Weichenstellung für den Klimaschutz

myclimate veröffentlicht Jahresbericht

Die Zeiten für den Klimaschutz sind weiterhin herausfordernd. Positiven Signalen und Entwicklungen stehen immer noch eine unsichere wirtschaftliche Situation und politisch motivierte Instabilitäten gegenüber. Das spiegelt auch der nun veröffentlichte Jahresbericht der Stiftung myclimate wider. Insbesondere bei der strategischen Fokussierung gab es daher Weichenstellungen, um handlungsfähig zu bleiben und Wirkung zu erzielen. Diese Maßnahmen betrafen auch einen Teil der Mitarbeitenden. Dennoch konnte das Jahr über Budget abgeschlossen werden. Die neue Geschäftsleitung schaut optimistisch in die Zukunft. 

© myclimateAuch wenn das Umfeld für Lösungen für unternehmerischen Klimaschutz kompliziert ist, leistet myclimate mit seinen Partnern einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Netto-Null-Ziele der Schweiz, Deutschlands und Österreichs und damit zur Erreichung des Pariser Abkommens. Gemeinsam mit zahlreichen engagierten Unternehmen wurde auch 2025 weiterhin konsequent der Weg hin zu Netto-Null verfolgt. 

Um diese Wirksamkeit auch in Zukunft zu gewährleisten, traf die Stiftung myclimate im Jahr 2025 Entscheidungen, die nicht bequem, aber notwendig waren. Maßgebliche Gründe dafür waren regulatorische Veränderungen der EU wie die «Stop-the-Clock-Richtlinie», eine wirtschaftliche Zurückhaltung und geopolitische Verwerfungen, die zu einer Ermüdung im öffentlichen Klimadiskurs und einer abwartenden Haltung in der Wirtschaft führten. Neben einer Anpassung von Prozessen und Strukturen führte dies auch zu nicht zu vermeidenden, partiellen Eingriffen im Team und der Führung. Seit August 2025 wird die Stiftung im Rahmen einer gemeinsamen Geschäftsleitung durch Florian Goppel, der in der Rolle des Co-CEOs verbleibt, und neu Pascal Wieser geführt. In Deutschland übernahm Harald Rettich die Geschäftsführung der myclimate Deutschland gGmbH. 

«Wir haben uns für eine erfolgreiche Zukunft neu aufgestellt, dabei auch schwierige Entscheidungen im Sinne des großen Ganzen nicht gescheut. Nun ist die Zeit nach vorne zu blicken und unsere Expertise und unser Angebot konsequent an den positiven Signalen aus der Wirtschaft, aber auch aus der nationalen und internationalen Politik auszurichten.», ordnet der neue Co-CEO Pascal Wieser das vergangene Bilanzjahr ein. 

Carbon Markets im Budgetrahmen 
Der Gesamtertrag der Stiftung belief sich im Jahr 2025 auf 44,54 Mio. Schweizer Franken (CHF) und lag damit unter dem Wert des Vorjahres (2024: 55,67 Mio. CHF). Die Erträge aus Spenden und Klimaschutzbeiträgen machten mit 37,6 Mio. CHF erneut den größten Anteil aus. Die Bereiche «Beratung & Lösungen» sowie «Klimabildung» trugen 3,0 Mio. CHF bzw. 1,3 Mio. CHF zum Gesamtertrag bei. 

Zur Einordnung dieser Zahlen: myclimate hat per 1. Januar 2023 die Rechnungslegung geändert (siehe Konzernrechnung 2024). Die Umsatzerfassung erfolgt seitdem erst dann, wenn eine Dienstleistung für den Kunden erbracht ist und die dabei verkauften Zertifikate zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Stiftung waren. Per 31.12.2025 wurden CHF 5,8 Million Schweizer Franken CHF somit als Vorauszahlungen von Kunden abgegrenzt. Ohne diese Abgrenzungen belief sich der Ertrag im Jahr 2025 auf CHF 43,3 Million CHF, respektive im Vorjahr auf CHF 45,8 Million CHF. Trotz schwieriger Gegebenheiten konnte damit der für die Stiftung und den Klimaschutz wichtige Projektbereich im geplanten Budgetrahmen abgeschlossen werden. 

Im Jahr 2025 übernahmen Unternehmen und Privatpersonen Verantwortung für 2,4 Mio. Tonnen CO2. Gleichzeitig wurden 2,9 Mio. Tonnen zertifizierte CO2-Reduktionen durch myclimate-Projekte generiert. Seit der Gründung im Jahr 2002 konnten insgesamt über 25,8 Mio. Tonnen vermieden oder gebunden werden.
 
Die Projekte tragen nicht nur zur Emissionsminderung bei, sondern fördern auch die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Über 12,2 Mio. Menschen profitieren seit Gründung von diesen Maßnahmen. Etwa durch die Installation von über 87’180 Biogasanlagen, die zur Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern beitragen, oder die Pflanzung von 6,9 Mio. Bäumen, wodurch Familien mit kleinem, bäuerlichem Landbesitz ein Einkommen erhalten. 
 
Jahr der Weichenstellung 
«2026 wird ein Jahr der Weichenstellungen: In der Schweiz wird die parlamentarische Besprechung zum CO2-Gesetz ab 2031 wichtige Signale senden. Mit dem neuen SBTi Net-Zero-Unternehmensstandard und der ab September verbindlichen Empowering Consumers Richtlinie der EU haben unsere Kunden wieder einen sicheren Rechtsrahmen für ihr Engagement im Klimaschutz. Mit erweiterten Methodologien für Artikel 6.4 des Paris Abkommens, eindeutigeren Regeln und Zulassungsbeschränkungen in verpflichtenden Rahmenwerken wie CORSIA sowie Qualitätsinitiativen wie den Core Carbon Principles stehen wir vor einer Ära der Klarheit und Verbindlichkeit. Diese Entwicklungen bergen Herausforderungen und sind gleichzeitig die Chance für myclimate, Klimaschutz mit Integrität, Innovation und Wirkung voranzutreiben.», gibt Co-CEO Florian Goppel einen optimistischen Ausblick. 

Gerade im Bereich der CO2-Märkte zeigen sich sehr dynamische Entwicklungen mit einem hohen Potenzial für wirksame Klimaschutzumsetzungen auf freiwilliger Basis oder im Zuge verpflichtender Rahmenwerke. Deshalb wird sich die Stiftung myclimate stärker auf CO2-Märkte und integrierte Netto-Null-Pfade inklusive Negativemissionstechnologien fokussieren, um weiterhin die größtmögliche Wirkung für den Klimaschutz zu entfalten. 

Kontakt: Stiftung myclimate, Kai Landwehr | kai.landwehr@myclimate.org | www.myclimate.org



     
        
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