82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Woche der Umwelt in Berlin

Gauck: Nachhaltigkeit nicht Verzicht, sondern Vernunft

Bei der Eröffnung der Woche der Umwelt bezog der neue Bundespräsident Position zu umweltpolitischen Kernfragen.

Bundespräsident Joachim Gauck eröffnete am 5.6.2012 die vierte "Woche der Umwelt" im Park von Schloss Bellevue.
Foto: © DBU/Peter Himsel
"Ich bin überzeugt: Es gibt keinen besseren Nährboden für unsere Ideen und Problemlösungen als unsere offene Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem und fairem Wettbewerb. Dringlich ist es, einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen und zwar so, dass Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht wird. Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden, und nicht den Steuerzahlern. Und dass umweltfreundliche Produktion sich für Unternehmen im Wettbewerb auszahlt." - Mit diesen Worten eröffnete heute Deutschlands Staatsoberhaupt Joachim Gauck im Park des Schlosses Bellevue in Berlin die "Woche der Umwelt" des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Wie können wir für neun Milliarden Erdbewohner menschenwürdiges Leben schaffen?

Gauck fragte zum Start der vierten Veranstaltung des Bundespräsidenten und der DBU dieser Art, zu der rund 200 Aussteller gekommen waren und heute und morgen rund 12.000 Besucher erwartet werden, wie wir in Zukunft gut leben und wirtschaften könnten, ohne dafür große Mengen an fossilen Bodenschätzen zu verbrauchen? Wie könne vermieden werden, Böden, Atmosphäre und Meere zu vergiften und unsere Ökosysteme intakt zu halten? Wie könne es gelingen, für heute sieben, später acht oder gar neun Milliarden Menschen die Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben zu schaffen?

Gauck mit Blick auf Rio: "Handeln mittlerweile wohl doch sehr dringlich!

Ende Juni werde beim Weltgipfel in Rio um eben diese Fragen gerungen. Gauck: "Hoffentlich erfolgreich! Denn Handeln ist mittlerweile wohl doch sehr dringlich - lokal, national, vor allem aber auch global. Weltgipfel verändern die Welt zwar nicht von heute auf morgen. Aber dort werden Versprechen abgegeben, gemeinsame Versprechen. Versprechen, die dann die Messlatte für politisches Handeln abgeben. Das ist wichtiger denn je."

Erderwärmung noch zu bremsen? "Das alles ist alarmierend"

forum-Herausgeber Fritz Lietsch im Gespräch mit Joachim Gauck.
Foto: © DBU

20 Jahre sei es her, dass sich die Weltgemeinschaft in Rio auf das Prinzip der Nachhaltigkeit verständigt habe. Seither sei aber der globale Ausstoß an Kohlenstoffdioxid um rund die Hälfte angestiegen. Er liege so hoch wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Viele Wald- und Ackerböden seien erodiert, viele Tier- und Pflanzenarten bedroht. Führende Klimaforscher warnten, dass eine folgenschwere Erderwärmung kaum mehr zu bremsen sei. Gauck: "Das alles ist alarmierend."

In vergangenen 20 Jahren auch Entwicklungen zum Positiven


Doch der Einsatz vieler Menschen habe auch einiges bewegt. In den vergangenen 20 Jahren gebe es Entwicklungen zum Positiven. Gauck: "Wir können heute mit deutlich weniger Material und Rohstoffen deutlich bessere Produkte herstellen. Zugleich stammt immer mehr Strom aus erneuerbaren Quellen. Und auch die Ozonschicht scheint sich - jedenfalls langsam - zu erholen, seit die Weltgemeinschaft sich darauf verständigt hat, die schädigenden Substanzen zu verbieten."

"Alle führenden Industrienationen in Europa und weltweit müssen bereit sein, diesen Weg mitzugehen"

Einen weiteren kleinen, aber nicht unbedeutenden Schritt nach vorne habe die internationale Staatengemeinschaft Ende letzten Jahres in Durban getan, nämlich sich endlich auf den Weg zu machen zu einem globalen Klimaabkommen ab dem Jahr 2020. Der Bundespräsident betonte: "Alle führenden Industrienationen in Europa und weltweit, alle müssen bereit sein, diesen Weg mitzugehen! Deutschland ebenso wie die USA, Japan, Kanada, China und Indien. Wer hier bremst, um sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen, schadet langfristig sich selbst und ganz gewiss allen anderen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Erkenntnis durchsetzt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft. Die Menschheit, das menschliche Leben, jedes Leben kann sich auf dieser Erde nur im Einklang mit der Natur entfalten, nicht gegen sie. Sonst zerstört es sich selbst. Langfristig ist deshalb auch ökonomisch nur sinnvoll, was ökologisch vernünftig ist."

"Nichts ist günstiger als der Rohstoff, den man einspart - nichts billiger als die Energie, die man nicht braucht"

Beim Gang durch den Park von Schloss Bellevue könne jeder erleben, wie viel Sinnvolles wir schon jetzt tun könnten. All diese Innovationen und Investitionen schafften auch neue Arbeitsplätze, machten unsere Umwelt und unsere Gesellschaft zukunftsfähiger und auch unabhängiger von fossilen Rohstoffen. Gauck: "Denn nichts ist günstiger als der Rohstoff, den man einspart - nichts billiger als die Energie, die man nicht braucht. Recycling, Wasseraufbereitung, Antriebstechnologien, auch in all dem sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Unser Land wird wie kaum ein anderes auch wirtschaftlich davon profitieren, wenn es sich selbst an die Spitze des nachhaltigen Fortschritts bringt."

400 Experten in fast 100 Foren diskutieren Zukunftsfragen

Rund 200 Unternehmen und Institutionen präsentieren in der Woche der Umwelt neue Technologien, Produkte und Projekte für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Die Projektpräsentationen im Park von Schloss Bellevue sollen einen Überblick über die Breite und Vielfalt der Arbeiten aus Umwelttechnik, -forschung, -bildung und Naturschutz geben und verdeutlichen, dass es sich dabei um ein wichtiges Zukunftsthema handelt, das für Deutschland von großer Bedeutung ist. 400 Experten in fast 100 Foren diskutieren zusätzlich Fragen rund um Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Ressourcen-, Klima- und Naturschutz, Mobilität, aber auch Tourismus, Freizeit und Sport, Ernährung, Bauen und Wohnen.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
20
OKT
2026
Personalmesse München powered by Zukunft Personal
Die Messe für Recruiting, Personalmanagement, BGM und Weiterbildung
80939 München
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Naturschutz

Wer an die Sonnenfinsternis glaubt, kann den Klimawandel nicht leugnen
Christoph Quarchs Überlegungen zur Sonnenfinsternis am 12. August
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Januar 2027: Kommt die ESG-Berichtspflicht für den Mittelstand?

MBA Sustainability Management: Live-Podcast und 42 neue Absolvent*innen

Es brennt! Doch kaum regnet es, ist alles vergessen …

Wie smarte Technologie Würde und Sicherheit im Alter sichert

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

B.A.U.M. Insights
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • 66 seconds for the future
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Zendure DE GmbH
  • WWF Deutschland
  • SUSTAYNR GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München