Regenerative Agriculture Crash Course - 14-19 October 2024 |La Junquera, Murcia, Spain. Experience regenerative agriculture and landscape restoration through your own eyes

Zukunft der Arbeit:

Wildwest bei der Digitalisierung der Arbeit vermeiden

Ein Beitrag von Thomas Kremer, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG, Datenschutz, Recht und Compliance, Personalvorstand (kommissarisch)
 
Thomas KremerSind Roboter die besseren Chefs? Nach einer Studie des Massachusetts Institute of Technology zeigen sie mehr Verständnis für ihre Mitarbeiter als menschliche Vorgesetzte. Müssen sich also auch Manager auf das Aussterben ihres Berufsprofils einstellen? Zumindest zeigt sich, dass IT-gestützte Maschinen immer weiter menschliche Arbeitsfelder besetzen. Dass Manager wiederum oft Maschinen bevorzugen, weil billiger, ausdauernder und präziser, ist nicht neu. Bringt die Digitalisierung eine von Maschinen bestimmte Arbeitswelt, in der Menschen nur noch eine geduldete Rolle spielen?

Eine allzu düstere Vision: Digitalisierung führt nicht zwangsläufig immer und überall zu Maschine statt Mensch. Sie führt aber zu Veränderungen. Der feste Arbeitsort verliert an Bedeutung durch Virtualisierung der Arbeitsinhalte. Denn auf die Cloud kann man von fast überall zugreifen. Zusammen mit Bürogemeinschaften auf Zeit und der Flexibilisierung der Arbeitsmittel etwa in Form von Smartphones oder Tabletts werden gewohnte Strukturen aufgebrochen. Der Anteil an Freiberuflern wird sich erhöhen. Grenzübergreifende Cloud-/Crowd-Working Arbeitsmodelle entstehen. Konzerne organisieren bereits Arbeit über alle Zeitzonen rund-um-die-Uhr. Und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billig-Hochtechnologie-Zentren wie Bangalore oder auch Nairobi wird anhalten.

Aber Digitalisierung und damit verbundenes zusätzliches Wachstum schafft hierzulande auch Stellen. Der "Jobkiller Computer" geht nicht um. Laut einer aktuellen Prognos-Studie für Bitkom sorgte die Digitalisierung 2012 in Deutschland für 1,46 Millionen Arbeitsplätze, immerhin 4 Prozent aller Erwerbstätigen. Wie zu erwarten ist der Effekt mit fast einer Million neuer Stellen besonders stark in den Dienstleistungsbranchen, aber auch in der Industrie brachte die Digitalisierung bisher schon 300.000 Stellen. Dabei entstehen neue Berufsbilder, besonders mit Schwerpunkt Medien-/IT Kompetenz, gestaltende, planende und steuernde Tätigkeiten.

Die Digitalisierung läuft also mit Hochdruck. Was Arbeit leichter, sauberer, schneller, billiger macht, wird kommen. Die Frage ist wie? Überfallartig, niederwalzend oder Rücksicht nehmend, Zeit lassend?

Ich plädiere für einen deutschen Weg, kein Wild West bei der Digitalisierung. Wir sollten absehbare Veränderungen frühzeitig diskutieren und gestalten. Datensicherheit nach deutschem Muster wie auch der Arbeitnehmer-Datenschutz sind gute Beispiele dafür, lieber ein paar Diskussionsrunden mehr zu drehen als existierende Modelle ungeprüft zu übernehmen. Wenn wir es gut machen, kann es sogar andere zum Nachmachen anregen. Auch hier entstehen neben neuen Produkten neue Berufsbilder. Sicherheit als deutscher Exportschlager.

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sind gefragt, den Dialog offen zu führen. Faire Bezahlung, sichere Arbeitsplätze, Belastungsschutz, Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge - all das zählt heute zu anständiger Arbeit.

Bei der Diskussion der digitalisierten Arbeitswelt erwarte ich auch maßgebliche Beiträge von den Sozialpartnern. Es kann kein Ziel von Gewerkschaften und Betriebsräten sein, von einem Heer tarifvertragsuninteressierter Freiberufler ignoriert zu werden. Und bereits heute gibt es hochspezialisierte Technologie-Kräfte, die nicht an Festanstellung und Konzerneinbindung interessiert sind, geschweige denn sich organisieren wollen. Bei der Gestaltung der Zukunft gilt es aber auch Ihnen eine Plattform zu schaffen, die Tendenzen der Vereinzelung und Nomadisierung nicht in Stimmlosigkeit führen zu lassen.  
 
Kontakt:  Deutsche Telekom AG
Email:  v.heyes@telekom.de
Homepage:  http://www.telekom.de

Quelle: Deutsche Telekom AG

Technik | Green IT, 10.10.2014

     
Cover des aktuellen Hefts

Positiver Wandel der Wirtschaft? – So kann's gehen

forum 03/2024 mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft im Wandel – Lieferkettengesetz, CSRD und regionale Wertschöpfung"

  • KI
  • Sustainable Finance
  • #freiraumfürmacher
  • Stromnetze
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
22
JUL
2024
Stoffwechselpolitik: Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten
In der Reihe "Mein Klima: auf der Straße, im Grünen ..."
80331 München und online
12
SEP
2024
Handelsblatt Tagung Energizing Real Estate 2024
Die Energiewende gelingt nur gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Rückwärtsgewandte Alte-Weiße-Männer-Politik
Christoph Quarch wünscht sich von der FDP eine zeitgemäße und zukunftsfähige Version des Liberalismus
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Wie machst Du das eigentlich in Deiner Stiftung?

Fit für die Fußball-EM: Wo Gastrobetriebe Umsatz liegen lassen

Wetter oder Klima? Europa wird zum Hotspot des Klimawandels

„Wir fahren ein Rennen für die Zukunft“

Leber entgiften: Die besten Tipps & Mittel für die Leberkur

Und wieder jede Menge guter Nachrichten

Pioniere der nachhaltigen Landwirtschaft von Angela Merkel ausgezeichnet

Außergewöhnlich gut: Tchibo begeistert mit neuem Spitzenkaffee aus der Kaffeeschule

  • circulee GmbH
  • Kärnten Standortmarketing
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Engagement Global gGmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften