Preisträger den Europäischen Staatenverbund dafür, dass er in dem von mörderischen Kriegen, Korruption und Ausbeutung geschüttelten Sudan eine „traurige Rolle" spiele. Immerhin kooperieren Länder der EU und die EU selbst immer wieder mit der sudanesischen Regierung, obwohl seit 2010 gegen den sudanesischen Staatschef Umar al-Baschir, der über einen Militärpusch an die Macht kam, ein Haftbefehl des Internationalen Gerichtshof wegen Völkermord und anderer Verbrechen vorliegt.
 
Tomo Kriznar, Foto: Tomo KriznarTomo Križnar wurde u.a. dafür bekannt, dass er eine zivile Drohnenüberwachung nicht nur für bedrohte Tierarten, sondern auch für von Genozid betroffene Bevölkerungen wie die Nuba im Sudan fordert. Seit 1979 reist Tomo Križnar in den Sudan und arbeitet dort unter Einsatz seines Lebens für Frieden, Menschenrechte und Umweltschutz. Er teilte das Leben der Ethnien und lernte insbesondere von den Nuba, wie man in dieser Welt anders leben kann.
 
Von Spenden finanziert kaufte Tomo Križnar Minikameras, um damit den bedrohten Nuba in ihrer hilflosen Lage die Möglichkeit zu geben, zu dokumentieren, wie sie von den sudanesischen Milizen überfallen, beschossen, vergewaltigt, ermordet werden. So gab er den bis dahin im Ausland wenig Gehörten die Voraussetzung, sich selbst mit Bilddokumenten an die Weltöffentlichkeit zu wenden. Aus dem bewegenden Bildmaterial entstand der Dokumentarfilm „Eyes And Ears Of God" (2012).
 
Trotz mehrfacher Inhaftierungen im Sudan, bei denen Tomo Križnar u.a. Spionage vorgeworfen wurde, kehrte er immer wieder in die Kriegsregionen des Sudan zurück, um seinen Einsatz für Frieden und die Lebensrechte der Einheimischen fortzusetzen. In dem 2008 fertig gestellten Dokumentarfilm „Dar Fur - War for Water" wies er nach, dass oft nur Hilfsbereitschaft geheuchelt wird, es in Wirklichkeit aber um Macht sowie um Zugang zu Öl, Land und Wasser geht. Der Film gehört zum Projekt "Safe-Keeping Darfur", mitgefördert von der Berliner Stiftung „Cinema for Peace" und der humanitären Stiftung, H.O.P.E.
 
Der EU-Preisträger wird in seiner Dankrede in Brüssel den Erhalt des European Citizen’s Prize mit einem Appell an die Verantwortlichen der EU und die Weltöffentlichkeit verbinden, im Sudan alles zu tun, um das schreckliche Morden und die massenhafte Vertreibung der Menschen dort endlich zu beenden. Einige der bekannten Fluchtursachen, wie Bürgerkrieg, Knappheit von Wasser und Nahrung, Raub von Land für die Ausbeutung von Bodenschätzen oder den großflächigen Anbau von Lebensmitteln unter der Regie ausländischer Konzerne (Landgrabbing) sowie die Zwangsislamisierung der Bevölkerung träfen alle Sudan zu.
 
Tomo Križnar gehört zu den Menschen, die sich für Erhalt und Rettung des Blauen Planeten einsetzen. Deshalb hat ethecon- Stiftung Ethik & Ökonomie am 21. September 2015, dem weltweiten Tag des Friedens, Tomo Križnar für den Internationalen ethecon Blue Planet Award 2014/2015 nominiert. Dieser Preis ehrt Menschen, „die sich herausragend für menschliche Ethik im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie einsetzen und derart für den Erhalt und Rettung unseres Blauen Planeten kämpfen" und wird am 21. November in Berlin verliehen. Der Blue Planet Award wird zusammen mit dem Internationalen Black Planet Award vergeben, der in diesem Jahr Andrew Liveris und James Ringler sowie die GroßaktionärInnen von DOW CHEMICAL an den Pranger stellt, „die in schockierender Weise menschliche Ethik im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie mit Füßen treten und derart den Ruin und die Zerstörung unseres Blauen Planeten betreiben hin zu einem Schwarzen Planeten".
 
Quelle: ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie | www.ethecon.org


     
        
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