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Technik | Energie, 11.03.2015

Echte Energiewende ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich

Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11. März erinnert an Risiken und Kosten der Atomkraft.

Vier Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist klar: Die Atomkraft ist weder günstig noch nachhaltig. "Fukushima zeigt uns, dass Atomkraft letztlich immer nur auf Kosten der Umwelt, der Allgemeinheit und der kommenden Generationen betrieben werden kann. Eine Energiewende, die das Klima schützt und Kosten reduziert, ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich.", sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).
 
Erneuerbarer Strom wird billiger. Bild: EEG Erfahrungsbericht 2014, Fraunhofer ISE 2013Bis heute sind die havarierten Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in Japan nicht vollständig unter Kontrolle. Noch immer tritt radioaktiv verseuchtes Wasser aus. In und um die Sperrzone herum ist es fast 80.000 Bewohnern nicht gestattet, wieder in ihrer Heimat zu wohnen. Die langfristigen Folgen für Umwelt, Gesundheit sowie die regionale Land- und Fischereiwirtschaft sind noch längst nicht absehbar.
 
Unfall auf Kosten der Allgemeinheit
Derweil explodiert die Schadenssumme des Unfalls: Nach Schätzung von Professor Kenichi Oshima von der Ritsumeikan Universität in Kyoto belaufen sich die allein bis heute entstandenen Kosten auf umgerechnet rund 84 Milliarden Euro. "Der AKW-Betreiber Tepco hat davon lediglich 16,6 Milliarden gezahlt. Für den Rest kommt die Bevölkerung auf, weiß aber darüber kaum Bescheid", erklärt der Umweltökonom, der die japanische Regierung nach der Katastrophe zu den Kosten der Atomkraft beraten hatte. Seinen Recherchen nach werden etwa die Entschädigungszahlungen an die Opfer der Katastrophe auf die Stromverbraucher umgelegt, genauso wie die Kosten für die Aufräum- und Eindämmungsarbeiten an den Reaktoren. Die Zwischenlagerung von Dekontaminationsabfällen aus der betroffenen Region wird aus dem Staatshaushalt, also mit Steuermitteln finanziert.
 
Massive Atomsubventionen in Europa
In Deutschland steht nach dem erneuten Atomausstiegsbeschluss von 2011 erstmals die Abschaltung weiterer Meiler bevor. So wird im Mai dieses Jahres das Kraftwerk Grafenrheinfeld endgültig vom Netz gehen. Auf einem europäischen Strommarkt gilt es jedoch, auch die EU-Partnerländer vom Atomausstieg zu überzeugen. Denn massive neue Subventionen für die Atomkraft stehen einer europäischen Energiewende entgegen. So subventioniert etwa die britische Regierung den neuen Kraftwerksblock Hinkley Point C mit 35-jährigen Abnahmegarantien weit über dem Marktpreis inklusive Inflationsausgleich sowie Kreditgarantien und Entschädigungen bei Ertragsausfall. "Dass die Atomkraft nach mehr als 60 Jahren hochsubventionierter Entwicklungsgeschichte immer noch so teuer ist, zeigt, dass sie geradezu ein Fass ohne Boden ist", sagt Philipp Vohrer.
 
Trotz Atomausstieg werden auch in Deutschland die gesellschaftlichen Altlasten der Kernkraft noch lange bestehen bleiben. Ungeklärt sind nach wie vor die Kosten und Risiken für die Endlagerung nuklearer Abfälle. Auch der Rückbau der stillgelegten Reaktoren wird sich über Jahrzehnte hinziehen. "Ob die Rückstellungen der Energiekonzerne dafür reichen, ist mindestens fraglich. Es bleibt zu befürchten, dass letztlich die Steuerzahler für den Löwenanateil aufkommen müssen", so der AEE-Geschäftsführer.
 
Erneuerbare Energien immer günstiger
Die Erneuerbaren Energien hingegen haben sich insbesondere Dank der bisherigen Förderung stark vergünstigt. Die Einspeisesätze für Wind und Sonne liegen mit etwa 10 Cent pro Kilowattstunde schon heute unter den von der britischen Regierung geplanten Abnahmegarantien für Atomstrom aus Hinkley Point. Nach aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen wird dieser Trend noch lange anhalten. So werden für die kommenden 20 Jahre Kostensenkungen bis zu 33 Prozent in Deutschland prognostiziert. Für 2050 wird der Preis für Solarstrom in Mittel- und Südeuropa sogar auf zwei bis vier Cent je Kilowattstunde veranschlagt. Philipp Vohrer ist sich sicher: "Durch Förderung von Erneuerbaren Energien unterstützen wir eine Entwicklung, die das Klima für die Zukunft schützt und die Allgemeinheit vor Kosten und Risiken bewahrt - eine wirklich nachhaltige Investition."
 
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