999 Zeichen für die Zukunft von Plastik

Was tut die Wirtschaft gegen die Meeresverschmutzung durch Kunststoffabfälle?

Monique Klebsattel © Ecover Deutschland GmbH„Unsere Gewässer brauchen keinen Plastikmüll - dieses Projekt schon: Gemeinsam mit der Organisation Plastic Whale haben wir Plastikmüll aus den Grachten Amsterdams gefischt und zu neuen Spülmittelflaschen recycelt. Dadurch konnte verhindert werden, dass der Müll überhaupt ins offene Meer gelangt. Bereits im letzten Jahr sammelten wir Müll aus dem Meer, um ihn zu neuen Flaschen zu verarbeiten. Bei der Produktion haben wir uns von der Natur inspirieren lassen und die Zellstruktur von Einzellern als Vorbild genommen: Durch Einkerbungen in der Oberfläche können 15 % Material eingespart werden. Die Flasche besteht zu 10 % aus Plastikmüll, der aus den Grachten in Amsterdam gefischt wurde und zu 90 % aus recyceltem Haushalts-Plastikmüll. Jährlich verenden bereits tausende Meereslebewesen durch die steigende Verschmutzung mit Plastik und am Ende landet der Plastikmüll auch auf unseren Tellern. Ecover möchte darauf aufmerksam machen und zeigen, wie wertvoll Plastikmüll sein kann – wenn er weiterverarbeitet statt weggeworfen wird."
 
Monique Klebsattel, Country Marketing Manager der Ecover Deutschland GmbH
 
 
Dr. Rüdiger Baunemann © PlasticsEurope Deutschland e.V. Kunststoffe sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Nach der Nutzung ist ein effizientes Abfallmanagement entscheidend, damit kein Müll in den Gewässern landet. In Deutschland werden 99 Prozent der Kunststoffabfälle verwertet. Aus Abfällen werden neue Produkte oder es wird daraus Energie gewonnen. Doch viele europäische Länder deponieren noch immer mehr als zwei Drittel der Verbraucherabfälle aus Kunststoff. PlasticsEurope wirbt daher europaweit für ein Verbot der Deponierung von verwertbaren Siedlungsabfällen und betreibt Programme für eine qualitativ hochwertige Kunststoffabfallverwertung. Mit Information und Aufklärung setzt sich die Kunststoffindustrie für einen sachgerechten Umgang mit Abfällen und den Gewässerschutz ein. Zusätzlich unterstützen die Kunststofferzeuger die „Globale Deklaration" gegen Meeresmüll und bieten mit dem World Plastics Council aus rund 50 weltweit führenden Unternehmen und Verbänden der Kunststoffindustrie eine Plattform für globale Lösungen.
 
Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Kunststofferzeuger PlasticsEurope Deutschland e.V.
 
 
Theo Besgen © BeoplastOffensichtlich nicht genug – bis zu 46.000 Teile Plastikmüll pro km2 schwimmen im Meer. Diese Menge ist sogar vom Weltraum aus zu sehen. Dabei sinken mehr als 70 Prozent auf den Grund, werden zerkleinert, von Meeresbewohnern mit Nahrung verwechselt und aufgenommen. Nur 15 Prozent der sichtbaren Plastikabfälle gelangen wieder an Land, plus die z.B. im Fisch eigelagerten Plastikpartikel. Konsequenzen:
  1. Forschung in Bio-Kunststoffe intensivieren: Rohstoffe aus erneuerbaren Quellen klimaneutral produzieren, recycelbar und sich selbst rückstandsfrei auflösend.
  2. Plastikabfall reduzieren und recyceln: Bislang werden selbst bei uns nur 42 Prozent Plastikmüll recycelt.
  3. Schiffsmüll: Strafbewehrte Dokumentationspflicht mit Kontrolle, GPS-Sender-Pflicht für jedes Netz, um „Geisternetze" zu vermeiden.
  4. Meeresmüll-Bergung: massive Förderung neuer Technologien.
Das kann aber nur gelingen, wenn die politisch Verantwortlichen die Rahmenbedingungen entsprechend gestalten. Dass es möglich ist, zeigt die Energiewende.
 
Theo Besgen, Geschäftsführer von Beoplast

Umwelt | Umweltschutz, 01.10.2015
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2015 - Ertrinken wir in Plastik? erschienen.
     
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