Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim

Welttag der Biodiversität

Wer Artenvielfalt will, muss sie auch finanzieren

Ob Wildkräuter im Acker, Regenwürmer im Boden oder Hummeln über Kleegrasflächen: Ökolandbau schafft Lebensräume direkt auf den bewirtschafteten Flächen. Ergänzend sichern Hecken, Säume und Feldvogelinseln die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Doch der Erhalt dieser wertvollen Strukturen kostet Zeit und Geld – und braucht eine verlässliche Förderung. Anlässlich des Welttages der Biodiversität am 26. Mai weist die LVÖ Bayern darauf hin, dass die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission für die künftige Agrarförderung kein festes Budget für Umweltleistungen vorsehen. 
 
© Tobias HaseArtenvielfalt entsteht auf der ganzen Fläche
Bio-Betriebe verzichten auf chemisch-synthetische Pestizide sowie mineralische Stickstoffdünger, setzen auf vielfältige Fruchtfolgen und fördern dadurch die Artenvielfalt unmittelbar auf ihren Flächen. Zusätzliche Strukturen wie Hecken, Blühflächen oder Streuobstwiesen ergänzen diese Lebensräume und führen zu Synergieeffekten für die Artenvielfalt. Artenvielfalt ist aber nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch die Grundlage einer resilienten Landwirtschaft. Bestäubende Insekten, gesunde Böden und stabile Ökosysteme sichern langfristig Erträge und garantieren Ernährungssicherheit. 
 
Planungssicherheit statt kurzfristiger Programme
Kurzfristige Projektmittel oder unsichere Förderperspektiven erschweren es landwirtschaftlichen Betrieben, langfristig in Naturschutzmaßnahmen zu investieren. Gerade in Zeiten wirtschaftlichen Drucks braucht es stabile politische Rahmenbedingungen. Die LVÖ Bayern befürchtet, dass in der neuen Agrarförderperiode bei Naturschutz und Artenvielfalt der Rotstift angesetzt werden soll.
 
Wer Artenvielfalt will, darf bei den Umweltleistungen nicht sparen
Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern, erklärt dazu:
„Ökolandbau zeigt jeden Tag ganz praktisch, wie Landwirtschaft und Artenvielfalt zusammen funktionieren können. Wo Bio-Betriebe vielfältige Fruchtfolgen umsetzen, auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische Stickstoffdünger verzichten, entstehen wertvolle Lebensräume für Insekten, Wildpflanzen und viele andere Arten. Diese und weitere Naturschutzleistungen für die Gesellschaft wie die Pflege und Anlage von Hecken, Feldvogelinseln und Streuobstwiesen müssen politisch weiterhin unterstützt und verlässlich finanziert werden. Bayern und die EU dürfen bei Agrarumweltleistungen nicht sparen, sondern müssen Umweltleistungen weiter gezielt stärken, wenn sie Artenvielfalt wollen. Es muss der Grundsatz „öffentliches Geld für Leistungen, die dem Gemeinwohl dienen" Vorrang haben und nicht das allgemeine Gießkannenprinzip."
 
Hintergrund zur GAP-Reform
Die aktuellen Diskussionen zur Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 entscheiden maßgeblich darüber, wie Umwelt- und Naturschutzleistungen der Landwirtschaft künftig gefördert werden. Die LVÖ Bayern e.V. kritisiert die Pläne der EU-Kommission, weil bislang kein verbindliches Mindestbudget für Umweltleistungen vorgesehen ist. Die LVÖ Bayern fordert deshalb, einen festen Anteil des GAP-Budgets verbindlich für Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsleistungen zu reservieren. Dieser Anteil muss mindestens zwei Drittel des Budgets für die Landwirtschaft betragen. Nur so erhalten landwirtschaftliche Betriebe Planungssicherheit und werden Leistungen für die Gesellschaft verlässlich honoriert. Andernfalls drohen künftig Kürzungen beim bayerischen Kulturlandschafts- und Vertragsnaturschutzprogramm kommen.

Kontakt: Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ), Dr. Stefanie Düsberg | stefanie.duesberg@lvoe.de | www.lvoe.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
16
JUN
2026
BootCamp Impact Business Design
Zertifizierter Impact Business Design Master
Hamburg
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Neues "Mental Operating System" für Social Media und Ki-Systeme
Christoph Quarch plädiert für die Programmierung einer europäischen, humanistischen KI zur Erreichung digitaler Souveränität
B.A.U.M. Insights
Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt

Jetzt auf forum:

VerpackDG: Über §26 mehr europäisches Recycling fördern

Jean Ziegler: Unermüdlicher Kämpfer für das Recht auf Nahrung

Alles beginnt jetzt. Auf der Straße. Im Kopf. Im Herzen.

Neuer Marktplatz für Kreislaufwirtschaft in Planung

Lebensmitteltaugliche Rezyklate aus dem Gelben Sack – Interzero leistet Pionierarbeit

DGNB entwickelt neues Zertifizierungssystem für Bestandsquartiere

CBD im Alltag: Fünf Anwendungsformen und ihre Eigenheiten

Krisenresilienz bei Extremhitze stärken

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • 66 seconds for the future
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • TÜV SÜD Akademie
  • WWF Deutschland
  • circulee GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • NOW Partners Foundation
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)