GAP nach 2027: „Wirksamer für Bio-Höfe und Umwelt“

Bio-Spitzenverband fordert Umweltmindestbudget von zwei Drittel

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisiert scharf die aktuellen Pläne der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Besonders kritisch bewertet der BÖLW das fehlende Mindestbudget für Umweltleistungen. „Ein Umweltbudget von zwei Drittel des GAP-Budgets ist zwingend nötig, um den Herausforderungen der Klima- und Biodiversitätskrise gerecht zu werden – und langfristig gesellschaftliche Akzeptanz für die GAP zu sichern", so Tina Andres, Vorsitzende des BÖLW. „Die Entwürfe der EU-Kommission bieten gerade für jene Betriebe, die hohe Umweltleistungen erbringen, keine gute Perspektive."
 
Gründüngung ist ein zentrales Mittel zur Bodenbelebung und Steigerung der Fruchtbarkeit. © KRiemer, pixabay.comDie größte Schwäche des Kommissionsvorschlags ist aus Sicht des Bio-Spitzenverbands das kein verpflichtendes Budget für Umweltleistungen vorgesehen sind. Das gefährdet gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa, wie heute auch der EU-Rechnungshof bestätigt. Entscheidet jeder Mitgliedstaat, wie viel er in die Umwelt investiert, drohen Rückschritte im Klima- und Naturschutz.  
 
Der BÖLW fordert eine konsequente Neuausrichtung: Die Agrarförderung müsse einfacher und wirksamer werden und gezielt Betriebe honorieren, die Klima, Umwelt und Tierwohl schützen. Der Ökolandbau müsse als das einzig gesetzlich definierte Instrument für nachhaltige Landwirtschaft gestärkt werden. „Besonders wichtig ist der systemische Ansatz von Bio. Echte Ökosystemleistungen können nur langfristig und im Zusammenspiel aller Faktoren beim Anbau erzielt werden können", so Andres.  
 
Die Kernforderungen des BÖLW:
  • Mittel für Umweltleistungen von Höfen bereitstellen, die gesellschaftliche Akzeptanz der GAP langfristig sichern
  • Mindestens zwei Drittel des Gesamtbudgets verbindlich für Umwelt- und Klimaleistungen reservieren, damit Höfe Planungssicherheit bekommen
  • Umweltmaßnahmen bei der Kofinanzierung bevorzugen
  • Basisprämie gezielt auf Gemeinwohlleistungen ausrichten
  • Mehr Bio ermöglichen – als einziges kontrolliertes Instrument für echte Nachhaltigkeit.
  • Ein höheres GAP-Budget – für Klima, Umwelt und die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft
 
Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Verarbeiter und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von rund 56.500 Bio-Betrieben 17 Milliarden Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind u. a.: Biokreis, Bioland, Bioland Verarbeitung & Handel, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Dachverband ökologische Pflanzenzüchtung in Deutschland, Demeter, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Naturland Zeichen GmbH, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, Verbund Ökohöfe.
 

Kontakt: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW), Annette Bruhns | presse@boelw.de | www.boelw.de



     
        
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