Umwelt | Ressourcen, 29.07.2026
„Weder selten noch Erden“
Circular Valley Stiftung veröffentlicht Kurzfilm über Seltene Erden und Kreislaufwirtschaft
Zum Earth Overshoot Day zeigt die Circular Valley Stiftung, warum Seltene Erden für die Energiewende unverzichtbar sind – und warum Recycling entscheidend wird.
Am 30. Juli 2026 ist Earth Overshoot Day – der Tag, an dem die Menschheit rechnerisch mehr natürliche Ressourcen verbraucht hat, als die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Der Aktionstag lenkt den Blick traditionell auf den verantwortungsvollen Umgang mit nachwachsenden Ressourcen wie Wäldern, Fischbeständen oder fruchtbaren Böden. Die Circular Valley Stiftung nutzt diesen Anlass, um mit ihrem neuen Kurzfilm „Weder selten noch Erden" auf eine Rohstoffgruppe aufmerksam zu machen, die dabei oft weniger Beachtung findet: Seltene Erden. Gerade weil sie nicht nachwachsen, ist es besonders wichtig, sie möglichst lange im Kreislauf zu halten.Unsichtbare Grundlage der Energiewende
Seltene Erden stecken in Elektromotoren, Windturbinen und Smartphones – sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer modernen Welt. Ihr Name ist dabei irreführend: Viele dieser Elemente kommen in der Erdkruste ähnlich häufig vor wie Kupfer oder Blei. Besonders wichtig sind sie für Magnete. In einem Elektroauto stecken heute bis zu drei Kilogramm Seltene Erden, in einem einzigen Offshore-Windrad sogar bis zu 300 Kilogramm. Das Forschungsunternehmen Roskill prognostiziert für 2030, dass dann 36 Prozent der Seltenen Erden für Magnete verwendet werden.
Der Film zeigt zugleich, wie verletzlich Deutschland und Europa in diesem Bereich sind: Zwischen 90 und 100 Prozent der nach Deutschland importierten Komponenten stammen aus China. Wie real das Risiko ist, zeigte sich 2010, als China den Export von Seltenen Erden kurzfristig stoppte. Besonders Japan war davon betroffen: Die Preise stiegen daraufhin stark an – ein Schock, den Japan seither als Chance nutzt, um sich schrittweise unabhängiger zu machen.
Fördern oder recyceln – beides braucht Kompetenz
Anhand von Storkwitz in Sachsen, wo in den 1970er Jahren bei einer Uransuche unerwartet eine Lagerstätte mit Seltenen Erden entdeckt wurde, macht der Film deutlich: Eigene Vorkommen allein lösen das Problem nicht. Neuere Untersuchungen zeigen, dass das Vorkommen zu gering für einen wirtschaftlichen Abbau ist. Gleichzeitig ist die Gewinnung und Aufbereitung von Seltenen Erden hochkomplex und belastet die Umwelt. Das notwendige Know-how für die Trennung und Verarbeitung ist in der westlichen Welt über Jahrzehnte weitgehend verloren gegangen. Auch weil man bewusst diesen Teil der Wertschöpfungskette in andere Länder ausgelagert hat.
Ein wichtiger Hebel ist deshalb das Recycling: Seltene Erden stecken längst nicht mehr nur in der Erde, sondern bereits in unseren Produkten, etwa in ausgedienten Windkraftanlagen oder Elektrogeräten. Unternehmen wie Heraeus Remloy arbeiten bereits am ressourcenschonenden Recycling von Magneten. Damit Recycling langfristig einen größeren Beitrag leisten kann, braucht es den Aufbau und Erhalt entsprechender Kompetenzen in Deutschland und Europa.
„Bei Seltenen Erden zeigt sich exemplarisch, was Kreislaufwirtschaft leisten kann: Wir müssen nicht jeden Rohstoff neu aus der Erde holen, wenn er längst in unseren Produkten steckt. Was uns fehlt, ist nicht das Material, sondern die Kompetenz, es wieder nutzbar zu machen – und genau hier müssen wir jetzt investieren", sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung.
Über den Film
„Weder selten noch Erden" ist eine Produktion von Kintopp Film im Auftrag der Circular Valley Stiftung, mit Einschätzungen von Dr. Martin Erdmann, Geowissenschaftler bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), und freundlicher Unterstützung von Heraeus Remloy und der Wismut GmbH. Der Kurzfilm zeigt, warum Seltene Erden für die Energiewende unverzichtbar sind, wie die heutige Abhängigkeit entstanden ist und warum Recycling und Kreislaufwirtschaft entscheidende Hebel für mehr Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit sein können.
Über Circular Valley
Circular Valley ist der internationale Hotspot für die Circular Economy mit Sitz in der erweiterten Rhein-Ruhr-Region. Die gemeinnützige Circular Valley Stiftung bringt die relevanten Stakeholder an einen Tisch. Branchen- und technologieübergreifend entwickeln Unternehmen, Startups, Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen für die Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Öffentlichkeitsarbeit, der weltweit erste Circular Economy Accelerator und Politikempfehlungen sind die Schwerpunkte der Stiftung.
Kontakt: Circular Valley® Foundation | info@circular-valley.org | www.circular-valley.org
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