Zum ersten Mal hat die UN im Rahmen einer internationalen Sondersitzung das Thema "nachhaltige Stadtmobilität und die Rolle des Fahrrads" auf die Agenda genommen. Ziel ist, politische Maßnahmen zu diskutieren, um die Rolle des Fahrrads und seine Bedeutung für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Auch wenn inhaltlich kaum Ergebnisse erzielt wurden, waren doch Vertreter von 189 Mitgliedsstaaten anwesend: Eine Fortsetzung ist geplant.">
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10 Weissagungen zur Stadtmobilität

Und was glauben Sie?

2013, New York: "CYCLING 192"
Zum ersten Mal hat die UN im Rahmen einer internationalen Sondersitzung das Thema "nachhaltige Stadtmobilität und die Rolle des Fahrrads" auf die Agenda genommen. Ziel ist, politische Maßnahmen zu diskutieren, um die Rolle des Fahrrads und seine Bedeutung für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Auch wenn inhaltlich kaum Ergebnisse erzielt wurden, waren doch Vertreter von 189 Mitgliedsstaaten anwesend: Eine Fortsetzung ist geplant.

Damit auch in Zukunft alles rund läuft.
Foto: © 2010 General Motors and Wiek Media Services, Inc.

2014, Frankfurt am Main: "Des nächste Mal will ich ein Schutzblech."
In Frankfurt wurde das Pilotprojekt "Bike to Fly" erfolgreich abgeschlossen. Insbesondere Geschäftsreisende mit Tagesterminen können nun sicher über zentrale Fahrradrouten oder durch den Grüngürtel zum Flughafen fahren und ihr Fahrrad dort umsonst parken. Entlang der ausgewiesenen Strecken sind Hinweisschilder für Pannenservice und Rufstationen für Taxis installiert. Besucher Frankfurts finden im Ankunftsbereich ebenfalls einen Leihservice.

2015, Pune: "Out of the box!"
Die ersten Ideen entstanden vermutlich in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs. Aber richtig erfolgreich wurde das Tata Cargo-Bike erst durch die rundum ausgeklügelte Transport"schachtel" und die perfekte Integration der Bosch-Elektroantriebe. Stolz präsentiert CEO Ratan Tata das neue Konzept "Tata Green Logistics" im malerischen Pune: Die Bikes, die Charging Stations in den Firmen, die Umladestationen an den Bahnhöfen und die neuen Services funktionieren zumindest beim Pressetermin perfekt.

2016, Rio de Janeiro: "We drive the World!"
Kurz vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele waren sie plötzlich überall an der Copacabana zu sehen: Kleinste elektrobetriebene Vehikel mit Leitsystemen, Schwarmintelligenz und TouchDrive, die eine Person sicher und klimageschützt durch die Stadt transportieren - und das zu Nutzungskosten von umgerechnet nur einem Euro pro Kilometer. Google hätte sich kaum einen besseren Ort und Zeitpunkt zur Einführung ihres ersten Serienfahrzeuges aussuchen können.

2017, Heppenheim: "Ich hätt nie gedacht, dass des so beschleunigt."
Sebastian Vettel feiert den Gewinn seiner 5. Formel 1 Weltmeisterschaft. Das Besondere: In diesem Jahr waren nur noch elektrogetriebene Boliden erlaubt; sogar der Strom muss aus erneuerbaren Energien erzeugt weden. Sein Vattenfall-Rennstall hatte ein aerodynamisches Meisterwerk an den Start gebracht, angetrieben von einem bärenstarken Motor von Samsung. E-Rennstrecken in Stadtnähe werden jetzt auch in Deutschland immer beliebter.

2018, Mexico City: "Mas seguridad, menos smog"
Sie fingen plötzlich und ohne Vorwarnung an: Die doppelspurigen Seitenarme der Reforma, der Prachtstraße Mexicos, wurden im Auftrag der Stadtverwaltung von hunderten Straßenarbeitern grün gefärbt, mit verschieden designten Fahrradlogos in Rot und Weiß auf der Fahrbahndecke. Die Markierungen gehen über die Kreuzungen hinweg und sichern dem Radverkehr Aufmerksamkeit während der langen Grünphasen. Ab dem 1. Juli dürfen dann ausschließlich nicht motorisierte Fahrzeuge und E-Bikes auf diesen Spuren fahren.

2020, Tokyo: "Hashinashi"
"Kein Fuß" - unter diesem Motto wird derzeit ein neues Rollbandsystem für Fußgänger im Stadtteil Shibuya vorgestellt. Durch innovativen Leichtbau konnte das Gewicht im Vergleich zu traditionellen Rollbändern um fast 90 Prozent gesenkt werden. Die Bahnen sind breit, vermitteln durch mitlaufende Haltebänder ein sicheres Gefühl und man kann auf den seitlichen Projektionsflächen sogar Zeitung lesen. "Wir wollten auch Älteren wieder einen einfachen Gang in die Stadt ermöglichen", so die Bürgermeisterin in einem Interview.

2021, Stockholm: "U MOVE"
"Oslo hätte darauf kommen sollen", schrieb der norwegische Journalist im Aftenposten. Aber in Stockholm wurde eine uralte Idee als neue Dienstleistung zum Erfolg: Bürger mit Bewegungseinschränkungen können über ein Portal eine Begleitperson anfordern, die mit ihnen spazieren geht, Rad fährt oder auch mal Einkäufe erledigen hilft, meist umsonst oder für eine Tasse Kakao unterwegs. "Wir haben uns richtig gut angefreundet", berichtet eine deutsche Austauschstudentin, die drei Monate als Freiwillige an dem Programm mitwirkte.

2026, Tiflis: "Zuerst hatte ich ja schon Schiss, so in der Luft."
Gestern wurde in der georgischen Hauptstadt ein neues Hybridkonzept für öffentlichen und privaten Verkehr eingeweiht. An den armdicken Stahlkabeln über dem Mtkwari hängen nicht nur unzählige Kabinen, in die bis zu sechs Personen einsteigen können, sondern an so genannten Koppelstellen kann man auch seine eigenen Gefährte einhängen. "Die Idee hierzu bekam ich auf einer Wasserskianlage", sagte der georgische Erfinder. Verschiedene Städte planen bereits ähnliche Systeme, darunter Penang und Kapstadt.

2042, Dubai: "Und ihr habt das damals verkauft, damit es verbrannt wird?"
Führende Vertreter der Arabischen Liga treffen sich zum dritten Krisengipfel im Burj Khalifa, dem vierthöchsten Gebäude der Welt. Da fast kein Öl mehr zu fördern ist, werden seit zwei Jahrzehnten in Kooperation mit chinesischen Firmen E-Blobs mit extremer Energiedichte entwickelt: 1.000 Stunden Sonnenschein in der Größe einer Streichholzschachtel. Man beschließt, viel zu spät, auch die Entwicklung eines eigenen Stadtvehikels, das mit diesen Blobs betrieben wird. Denn in Shanghai fahren diese schon längst.

 
Von Eckehard Fozzy Moritz
 
 
Eckehard Fozzy Moritz ist Chefvisionär bei der SportKreativWerkstatt GmbH.
www.sportkreativwerkstatt.de

Quelle: Eckehard Fozzy Moritz
Technik | Mobilität & Transport, 13.01.2012
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2011 - Stadt der Zukunft erschienen.
     
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