Anzeige, Umwelt | Klima, 13.09.2026
Dokumentarfilm "ATMOSPHERE - Reichtum statt Kapital", Kinostart ab 09. Oktober 2026, österreichweit
Regisseur Erwin Wagenhofer - Ticketverlosung für forum-Leser*innen
ATMOSPHERE ist kein Film über den Klimawandel oder die Erderwärmung, sondern ein Film über all das, was wir Menschen selbst verursacht haben. Der Film stellt Fragen ins Zentrum, die wir seit Jahrzehnten gerne verdrängen, und versucht, ein neues Denken und Fühlen anzustoßen – weg von Kontrolle und Ausbeutung, hin zu Verbundenheit und Bewusstsein.
Am 9. Oktober 2026 startet der neue Dokumentarfilm ATMOSPHERE von Regisseur Erwin Wagenhofer (We Feed the World, Let’s Make Money, But Beautiful) österreichweit in den Kinos!
ATMOSPHERE - Trailer
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Verlosung von zwei Tickets
für forum-Leser*innen! Teilnahme per Email *) |
*) Die Gutscheine für den Dokumentarfilm ATMOSPHERE werden dann per Post an die Begünstigen geschickt und können ab Kinostart am 09.10.2026 österreichweit einlöst werden.
Die Atmosphäre, die unseren Planeten schützend umhüllt, ist die Grundlage unseres Lebens. Sie versorgt uns nicht nur mit Luft, Wasser und Nahrung, sondern definiert uns in der Doppeldeutigkeit des Wortes auch als soziale Wesen. Wie die Luft zum Atmen brauchen wir eine schützende Atmosphäre des Miteinanders, um zu überleben.
Erwin Wagenhofer kennt die Probleme unserer krisenhaften Gegenwart sehr genau und er setzt sich auch in seinem neuen Film »Atmosphere« nicht über ihre Ursachen hinweg. Vielmehr interessiert er sich dafür, wie wir sie lösen können. Daher bringt er uns Menschen nahe, die Altes hinter sich gelassen und Neues gewagt haben: von einer Künstlerin aus Berlin-Brandenburg, die zur Landwirtin wurde und auf ausgelaugten Äckern eine blühende Landschaft entstehen ließ, über ein Team von führenden Lehmbauexpert:innen, die den traditionellen Werkstoff zu einem Baustoff der Zukunft machen, bis zu einem visionären Schweizer Forscher und Agronomen, der mit seinem neu aufgeforsteten Regenwald in Brasilien nicht nur ein Stück totes Land, sondern eine ganze Region zu neuem Leben erweckt hat.
»Atmosphere« zeigt uns Menschen, die aus der Profitlogik ausgestiegen und mit ihrer Umwelt auch sich selbst verändert haben. Sie haben eine kaputte Natur zu neuer Blüte geführt und Konkurrenz durch Kooperation ersetzt. »Atmosphere« ist ein Film, der Hoffnung macht und die Zuversicht nährt, dass wir unser Leben zum Besseren wenden können. Wir müssen nur aufhören, in die falsche Richtung zu laufen.
»Wir wollen mit unserer Arbeit einen Garten hinterlassen und keine Wüste.«
Was uns so selbstverständlich umgibt, dass wir es nicht wahrnehmen, ist die Voraussetzung für alles Leben. Dank der Atmosphäre verfügen wir über Luft, Wasser und fruchtbare Böden. Der Mensch als Teil dieser Natur verdankt seine Entwicklung der Fähigkeit, sie zu verstehen und sie zu nutzen. Doch er missbraucht sie auch, um sie gnadenlos auszubeuten und den Interessen der Gewinnmaximierung zu unterwerfen.
Unser Lebensraum ist überhitzt, unsere Böden sind vergiftet und ausgelaugt – als Ergebnis einer Profitlogik, in der die Kriegswirtschaft des 20. Jahrhunderts in Friedenszeiten neue Absatzmärkte suchte und die Landwirtschaft in eine lukrative Abhängigkeit von Düngemitteln, Herbiziden und Pestiziden verstrickte.
Erwin Wagenhofer thematisiert in »Atmosphere« zwar gewohnt präzise die Schwachstellen unseres Lebens und Wirtschaftens, viel wichtiger ist es ihm aber, zu zeigen, wie wir es besser machen könnten. Auch in seinem neuen Film stellt er Menschen in den Mittelpunkt, die man als Pionier:innen bezeichnen könnte und die allen Widerständen zum Trotz aus den gewohnten Denkmustern ausgebrochen sind und Neues gewagt haben. »Atmosphere« lässt uns an ihren Gedanken und an ihren Taten teilhaben, die unser Interesse wecken und uns neugierig darauf machen, was dies für unser eigenes Leben und für unsere Gesellschaft bedeutet.
Da ist zum Beispiel die Künstlerin Maria Giménez, die zur Landwirtin wurde und ein »benachteiligtes Gebiet« in Brandenburg in wenigen Jahren in eine humusreiche Landschaft mit Gemüse- und Getreidefeldern verwandelt hat, deren Ertrag sie direkt auf die Märkte in der Stadt bringt: »Das ist für mich eigentlich die schönste Form des Aktivismus heutzutage, andere zu ernähren«, sagt sie. Ihren Erfolg verdankt sie unter anderem den 200.000 Bäumen, die sie gepflanzt hat, und den Rindern, die sie als wandelnde Kompostmaschinen auf den neu geschaffenen Äckern grasen lässt.
