Technik | Energie, 08.06.2011
Für eine neue Energiekultur
Deutschland bringt sich international in eine Vorreiterposition
Ein Zwischenruf von Dr. Reinhard Loske
Was noch vor einem halben Jahr undenkbar schien, ist nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Windeseile möglich geworden: In Deutschland wird es einen Energiekonsens geben. Kernpunkte: Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb einer Dekade, zügiger Ausbau der Erneuerbaren Energien, Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Energieeffizienz, Gebäudesanierung und Festhalten an ambitionierten Klimazielen.
Mit diesem breit getragenen Energieprogramm bringt Deutschland sich international in eine Vorreiterposition, übernimmt aber auch enorme Verantwortung. Wenn es gut läuft und gezeigt werden kann, dass sich die grüne Energiewende gesellschaftspolitisch und ökonomisch erfolgreich darstellen lässt, hätte das große Strahlkraft in die Welt hinein. Spötter, die gern vor einem "deutschen Sonderweg" in der Energiepolitik warnen und ihn als Ergebnis romantischer Verklärung denunzieren, würden verstummen. Umgekehrt wäre ein Scheitern der Energiewende, etwa in Form häufiger Blackouts oder explodierender Preise, nicht nur schlecht für Deutschland, sondern auch Wasser auf die Mühlen all jener, die auf Kohle und Atomkraft setzen. Die Operation muss deshalb gelingen! Dieses Gelingen hat aber Voraussetzungen.
Wichtig ist nun, dass die Wende kulturell unterlegt und nicht auf Technik reduziert wird. Denn bei aller Innovationsfreude bleibt doch das Problem, dass die technischen Einspareffekte durch Wachstumseffekte oft wieder aufgezehrt werden und am Ende nichts gewonnen ist. Zu einem "Programm des Kulturwandels" gehören etwa weniger energieintensive Lebensstile, die Zufriedenheit und Ressourcenverbrauch entkoppeln. Dazu gehören strukturelle Veränderungen, etwa die Umorientierung der Energieversorgung von Zentralität und Großräumigkeit auf Dezentralität und regionale Einbettung. Und dazu gehört vor allem die Einsicht, dass es beim Umbau unseres Energiesystems nicht bloß um die Substitution von Energieträgern geht, sondern auch um die Absenkung eines Verbrauchsniveaus, das in der heutigen Form weder zukunftsfähig noch verallgemeinerungsfähig ist. "Besser - Anders - Weniger", das sollte die neue Trias der Energiepolitik sein. Mag das "Weniger" auch nicht so populär sein wie das "Besser" (Energieeffizienz) oder das "Anders" (Erneuerbare Energien), so ist es doch unverzichtbar. Die Kunst wird sein, das "Weniger" nicht als Verlust oder Verzicht zu werten, sondern als rechtes Maß.
Reinhard Loske ist Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen
Was noch vor einem halben Jahr undenkbar schien, ist nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Windeseile möglich geworden: In Deutschland wird es einen Energiekonsens geben. Kernpunkte: Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb einer Dekade, zügiger Ausbau der Erneuerbaren Energien, Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Energieeffizienz, Gebäudesanierung und Festhalten an ambitionierten Klimazielen.
Erneuerbare Energien sind der Weg der Zukunft |
Wichtig ist nun, dass die Wende kulturell unterlegt und nicht auf Technik reduziert wird. Denn bei aller Innovationsfreude bleibt doch das Problem, dass die technischen Einspareffekte durch Wachstumseffekte oft wieder aufgezehrt werden und am Ende nichts gewonnen ist. Zu einem "Programm des Kulturwandels" gehören etwa weniger energieintensive Lebensstile, die Zufriedenheit und Ressourcenverbrauch entkoppeln. Dazu gehören strukturelle Veränderungen, etwa die Umorientierung der Energieversorgung von Zentralität und Großräumigkeit auf Dezentralität und regionale Einbettung. Und dazu gehört vor allem die Einsicht, dass es beim Umbau unseres Energiesystems nicht bloß um die Substitution von Energieträgern geht, sondern auch um die Absenkung eines Verbrauchsniveaus, das in der heutigen Form weder zukunftsfähig noch verallgemeinerungsfähig ist. "Besser - Anders - Weniger", das sollte die neue Trias der Energiepolitik sein. Mag das "Weniger" auch nicht so populär sein wie das "Besser" (Energieeffizienz) oder das "Anders" (Erneuerbare Energien), so ist es doch unverzichtbar. Die Kunst wird sein, das "Weniger" nicht als Verlust oder Verzicht zu werten, sondern als rechtes Maß.
Reinhard Loske ist Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen
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