Ein anderer Protagonist ist weltweit bekannt: Der Schweizer Agronom und Begründer der sogenannten syntropischen Landwirtschaft, Ernst Götsch, hat vor vier Jahrzehnten eine gut bezahlte Forschungsarbeit aufgegeben und eine aufgelassene brasilianische Kakaoplantage übernommen. Wertloses, brachliegendes Land – steinhart und landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar – hat er durch gezielten Bodenaufbau in einen artenreichen Regenwald zurückverwandelt. Mit dem Wald waren auch die Niederschläge wieder da. Nicht nur auf seiner Plantage sind inzwischen die Temperaturen deutlich gesunken, sondern auch in den umliegenden Regionen. Sein Credo lautet: »Água se planta. Wasser pflanzt man.«
Denn das hat er auf seiner Farm bewiesen: Sobald die Waldfläche eine bestimmte Größe erreicht hat, kehrt der Regen zurück, und zuvor vertrocknete Quellen beginnen wieder zu sprudeln. Dieser Erfolg hat Ernst Götsch Bewunderer:innen und Nachahmer:innen aus aller Welt beschert. Mittlerweile konsultieren ihn Universitäten und Regierungen, um von seiner Methode, die Natur nachzuahmen, zu lernen.
Die Erde ist nicht nur Grundlage für unsere Nahrung, für die Vegetation und den Kreislauf des Wassers, sondern auch ein traditioneller Baustoff. Die deutsche Architektin Anna Heringer und der Vorarlberger Lehmbauexperte Martin Rauch machen sich mit ihren modernen Stampflehmbauten die wesentlichen Vorteile traditioneller Lehmbauweise zunutze: die Feuchtigkeit zu regulieren, optimal formbar und völlig wiederverwertbar zu sein. Sie schaffen Bauten mit hoher Lebensqualität und ästhetischem Mehrwert. Sie greifen mit der Textur der Lehmwände die Erosion durch Zeit, Wind und Regen auf und machen sie sichtbar. Rauch produziert darüber hinaus Lehmfertigbauteile, die Beton auch in mehrgeschossigen Gebäuden ersetzen.
»45 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes gehen auf die Bauwirtschaft zurück«, sagt Rauch. »Ein Kubikmeter Beton verursacht 25-mal mehr Kohlendioxid als ein Kubikmeter Stampflehm.«
Um Treibhausgase beim Transport zu vermeiden, baut Rauch vorwiegend mit lokalem Rohstoff, wie etwa dem Aushub einer Baugrube. Wenn das Haus verändert werden soll, kann der Lehm neu geformt werden – oder wieder Teil des Bodens werden.
Der Astronom Alain Maury erzählt von der Einzigartigkeit des Planeten Erde, zu dem sich in den Weiten der Galaxien nichts annähernd Vergleichbares findet. Er erzählt auch von den Metamorphosen, die unser Planet durchlaufen hat – wie glückhaft die Umstände waren, die eine Entwicklung von Leben ermöglicht haben, und wie fragil die Voraussetzungen sind, die uns am Leben erhalten.
Wagenhofers Protagonist:innen sind wirtschaftlich erfolgreich, und ihr selbstbestimmtes, am eigenen Glück und allgemeinen Nutzen orientiertes Leben verdankt sich einem veränderten Blick auf die Welt. Nicht Konkurrenz steht im Vordergrund, sondern Kooperation, nicht das als stereotypisch männlich identifizierte Prinzip des Konflikts, sondern das als weiblich konnotierte Prinzip der Zuwendung. Doch genau jene Denkweise, die uns in die Sackgasse geführt hat, steht der Veränderung im Weg. Nichts macht das deutlicher als die in »Atmosphere« zugespitzt beobachtete bombastische Inszenierung einer Klimakonferenz, in der mit viel Aufwand ein Mehr an Phrasen produziert wird.
Wenn die Entwicklung neuer Technologien nur dazu dient, so weiterzumachen wie bisher, werden wir die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung weiter negieren. »Wir kennen das Problem und wir kennen die Lösungen, jetzt heißt es, Mut zu machen«, sagt Erwin Wagenhofer.
Sein sechster Kinofilm tut genau das: Er macht uns Mut und entlässt uns mit der Hoffnung aus dem Kino, unser Schicksal zum Guten zu wenden.
Credits
Regie: Erwin Wagenhofer
Drehbuch: Sabine Kriechbaum, Erwin Wagenhofer
Kamera: Erwin Wagenhofer
Schnitt: Erwin Wagenhofer, Julia Drack, Paul Sedlacek
Ton: Johannes Schmelzer-Ziringer, Josef Umschaid, Felix Rauchwarter, Nils Kirchhoff
Produktion: Imagine Film Cooperation
Produzent:innen: Sabine Kriechbaum, Erwin Wagenhofer
Green Film Consultant: Peter Janecek
Gefördert von: ÖFI – Österreichisches Filminstitut, ÖFI+, FFW – Filmfonds Wien, ORF (Film-/Fernsehabkommen)
Mit:
Maria Giménez
Ernst Götsch
Marc Leiber
Anna Heringer
Martin Rauch
Lord Zigato
Alain Maury
Kontakt: Filmladen Filmverleih GmbH, Matthias K. Heschl | m.heschl@what1f.com | filmladen.at/presse
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